SCHLAGLICHT

Allianz Commercial: „Wir suchen das Neugeschäft nicht um jeden Preis“

Für Furore sorgte Allianz Commercial zuletzt mit der Auslagerung des Cyber-Neugeschäfts an den US-Spezialisten Coalition. Dass der Schritt anfangs Erklärungsbedarf auslöste, räumt Michael Furtschegger im Gespräch mit VWheute ein. „Aber wir haben die Kunden dann von uns aus offensiv über diesen Schritt informiert.“ Bei der Debatte um unbewusst mitversicherte KI-Risiken (Silent AI) reagiert er gelassen. Ähnlich wie zu Beginn der Cyber-Welle verzichtet der Industrieversicherer vorerst auf pauschale KI-Ausschlüsse in den Bedingungen.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

FM-Deutschland-Chefin Hannah Witzel: „Ein Ausfall ist in dieser Branche schlicht inakzeptabel“

Seit drei Jahren führt Hannah Witzel das Geschäft von FM in Deutschland, Österreich und Osteuropa. Vor dem GVNW-Symposium spricht die Managerin im VWheute-Interview über Parität im Management, den Boom bei Rechenzentren und den Vorstoß in das mittelständische Segment.

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Heinz kontert Wiens: BVK lehnt Bafin-Überlegungen zur Verlängerung der Stornohaftung ab

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute spricht sich gegen die Überlegungen der Finanzaufsicht Bafin aus, die Stornohaftungszeit in der Lebensversicherung über die derzeit üblichen fünf Jahre hinaus zu verlängern. Die Aufsichtsbehörde begründet ihre Erwägungen mit neuen Wechselmöglichkeiten im Zuge der Reform der privaten Altersvorsorge und den daraus entstehenden Risiken für die Versicherer. Der BVK reagierte prompt.

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Swiss Re sieht keinen exzessiven Kapitalüberschuss im Markt

Das weltweit verfügbare Risikokapital in der Rückversicherung legte im Zeitraum von 2019 bis 2025 um jährlich fünf Prozent zu. Dennoch warnt die Swiss Re vor der Annahme einer Schwemme an exzessivem Kapital. Anlässlich eines Mediengesprächs in Monte Carlo betonten Urs Baertschi, CEO Property & Casualty, und Gianfranco Lot, Chief Underwriting Officer Property & Casualty, dass der Kapitalzuwachs lediglich die stark steigenden abzusichernden Vermögenswerte widerspiegele. Die gegenwärtige Branchenkapitalisierung sei keineswegs exzessiv.

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Julia Wiens: „Das kann zu hohen Mittelabflüssen und somit Liquiditätsbedarfen führen“

Mit dem Start der neuen privaten Altersvorsorge zum Jahreswechsel vereinfachen sich die Förderregelungen, die Produktwelt wird vielfältiger. Auf der anderen Seite können der stärkere Wettbewerb und die leichteren Wechselmöglichkeiten Liquiditäts- und Ertragsrisiken für Lebensversicherer mit sich bringen, warnt die Bafin. Julia Wiens verweist darauf, dass dies vor allem dann gelte, wenn Bestandskunden ihr Kapital auf einen Vertrag bei einem anderen Anbieter übertragen möchten. Ein solches Szenario könne zu hohen Mittelabflüssen und Liquiditätsbedarf führen. „Das ist eine Aufgabe für das Risikomanagement. Darin müssen die Versicherer Stornorisiken angemessen berücksichtigen“, fordert die Exekutivdirektorin.

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Corify meldet Durchbruch bei digitaler Platzierung von Industrierisiken

Die Hypoport-Tochter Corify hat eine Plattform geschaffen, auf der Industrierisiken durchgängig digital platziert werden können. Makler und Versicherer sollen dadurch künftig an nur noch einem gemeinsamen Datensatz arbeiten, anstatt Risikobeschreibungen mittels E-Mails, Excel-Tabellen und PDF-Dateien auszutauschen. VWheute hat nachgefragt, wie viele Versicherer und Makler sich dem Projekt bereits angeschlossen haben.  

