SCHLAGLICHT

Marcel Braun: „Fordert ein Anbieter einen Nachweis über eine Cyberpolice als Bedingung für D&O-Schutz bei Digitalrisiken, fällt er bei uns im Ranking nach unten“

Marcel Braun ist seit über vier Jahren CEO beim Spezialmakler Hendricks. Das Unternehmen sieht der Manager als Kaderschmiede der Branche. „Wenn Sie sich auf Fachforen in Deutschland umsehen, werden Sie feststellen, dass sehr viele Experten irgendwann eine Station bei Hendricks durchlaufen haben“, sagt er stolz. Im großen Interview mit VWheute spricht Braun über den scharfen Wettbewerb, das Versagen von KI bei komplexen Deckungsfragen und warum eine reine Konzern-D&O für Führungskräfte längst nicht mehr ausreicht.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Swiss Re sieht keinen exzessiven Kapitalüberschuss im Markt

Das weltweit verfügbare Risikokapital in der Rückversicherung legte im Zeitraum von 2019 bis 2025 um jährlich fünf Prozent zu. Dennoch warnt die Swiss Re vor der Annahme einer Schwemme an exzessivem Kapital. Anlässlich eines Mediengesprächs in Monte Carlo betonten Urs Baertschi, CEO Property & Casualty, und Gianfranco Lot, Chief Underwriting Officer Property & Casualty, dass der Kapitalzuwachs lediglich die stark steigenden abzusichernden Vermögenswerte widerspiegele. Die gegenwärtige Branchenkapitalisierung sei keineswegs exzessiv.

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Julia Wiens: „Das kann zu hohen Mittelabflüssen und somit Liquiditätsbedarfen führen“

Mit dem Start der neuen privaten Altersvorsorge zum Jahreswechsel vereinfachen sich die Förderregelungen, die Produktwelt wird vielfältiger. Auf der anderen Seite können der stärkere Wettbewerb und die leichteren Wechselmöglichkeiten Liquiditäts- und Ertragsrisiken für Lebensversicherer mit sich bringen, warnt die Bafin. Julia Wiens verweist darauf, dass dies vor allem dann gelte, wenn Bestandskunden ihr Kapital auf einen Vertrag bei einem anderen Anbieter übertragen möchten. Ein solches Szenario könne zu hohen Mittelabflüssen und Liquiditätsbedarf führen. „Das ist eine Aufgabe für das Risikomanagement. Darin müssen die Versicherer Stornorisiken angemessen berücksichtigen“, fordert die Exekutivdirektorin.

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Corify meldet Durchbruch bei digitaler Platzierung von Industrierisiken

Die Hypoport-Tochter Corify hat eine Plattform geschaffen, auf der Industrierisiken durchgängig digital platziert werden können. Makler und Versicherer sollen dadurch künftig an nur noch einem gemeinsamen Datensatz arbeiten, anstatt Risikobeschreibungen mittels E-Mails, Excel-Tabellen und PDF-Dateien auszutauschen. VWheute hat nachgefragt, wie viele Versicherer und Makler sich dem Projekt bereits angeschlossen haben.  

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Nürnberger führt Schadengeschäft zusammen

Die Nürnberger entflechtet ihre gesellschaftsrechtliche Struktur in der Schaden- und Unfallversicherung. Im Zuge einer Neuordnung werden der Kfz-Spezialist Garanta und der Beamtenversicherer NBA auf die Nürnberger Allgemeine (NAV) verschmolzen. Die NAV übernimmt in der Gruppe künftig die Rolle des zentralen Risikoträgers im Schaden-/Unfallgeschäft.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Hannover Rück erwartet „leicht rückläufige Preise“ in der Schaden-Rückversicherung

Die Hannover Rück erwartet in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2027 leicht sinkende Preise in ihrem Schaden-Rückversicherungsgeschäft. Zugleich geht der weltweit drittgrößte Rückversicherer von „überwiegend stabilen Konditionen“ aus. CEO Clemens Jungsthöfel glaubt, dass das Wettbewerbsumfeld rauer wird. Trotzdem wolle der Konzern nur dort wachsen, „wo Preise und Risiken im Einklang stehen“, wie Vorstand Sven Althoff in Monte Carlo hinzufügte.  

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HDI Global erhält grundsätzliche Zusage für eigenes Lloyd’s-Syndikat

Der Industrieversicherer HDI Global UK & Ireland hat vom Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s die grundsätzliche Genehmigung zur Gründung eines neuen Syndikats erhalten. Dies teilte das Unternehmen mit. Die finale Zeichnungserlaubnis wird für die kommenden Monate erwartet, sobald alle weiteren regulatorischen und operativen Voraussetzungen erfüllt sind.

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Swiss Re rechnet mit Milliardenprämien dank Investitionsboom

Die globale Wirtschaft steuert auf einen Investitionssuperzyklus zu. Billionen von Dollar fließen derzeit in den Aufbau von Rechenzentren, die Modernisierung von Energiesystemen und den Ausbau strategischer Infrastruktur. Das Swiss Re Institute rechnet vor, dass allein KI-Rechenzentren und die Infrastruktur für erneuerbare Energien zwischen 2026 und 2030 rund 200 Mrd. US-Dollar an kumulierten Industrieversicherungsprämien generieren könnten. „KI benötigt Rechenzentren, Stromnetze sowie zunehmend komplexe Infrastruktur – und all das muss versichert werden“, sagt Swiss-Re-Manager Gianfranco Lot.

