Existenz-Check: Zehn Entwicklungen, die Versicherung zum Beben bringen

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Was bedeutet Zukunft für die Versicherer wirklich? Wie müssen sich die Unternehmen strategisch aufstellen und wo umstellen? Wann droht im schlimmsten Fall eine Bruchlandung? Vor diesem Hintergrund hat die Redaktion Versicherungswirtschaft die zehn spannendsten Entwicklungen in der Branche untersucht, die man nicht verpassen darf. Heute im Check: Verschmelzung der Mächtigen.

In diesem Jahr sorgten die Fusionsgerüchte um Deutsche Bank und Commerzbank für einen großen Aufschrei. Viel wurde debattiert über das strategische Für und Wider eines solchen Megadeals. Am Ende nahmen die beteiligten Parteien Abstand. Man hätte auf einer Seite zwar Kosten sparen können, auf der anderen würde der Stellenabbau enorme Geldmittel ebenso wie die Integration mehrerer IT-Systeme erfordern.

Der Fall spiegelt die Komplexität und Vielschichtigkeit von M&A´s gut wider. Es ist ein Prozess der Abwägung. Die Gründe für Zusammenschlüsse indes sind vielfältig, Skaleneffekte etwa spielen eine große Rolle. „Vor dem Hintergrund sehr niedriger Zinsen wird der Wettbewerb zunehmend über die Kostenquoten und Effizienzgewinne bestimmt und da gibt es noch Luft nach oben“, weiß Michael Klüttgens von Willis Towers Watson.

Auch die Spezialisierung sei ein Faktor. „Die allerwenigsten Häuser schaffen es, in allen Regionen, Sparten, Kundensegmenten oder Vertriebskanälen erfolgreich zu agieren. Viele Firmen versuchen, sich auf ihr Kerngeschäft zu fokussieren, beziehungsweise dort zuzukaufen und sich von Randbereichen zu trennen. Ein weiterer Grund für einen Zusammenschluss ist das Streben nach Marktmacht. Selbst wenn eine Fusion Risiken birgt und Übernahmen zuweilen zu teuer bezahlt werden – eine Konsolidierung im Markt hilft oft, eine Erhöhung der Margen für die Player herbeizuführen“.

Auch vor diesem Hintergrund hat Axa im vergangenen Jahr im wahrsten Sinne des Wortes eine XL-Übernahme getätigt. Die Grundvoraussetzungen stimmten. Anders als bei den beiden zuvor genannten Banken ging es beim französischen Konzern weniger um den Exit aus einer Notlage, sondern um eine strategische „Eroberung“. Mit XL könne man sein bisher vor allem auf Lebensversicherungen und Vermögensverwaltung konzentriertes Geschäftsmodell verstärkt auf Schaden- und Unfallversicherungen ausrichten, hieß es.

In der Kritik stand die hohe Kaufsumme von 15,3 Mrd. Dollar. Die Schuldenquote würde erheblich belastet. Thomas Buberl wusste das. Der CEO erhofft sich perspektivisch aber einen enormen Schub gegenüber der Konkurrenz. „2018 war ein strukturierendes Jahr, 2019 sind unsere Prioritäten die Integration von XL und die Verringerung unserer Verschuldung. Wir machen nichts anderes.“

Trend: Ob es jemals eine Megafusion zwischen Zurich und Generali oder Allianz und Axa geben wird? Kaum vorstellbar. Gefährlich wird es, wenn die Mächtigen immer mächtiger werden und der Abstand zum Rest immer größer. Auszuschließen ist das nicht.

Autor: Michael Stanczyk

Teil eins: Blöcke in Ketten – Blockchain

Teil zwei: Leben am Limit – Lebensversicherung

Teil drei: Die „Anpeitscher“ Insurtechs

Teil vier: Cyberversicherungen

Teil fünf: Wohlfühloase Arbeit

Teil sechs: Fahren ohne Fahrer

Teil sieben: Datenflut unter Kontrolle

Teil acht: Schlechtes Klima

Teil neun: Kunst der Intelligenz

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