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MÄRKTE & VERTRIEB

Aon: „Industrieller Sachversicherungsmarkt wird käuferfreundlicher“

Der Makler Aon wartet in seinem aktuellen „Marktreport 2026“ mit vielen guten Nachrichten für die deutsche Industrie auf: In vielen Sparten schöpfen die Versicherer aus vollen Kapazitäten und die Branche verspürt wieder mehr Risikoappetit. Die schlechte Nachricht: Die Risiken, die Unternehmen absichern müssen, werden komplexer und sind stärker miteinander verknüpft. VWheute hat sich angeschaut, wie man bei Aon auf die Schlüsselsparten Sach, Industriehaftpflicht, Kfz-Flotte, Cyber und D&O blickt.

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Attikon übernimmt Wiener Spezialmakler S.A.V.

Der Makleraufkäufer Attikon baut seine Geschäftstätigkeit in Österreich aus. Im Juni meldeten die Düsseldorfer mit der BHS ihre erste Übernahme auf dem Markt. Jetzt greift das Unternehmen bei der Wiener die S.A.V. Versicherungsmakler GmbH zu.


Axa will KI-Transformation beschleunigen

Die Axa gehört beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zu den Vorreitern im Versicherungsmarkt. Doch jüngst mussten die Franzosen ihren Spitzenplatz im Branchenranking „Evident AI Index for Insurance“ an den Rivalen Allianz abtreten. Nun holt sich die Axa den Technologieanbieter Publicis Sapient ins Haus, „um die nächste Phase der KI-Transformation zu beschleunigen“, so die ehrgeizige Ankündigung des Pariser Konzerns.

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Hannover Rück erwartet „leicht rückläufige Preise“ in der Schaden-Rückversicherung

Die Hannover Rück erwartet in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2027 leicht sinkende Preise in ihrem Schaden-Rückversicherungsgeschäft. Zugleich geht der weltweit drittgrößte Rückversicherer von „überwiegend stabilen Konditionen“ aus. CEO Clemens Jungsthöfel glaubt, dass das Wettbewerbsumfeld rauer wird. Trotzdem wolle der Konzern nur dort wachsen, „wo Preise und Risiken im Einklang stehen“, wie Vorstand Sven Althoff in Monte Carlo hinzufügte.  

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HDI Global erhält grundsätzliche Zusage für eigenes Lloyd’s-Syndikat

Der Industrieversicherer HDI Global UK & Ireland hat vom Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s die grundsätzliche Genehmigung zur Gründung eines neuen Syndikats erhalten. Dies teilte das Unternehmen mit. Die finale Zeichnungserlaubnis wird für die kommenden Monate erwartet, sobald alle weiteren regulatorischen und operativen Voraussetzungen erfüllt sind.

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POLITIK & REGULIERUNG

Skalieren statt Fusionieren

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich an einem Wendepunkt. Mit der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie, den Ergebnissen der FinanzKommission Gesundheit (FKG), dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG, Kabinettsentwurf vom 15. Juli 2026) adressiert die aktuelle Reformagenda des Bundesministeriums für Gesundheit gleichzeitig die Themen Finanzierung, Digitalisierung, Datennutzung und Versorgungssteuerung. Ein Überblick von Convista-Expertin Eva Maria Reuter.


Rückversicherer warnen vor unberechenbarer Weltordnung

Thierry Léger, CEO des französischen Rückversicherers Scor, und sein Chief Underwriting Officer Jean-Paul Conoscente zeichnen in Monte Carlo das Bild einer „Disrupted World“. Eine kontinuierliche, kalkulierbare Entwicklung gehöre der Vergangenheit an. Stattdessen mache eine Sequenz unberechenbarer Schocks das Risikomanagement extrem komplex.