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Zwei-Milliarden-Dollar-Geschäft: EQT löst Warburg Pincus als Mehrheitseigner von McGill ab

Die schwedische Beteiligungsgesellschaft EQT hat sich mit Warburg Pincus auf die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung am britischen Versicherungsmakler McGill and Partners geeinigt. Im Rahmen der Transaktion wird das Unternehmen mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Warburg Pincus hat den Start von McGill im Jahr 2019 finanziert und steigt jetzt vollständig aus.

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Moody’s warnt Versicherer vor wachsender MGA-Abhängigkeit

Enden die Versicherer irgendwann einmal als reine Kapitalbereitsteller für hochspezialisierte Vermittler? So weit geht ein Bericht der Ratingagentur Moody’s nicht, aber die Experten erheben vorsorglich den mahnenden Zeigefinger. Demnach droht den Versicherern ein zunehmender Kontrollverlust, wenn sie Managing General Agents (MGAs) bereitwillig Margen und Kundenbindung überlassen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Rückversicherer warnen vor unberechenbarer Weltordnung

Thierry Léger, CEO des französischen Rückversicherers Scor, und sein Chief Underwriting Officer Jean-Paul Conoscente zeichnen in Monte Carlo das Bild einer „Disrupted World“. Eine kontinuierliche, kalkulierbare Entwicklung gehöre der Vergangenheit an. Stattdessen mache eine Sequenz unberechenbarer Schocks das Risikomanagement extrem komplex.

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Munich Re: Non-Peak Perils auf dem Vormarsch

Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re kann sich über hervorragende Renditen freuen. Doch hinter den Kulissen blickt der Branchenprimus mit Sorge auf eine Welt, die von geopolitischen Spannungen und dem Klimawandel gezeichnet ist. Für Rückversicherer stehen mehrere Kernaufgaben im Fokus: Risiken verringern, Schadenszenarien exakt vorhersagen und Schäden bezahlen. Kritik übt die Munich Re an Sidecars.


Hagelsturm in der Schweiz kommt Versicherer teuer zu stehen

Ein schweres Hagelunwetter in der Schweiz hat zu großen Schäden geführt. Allein die Allianz Suisse registrierte bislang mehr als 11.000 Schadenmeldungen an Fahrzeugen. „Die Zahl steigt weiterhin an“, teilte der Versicherer mit. Dort setzt man nun auf spezielle „Hagel-Drive-Ins“, um die Schadenregulierung zu beschleunigen. Hart traf es auch den Schweizer Anbieter Mobiliar. Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re rechnet für die Unwetterserie, die neben der Schweiz auch Deutschland, Frankreich und Italien traf, mit versicherten Schäden von bis zu 2,5 Mrd. Euro.

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Willis: Industrieversicherer locken mit Kapazitäten, doch nachlässige Kunden werden abgestraft

Die Industrieversicherer haben nach Einschätzung des Maklers Willis „wieder Wachstumsappetit“ zurückerlangt, wollen aber genauer wissen, welche Risiken sie einkaufen. Unternehmen, die den Underwritern nicht die relevanten Informationen liefern, dürften es deshalb trotz reichlich vorhandener Kapazität schwer haben, so die Überzeugung der Marktbeobachter. Das gilt vor allem in der Kfz-Versicherung. Vergleichsweise entspannt geht es in der Cyber- und D&O-Sparte zu.

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Qualitätsverlust und steigende Prämien für Fahranfänger?

Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Fahrlehrergesetzes soll die Fahrschulausbildung entbürokratisiert, modernisiert und zukunftsfähig gestaltet werden. Dies ist das Ziel des intendierten Gesetzesentwurfs. Unter anderem sind dafür rechtliche Änderungen im Fahrlehrergesetz erforderlich. Im Fokus der Betrachtung steht der Führerschein Klasse B für Pkw. Rainer Grim, Produktentwickler Kraftfahrt bei der R+V, analysiert.

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KÖPFE & POSITIONEN

Andreas Kessler lotst früheren Everest-Gefährten zu Dual

Der Assekuradeur Dual wollte im Spätsommer 2026 bereit sein für den operativen Start ins Sachversicherungsgeschäft – und das ist den Kölnern zum 1. September auch gelungen. Pünktlich zum Markteintritt bekommt der neue Property-DACH-Chef Andreas Kessler nun Unterstützung von einem ehemaligen Teamkollegen: Andre Staniek verlässt nun ebenfalls den Industrieversicherer Everest, um Aufbauarbeit bei Dual zu leisten.

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Mehr Machtfülle für Laurent Rousseau bei Marsh Re

Der US-Großmakler Marsh hat Laurent Rousseau befördert. Der bisherige Europa- und IMEA-Chef der Rückversicherungsmaklertochter Guy Carpenter, die kürzlich in Marsh Re umbenannt wurde, ist zum Head of International aufgestiegen. Damit ist der einstige Scor-Chef nicht mehr nur für die Märkte in Europa sowie Indien, Naher Osten und Afrika (IMEA) zuständig, sondern ab sofort auch für die Regionen Asien, Pazifik, Lateinamerika und Karibik.  

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Maik Braun wechselt von der Allianz zu Canada Life

Zum 1. Oktober übernimmt Maik Braun die Position des Director Sales bei Canada Life Assurance Europe. Der 51-Jährige berichtet an den Chief Distribution Officer Frederick Krummet. Braun bringt langjährige Erfahrung in der Versicherungsbranche mit. Zuvor arbeitete er für die Allianz.


Geschäftsführerwechsel bei Insurgo: Leippold geht, Kugelmann kommt

Insurgo-Gründer Yannick Leippold verlässt den auf Makler spezialisierten Servicedienstleister zu Ende September. Seinen Platz in der Geschäftsführung übernimmt der frühere iS2- und Ottonova-Manager Felix Kugelmann. Was ihn an der neuen Aufgabe bei dem Berliner Unternehmen reizt, hat er VWheute gesagt.

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