SCHLAGLICHT

Giulio Terzariol: Generali-Wachstum überwiegend durch Preiserhöhungen getrieben

Die großen europäischen Erst- und Rückversicherer haben vergangene Woche ihre Halbjahresbilanzen vorgelegt. Im Anschluss an das Zahlenwerk ist ein Analysten-Call üblich, um auch kritische Details zu hinterfragen. Bei Generali fand dieser einen Tag später statt: CEO Philippe Donnet und sein Stellvertreter Giulio Terzariol äußerten sich darin zur möglichen Ausweitung der UniCredit-Kooperation, den Kosten der jüngsten Waldbrände sowie zu Übernahmegerüchten und dem organischen Mengenwachstum.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Tokio-Marine-Deal rettet Berkshires Rückversicherung – Geico stürzt ab

Das im März abgeschlossene Quotenrückversicherungsabkommen mit Tokio Marine hat Berkshire Hathaway im zweiten Quartal 2026 vor einem spürbaren Rückgang des Prämienvolumens in der Schaden- und Unfallrückversicherung bewahrt. Ohne die Vereinbarung wären die gebuchten Prämien im Vorjahresvergleich gesunken. Das Versicherungsergebnis geriet konzernweit dennoch unter Druck, weil Geicos Vorsteuergewinn um 45 Prozent auf rund eine Milliarde US-Dollar einbrach.

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Allianz traut dem Rekordkurs noch nicht ganz

Die Allianz legt nach Abschluss des ersten Halbjahres starke Zahlen vor, sie will aber von einer Heraufsetzung ihrer Ziele nichts wissen. „Wir hatten ein ausgezeichnetes erstes Halbjahr. Aber es ist eben erst das erste Halbjahr“, begründete Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre vor Journalisten. Dass die Münchner beim Kauf von KI-Anleihen zu forsch vorgehen könnten, glaubt CEO Oliver Bäte nicht: „Das Anlageportfolio war in den fast 20 Jahren, die ich bei der Allianz bin, noch nie so risikoarm wie heute.“

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Starkes Lebensgeschäft fängt Unwetterschäden ab: Generali steigert Gewinn zweistellig

Italiens größter Versicherer Generali hat im ersten Halbjahr 2026 die Analystenerwartungen auf breiter Front übertroffen. Einziger Wermutstropfen: Durch eine hohe Last an Naturkatastrophen verschlechterte sich die Schaden-Kosten-Quote im Sachgeschäft. Dass der Nettogewinn dennoch zweistellig auf über 2,5 Milliarden Euro kletterte, verdankt der Konzern Rekordzuflüssen in der Lebensversicherung und einem starken Kapitalanlageergebnis.

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Mario Greco fragt Claude, wie die Zurich mit KI besser werden kann

Für die Halbjahreszahlen stand Mario Greco den Journalisten Rede und Antwort. Weniger kritisch ging es beim Video-Interview mit seinem Kommunikationschef Alessio Vinci zu. Doch interessant war die aktive Mitwirkung des KI-Sprachmodells Claude (Anthropic) als Co-Moderator. Mit den Antworten des Roboters war der Zurich-CEO jedoch nicht ganz zufrieden.

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Zurich übertrifft Gewinn-Erwartungen

Zurich-Vorstandschef Mario Greco sieht den Schweizer Versicherungskonzern zur Halbzeit des laufenden Strategiezyklus voll auf Kurs. Sowohl der Betriebs- als auch der Nettogewinn legten in den ersten sechs Monaten des Jahres jeweils um mehr als 13 Prozent zu. Zurich profitiert nicht zuletzt vom KI-Boom, der den weltweiten Bedarf an Rechenzentren massiv befeuert. Auch die Lebensversicherung erweist sich als großer Ertragstreiber. Ärger gibt es allerdings mit der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma – das angestoßene Enforcement-Verfahren zog bereits zahlreiche Entlassungen nach sich. „Wir haben die Führungsstruktur und die Systeme grundlegend neu aufgestellt“, beschwichtigte Greco in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Darin äußerte sich der CEO auch zum Stand der Beazley-Übernahme.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Statt ChatGPT und Claude: US-Versicherer Allstate baut eigenes Sprachmodell

Während die meisten Versicherer auf Kooperationen mit Tech-Giganten wie OpenAI oder Anthropic setzen und deren Standardmodelle ChatGPT oder Claude einbinden, schlägt der US-Sachversicherer Allstate einen anderen Kurs ein: Das Unternehmen entwickelt mit „ALLIE“ ein eigenes Sprachmodell – mit dem Ziel, Vertriebskosten zu senken und sensible Kundendaten im eigenen Haus zu schützen.

