SCHLAGLICHT

Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut: „Wir laufen Gefahr, eine ähnliche Situation erneut zu erleben“

Mehr gezielter Hochwasserschutz an Flüssen ist möglich. Die Entwicklungen am Beispiel der Ahr zeigen aber, dass die Umsetzung viel zu lange dauert. Nach Ansicht von Wissenschaftlern und Versicherern wird es durch den Klimawandel künftig öfter zu Naturkatastrophen kommen. Zurich-Deutschland-Vorstand Horst Nussbaumer warnte bei einem Vor-Ort-Besuch vor einer Überforderung der Versicherungswirtschaft. Die Branche könne Schäden zwar finanziell abfedern, echte Resilienz entstehe aber „nur in Kombination mit konsequenter Prävention“. VWheute mit Eindrücken aus Bad Neuenahr-Ahrweiler fünf Jahre nach der großen Katastrophe.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Warnsignal für Generali: Staat droht mit harten Eingriffen in Italiens Versicherungsbranche

Die italienische Regierung erhöht den Druck auf den heimischen Finanzsektor und droht mit direkten staatlichen Eingriffen bei den Eigentümerstrukturen heimischer Versicherer. Damit soll sichergestellt werden, dass die Ersparnisse der Bürger der italienischen Wirtschaft zugutekommen. „Die Regierung wird ihren Teil dazu beitragen und – falls erforderlich – Veränderungen der Eigentümerstrukturen nicht gleichgültig gegenüberstehen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Rede des Wirtschaftsministers Giancarlo Giorgetti auf der Jahresversammlung des italienischen Versicherungsverbands Ania. Die Aussagen gelten in Finanzkreisen als Warnsignal für die Zukunft von Generali.

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Attikon kauft Molami Finanzberatung

Die Düsseldorfer Attikon-Gruppe macht mit ihrem Expansionskurs im Bereich der Firmen- und Gewerbeversicherungen weiter. Der Makleraufkäufer übernimmt die auf Kreditversicherungen und Forderungsmanagement spezialisierte Molami Finanzberatung. Finanzielle Details werden nicht genannt.


Katharina Amann wechselt Job innerhalb der Allianz

Die ehemalige Volkswagen Autoversicherung-Chefin Katharina Amann übernimmt die Co-Leitung des wichtigen Bereichs Kraftfahrtschaden bei der Allianz Versicherungs‑AG. Den Job teilt sich die Managerin mit der erfahrenen Kollegin Stefanie Thier. Amann sammelte im vergangenen Jahr unter Renate Wagner internationale Erfahrungen als Leiterin der Geschäftseinheit Asia Pacific.


Manteltarifgespräche in Dortmund: Der Durchbruch lässt auf sich warten

„Transformation darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten stattfinden!“ Mit dieser Kernforderung zog die Gewerkschaft Verdi in die zweite Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen (AGV). In Dortmund wurde ausgelotet, welche Änderungen am Manteltarifvertrag machbar sind – beide Seiten lobten hinterher die „konstruktiven“ Gespräche. Doch der Weg zur Einigung scheint noch weit, denn es geht um viel.

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Signal Iduna kommt bei SHB-Übernahme voran

Die Signal Iduna will den kleinen Spezialversicherer SHB noch in diesem Jahr übernehmen. Es geht um rund 10.000 Verträge des Unternehmens aus Königswinter, das eng mit dem Bäckerhandwerk verbunden ist. Die Finanzaufsicht Bafin muss dem Deal noch zustimmen. Die Übernahme zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab, nachdem die SHB die Signal Iduna aufgrund finanzieller Schwierigkeiten um Hilfe gebeten hatte.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Allianz-Chef Oliver Bäte: „Die Party ist zu Ende“

In der Diskussion um deutsche Regierungsreformen in den Bereichen Gesundheit, Rente und Arbeitsrecht bewertet Oliver Bäte die vorliegenden Vorschläge als eine „gute Basis“. Der Allianz-Chef betont in einem Interview mit dem Handelsblatt die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, da sich Deutschland in den vergangenen Jahren viele Privilegien durch eine im internationalen Vergleich höhere Produktivität und finanzstarke Unternehmen habe leisten können. Er stellt klar: „Die Party ist zu Ende.“ Nach Meinung des Managers behindere ein strenger Kündigungsschutz die wirtschaftliche Transformation. Volkswirtschaften mit solchen Regularien würden dazu neigen, vermehrt in traditionelle Industrien zu investieren und weniger Innovationen zu wagen.

