Existenz-Check: Zehn Entwicklungen, die Versicherung zum Beben bringen

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Was bedeutet Zukunft für die Versicherer wirklich? Wie müssen sich die Unternehmen strategisch aufstellen und wo umstellen? Wann droht im schlimmsten Fall eine Bruchlandung? Vor diesem Hintergrund hat die Redaktion Versicherungswirtschaft die zehn spannendsten Entwicklungen in der Branche untersucht, die man nicht verpassen darf. Heute im Check: die Blockchain.

Blöcke in Ketten

Das Geständnis zuerst: als ich vor einigen Jahren mit einem hochrangigen McKinsey-Manager sprach und mit dem Begriff Blockchain konfrontiert wurde, wusste ich nicht sehr viel darüber. Könnten Sie etwa einem Kind im Grundschulalter in einfachen Worten erklären, worum es wirklich geht?

Ein schwieriges Unterfangen. Die Blockchain ist eine Datenbank, die aus einer Kette von Datenblöcken besteht. Diese Kette wird ständig um neue Blöcke erweitert, in denen Transaktionen abgelegt werden. Das Prinzip lässt sich mit einem Buchhalter vergleichen, der täglich alle Überweisungen in einem Netzwerk auf ein Blatt Papier schreibt und dieses abends in einen großen Ordner heftet.

Das Blatt Papier wäre der Datenblock, der Ordner die Blockchain. Welche Informationen dabei in den Datenblöcken gespeichert werden – Bitcoins, Besitzurkunden, Frachtbücher – ist egal. Ein guter Buchhalter sorgt dafür, dass ein Register fehlerfrei ist und nur tatsächlich durchgeführte Transaktionen verzeichnet. Bei der Blockchain übernimmt ein Abstimmungsmechanismus die Rolle des Buchhalters. Mit seiner Hilfe entscheiden alle Teilnehmer darüber, welche Datenblöcke als ungültig aussortiert und welche als gültig akzeptiert werden.

Wie genau Einigkeit unter den Teilnehmern hergestellt wird, unterscheidet sich je nach Blockchain-Anwendung. Beim Bitcoin entscheiden etwa diejenigen, die die größte Rechenleistung besitzen und so die Datenbank am Laufen halten. Haben die Teilnehmer einen neuen Datenblock überprüft und akzeptiert, wird er an die Kette angehängt. Diese wird mit der Zeit immer länger. Warum das alles für Versicherer so zukunftsweisend ist? Weil sich dadurch die Effizienz entlang der Wertschöpfungskette der Rück-/Versicherungswirtschaft deutlich erhöht – in einigen Fällen um bis zu 30 Prozent, glauben Experten.

Entsprechend experimentieren Allianz, Munich Re, Generali, Scor und Co. im Rahmen der Blockchain Insurance Industry Initiative auf verschiedenen Ebenen mit den Möglichkeiten der Blockchain-Technik und der breiter gefassten Distributed Ledger Technologie (DLT). Bei großen Naturkatastrophen etwa kann sofort ermittelt werden, wer von einem Schadensfall betroffen ist und auf welchen Versicherer und Rückversicherer welche Summen zukommen. „Diese innovativen Lösungen kommen dank der höheren Geschwindigkeit, Transparenz, Qualität und Sicherheit sowie der geringeren Kosten sowohl den Versicherungsgesellschaften als auch den Kunden zugute“, heißt es vonseiten der Branche.

Trend: Die B3i-Initiative der globalen Insurance-Leader ist der Anfang einer großen Bewegung. Darüber hinaus hat die Bundesregierung die Blockchain-Strategie verabschiedet und damit erste Leitplanken gesetzt. Solide Grundlagen für mehr. Und mehr wird kommen.

Autor: Michael Stanczyk

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