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Munich Re: Non-Peak Perils auf dem Vormarsch

Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re kann sich über hervorragende Renditen freuen. Doch hinter den Kulissen blickt der Branchenprimus mit Sorge auf eine Welt, die von geopolitischen Spannungen und dem Klimawandel gezeichnet ist. Für Rückversicherer stehen mehrere Kernaufgaben im Fokus: Risiken verringern, Schadenszenarien exakt vorhersagen und Schäden bezahlen. Kritik übt die Munich Re an Sidecars.


Hagelsturm in der Schweiz kommt Versicherer teuer zu stehen

Ein schweres Hagelunwetter in der Schweiz hat zu großen Schäden geführt. Allein die Allianz Suisse registrierte bislang mehr als 11.000 Schadenmeldungen an Fahrzeugen. „Die Zahl steigt weiterhin an“, teilte der Versicherer mit. Dort setzt man nun auf spezielle „Hagel-Drive-Ins“, um die Schadenregulierung zu beschleunigen. Hart traf es auch den Schweizer Anbieter Mobiliar. Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re rechnet für die Unwetterserie, die neben der Schweiz auch Deutschland, Frankreich und Italien traf, mit versicherten Schäden von bis zu 2,5 Mrd. Euro.

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Willis: Industrieversicherer locken mit Kapazitäten, doch nachlässige Kunden werden abgestraft

Die Industrieversicherer haben nach Einschätzung des Maklers Willis „wieder Wachstumsappetit“ zurückerlangt, wollen aber genauer wissen, welche Risiken sie einkaufen. Unternehmen, die den Underwritern nicht die relevanten Informationen liefern, dürften es deshalb trotz reichlich vorhandener Kapazität schwer haben, so die Überzeugung der Marktbeobachter. Das gilt vor allem in der Kfz-Versicherung. Vergleichsweise entspannt geht es in der Cyber- und D&O-Sparte zu.

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KÖPFE & POSITIONEN

Axa XL befördert Markus Posberg

Der Industrieversicherer Axa XL hat den langjährigen Deutschlandchef für das Property-, Construction- und Energy-Underwriting befördert: Markus Posberg ist künftig für ganz Europa sowie den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum zuständig. Posberg folgt auf Laurent Richème, der jüngst zum Global Chief Underwriting Officer Property bei Axa XL ernannt wurde.

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Andreas Kessler lotst früheren Everest-Gefährten zu Dual

Der Assekuradeur Dual wollte im Spätsommer 2026 bereit sein für den operativen Start ins Sachversicherungsgeschäft – und das ist den Kölnern zum 1. September auch gelungen. Pünktlich zum Markteintritt bekommt der neue Property-DACH-Chef Andreas Kessler nun Unterstützung von einem ehemaligen Teamkollegen: Andre Staniek verlässt nun ebenfalls den Industrieversicherer Everest, um Aufbauarbeit bei Dual zu leisten.

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Mehr Machtfülle für Laurent Rousseau bei Marsh Re

Der US-Großmakler Marsh hat Laurent Rousseau befördert. Der bisherige Europa- und IMEA-Chef der Rückversicherungsmaklertochter Guy Carpenter, die kürzlich in Marsh Re umbenannt wurde, ist zum Head of International aufgestiegen. Damit ist der einstige Scor-Chef nicht mehr nur für die Märkte in Europa sowie Indien, Naher Osten und Afrika (IMEA) zuständig, sondern ab sofort auch für die Regionen Asien, Pazifik, Lateinamerika und Karibik.  

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Maik Braun wechselt von der Allianz zu Canada Life

Zum 1. Oktober übernimmt Maik Braun die Position des Director Sales bei Canada Life Assurance Europe. Der 51-Jährige berichtet an den Chief Distribution Officer Frederick Krummet. Braun bringt langjährige Erfahrung in der Versicherungsbranche mit. Zuvor arbeitete er für die Allianz.