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Blau Direkt bindet Münchner Online-Makler an sich

Der Lübecker Maklerpool und Technologiedienstleister Blau Direkt übernimmt den Münchner Online-Makler i-finance. Der Zukauf erfolgt über die Blau-Direkt-Tochter Tjara, die auf die Konsolidierung von Maklerbeständen spezialisiert ist. Damit geht auch das Vertriebsportal BesserBerater.de, das von i-finance betrieben wird, in den Besitz der Norddeutschen über. Tjara-Chef Dirk Henkies sieht in dem Erwerb des digitalen Vermittlerbetriebs auch ein „Signal für den gesamten Maklermarkt“.


Maklerverbund vfm legt bei Provisionserlösen und Gewinn kräftig zu

Die vfm-Gruppe ist im Geschäftsjahr 2025 stark gewachsen. Der inhabergeführte Maklerverbund aus Pegnitz steigerte seine Provisionserlöse gegenüber dem Vorjahr um knapp 42 Prozent auf 89,6 Mio. Euro. Auch beim Gewinn verzeichnete die Gruppe ein kräftiges Plus, wie VWheute auf Nachfrage erfuhr. Das Management nutzt das solide Zahlenwerk sogleich, um Werbung in eigener Sache zu betreiben: Erfolgreiches Wachstum brauche „weder Finanzinvestoren noch den nächsten Eigentümerwechsel“, hieß es aus Oberfranken.

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Insurtech-Markt erholt sich, Investoren-Gelder fließen selektiver

Der globale Insurtech-Markt befindet sich nach einer Phase der Ernüchterung wieder im Aufwind. Zu diesem Ergebnis kommt ein Marktbericht des japanischen IT-Dienstleisters NTT Data. Nach drei Jahren rückläufiger Entwicklung habe sich die Finanzierung stabilisiert und sei wieder in eine Wachstumsphase zurückgekehrt, lautet das Resümee der Fachleute.

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BCA will nach überstandenem Investitionsfieber wieder in Gewinnzone zurückkehren

Der Maklerpool BCA hat im Geschäftsjahr 2025 den höchsten Umsatz seiner 40-jährigen Firmengeschichte erzielt, allerdings drückten hohe Investitionskosten auf den Ertrag. Nach einer schwarzen Null im Jahr 2024 drehte der operative Gewinn im Folgejahr ins Minus. Der Vorstand begründete das negative EBIT mit „Investitionen in IT, Vertrieb und personelle Kapazitäten“. 2026 will die BCA wieder Geld verdienen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Juli-Erneuerung: Hohes Kapitalangebot drückt Rückversicherungspreise

Der globale Rückversicherungsmarkt erlebt zur Jahresmitte 2026 eine Dynamisierung. Hohe Renditen der Rückversicherer haben zu einem üppigen Kapitalangebot und einem scharfen Wettbewerb geführt, berichtet Gallagher Re in seinem First-View-Bericht. Die Entwicklung, die sich im ersten Quartal abzeichnete, hat sich bei den Vertragserneuerungen zum 1. Juli nun beschleunigt. Erstmals seit längerer Zeit sind Erstversicherer wieder in der Lage, passgenaue und auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Konditionen über fast alle Sparten hinweg durchzusetzen.

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Klimawandel: Fitch fordert mehr Innovation bei Versicherern und Ausbau von öffentlich-privaten Partnerschaften

Während die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen wie Waldbränden und Starkregen weltweit zunehmen, droht die Schere zwischen ökonomischen Schäden und tatsächlich versicherten Summen immer weiter auseinanderzugehen. Eine aktuelle Analyse der Ratingagentur Fitch Ratings zeichnet ein gefährliches Bild für die Branche: Ohne große Innovationen, regulatorischen Anpassungen und staatlichen Absicherungsprogramme drohen vielen Sachversicherern langfristige Geschäftsverluste und erhebliche Risiken für ihre finanzielle Stabilität.

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Finanzexperte Weinmann hadert mit Altersvorsorgedepot: „Stellen Sie sich vor, die gesetzliche Rentenversicherung würde mit 85 Jahren die Zahlung einstellen“

Die Lebensversicherung werde „jetzt vom Sockel gestoßen“, kommentiert Finanzwissenschaftler Hermann Weinmann die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge – wozu auch ein „Eigenverschulden“ der Branche beigetragen habe, wie er in einem Interview hinzufügt. Dass eine lebenslange Rente kein zwingend förderwürdiges Kriterium mehr ist, bedauert Weinmann. Mit Blick auf das geplante Altersvorsorgedepot wähnt er Versicherer mit eigener Fondsgesellschaft im Vorteil – diese könnten künftig „aus allen Rohren schießen“. Als große Reform-Verlierer sieht der Finanzexperte die Versicherungsvermittler, womöglich drohe ein „Vermittlerproletariat“.

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Nach Erdbeben: Kaum Hoffnung auf Versicherungsgelder für Venezuelas Wirtschaft

Zwei verheerende Erdbeben haben vergangene Woche Venezuela erschüttert. Während die wirtschaftlichen Schäden die Landesökonomie in Milliardenhöhe belasten, wird die internationale Versicherungsbranche voraussichtlich nur einen Bruchteil der Kosten tragen müssen. Zu dieser Einschätzung kommt der Maklerkonzern Aon.

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Swiss-Re-Bericht: Schweiz muss beim Schutz vor extremer Hitze nachbessern

Der Rückversicherer Swiss Re sieht die Schweiz nicht ausreichend gerüstet vor Hitzewellen und die damit verbundenen Folgen. Extreme Temperaturen könnten einem Bericht des Swiss Re Institute zufolge sogar den Schutz des Landes vor klassischen Naturgefahren, wie Überschwemmungen mindern.

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KÖPFE & POSITIONEN

Thomas Moll und Tobias Sticht steigen in die Geschäftsführung von Aon auf

Großmakler Aon Deutschland erweitert seine Geschäftsführung. Thomas Moll, bislang Regionalleiter Süd und Leiter Broking Süddeutschland, sowie Tobias Sticht, der zuvor als Chief Commercial Officer agierte, wurden zum 1. Juli in die Leitungsebene des Unternehmens berufen. Aon plant, die Kundennähe in den einzelnen Regionen enger mit einer zentralen Steuerung zu verknüpfen.


Florian Modler steigt zum Geschäftsführer bei Wecoya Mobility auf

Personelle Veränderung an der Spitze von Wecoya Mobility: Florian Modler ist mit sofortiger Wirkung zum weiteren Geschäftsführer des Assekuradeurs bestellt worden. Modler, der bislang als Division Director im Unternehmen tätig war, wird die Gesellschaft künftig gemeinsam mit Tobias Stopp leiten. In seiner neuen Funktion ist der Modler für die strategische und operative Weiterentwicklung des Mobilitätsgeschäfts zuständig.

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Lars Regner steigt bei HDI Global zum Risk-Consulting-Chef für Deutschland auf

Der Industrieversicherer HDI Global hat die Leitung des Bereichs Risk Consulting im deutschen Heimatmarkt an Lars Regner übergeben. Regner, der seit 16 Jahren für die Talanx-Tochter tätig ist, folgte zum 1. Juli auf Jörg Ohlsen. Der Manager, der vor 15 Jahren bei der HDI Risk Consulting GmbH anheuerte, bleibt dem Konzern auch künftig erhalten.  

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Backhaus wird Generalbevollmächtigter bei der WWK

Zum 1. Juli 2026 übernimmt Maximilian Backhaus als Generalbevollmächtigter die Leitung der Organisationsdirektion Sonderdirektion im Partnervertrieb der WWK. Er folgt auf Thomas Heß, der die Funktion seit 2019 zusätzlich zu seiner Aufgabe als Bereichsleiter Marketing in Personalunion innehatte. Heß soll sich künftig wieder voll auf die Leitung des Marketings konzentrieren.


Geschäftsführer Thomas Bayerl verlässt Meag

Thomas Bayerl verlässt den Vermögensverwalter MEAG zum 31. Juli. Der Abschied erfolgt im besten gegenseitigen Einvernehmen, heißt es in einer Mitteilung. Bayerl will sich einer neuen beruflichen Herausforderung widmen. Er arbeitete knapp 18 Jahre bei MEAG.