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Munich Re korrigiert Umsatzprognose nach unten

Der Rückversicherer Munich Re steigert im zweiten Quartal seinen Konzerngewinn von 2,1 Mrd. Euro auf 2,2 Mrd. Euro. Nach dem ersten Halbjahr beläuft sich das Ergebnis insgesamt auf 3,9 Mrd. Euro. Als Stütze für den Konzern erwiesen sich die Entwicklungen an den Finanzmärkten. Anpassungen nach unten müssen die Münchener bei den Umsatzerwartungen vornehmen. Bei den Waldbränden in Südeuropa rechnet Munich Re nicht mit einem großen Schadensereignis.

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Everest gibt Mexiko-Geschäft an Fairfax ab

Der bermudianische Spezial- und Rückversicherer Everest setzt nach früheren Deals mit AIG und Wawanesa Mutual die Bereinigung seines Portfolios fort und verkauft seine Mexiko-Tochter Compañía de Seguros Generales Everest. Abnehmer ist die kanadische Holdinggesellschaft Fairfax Financial. Das Geschäft soll im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen sein.

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Gallagher Re: Insurtechs ohne KI-Story haben keine Chance

Insurtechs können nach einer längeren Schwächephase wieder mehr Kapital einsammeln. Das Finanzierungsvolumen habe im zweiten Quartal des laufenden Jahres den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2022 erreicht, schreibt der Rückversicherungsmakler Gallagher Re in seinem aktuellen „Global Insurtech Report“. Allerdings haben sich die Spielregeln des Insurtech-Marktes infolge des KI-Booms von Grund auf verändert: „Beeindruckende 99,1 Prozent der Finanzierungsmittel“ seien an Unternehmen mit Schwerpunkt auf künstliche Intelligenz (KI) geflossen, heißt es bei Gallagher Re.

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Corso überträgt Direktportfolio in mexikanischem Industriegeschäft auf GNP Seguros

Die Industrieeinheit Swiss Re Corporate Solutions knüpft exklusive Partnerschaften mit den Versicherern Bajaj General Insurance in Indien und GNP Seguros in Mexico. Die Kooperation auf dem indischen Markt zielt etwa auf Schlüsselbranchen wie die Hightech- und Fertigungsindustrie ab. In Mexiko überträgt Corso ihr gesamtes lokales Direktportfolio im Industriegeschäft auf den neuen Partner.

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POLITIK & REGULIERUNG

Rechtswidrige Rentenkürzungen: Verbraucherzentrale erhöht Druck auf Lebensversicherer

Nach dem richtungsweisenden BGH-Urteil gegen unzulässige Kürzungsklauseln setzt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ihre rechtliche Offensive fort. Während die Allianz Pensionskasse, die Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung und die SV Sparkassenversicherung Lebensversicherung nach Abmahnungen einlenkten und Unterlassungserklärungen abgaben, ziehen die Verbraucherschützer gegen die Pro bAV Pensionskasse und Proxalto Leben vor Gericht.

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Munich-Re-Manager Dalton leitet künftig IUMI-Verband

Bei der International Union of Marine Insurance (IUMI) stehen die Zeichen auf Führungswechsel: Der Munich-Re-Manager Sean M. Dalton steht als einziger Kandidat für die Nachfolge von Verbandspräsident Frédéric Denèfle fest. Im Gegensatz zu vielen anderen Führungskräften bringt er nicht nur jahrelange Erfahrung in den Streitkräften der US-Marine mit, sondern verfügt auch über handfeste praktische Praxis auf See.


Meistert die Allianz die KI-Schuldenwelle?

Die Allianz tut sich über ihre US-Investmenttochter Pimco besonders stark beim Kauf von KI-Anleihen hervor. Die Papiere finanzieren den Bau von Rechenzentren, um die immens wachsende Nachfrage nach künstlicher Intelligenz (KI) zu stillen. Doch manche Experten schauen mit Sorge auf die neuen Finanzierungsmodelle und die gewaltigen Schuldenberge, die damit für die US-Techbranche einhergehen. „Das Risiko trägt unter anderem die Allianz – und deren Kunden“, heißt es in einem Medienbericht.

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Kumamoto-Erdbeben: Verisk beziffert versicherte Schäden auf bis zu 2,1 Mrd. US-Dollar

Ein Erdbeben der Stärke 6,8 hat am 28. Juli die japanische Region Kumamoto auf der Insel Kyushu erschüttert und schwere Schäden hinterlassen. Nach einer ersten fundierten Schadensschätzung des US-Risikomodellierers Verisk belaufen sich die versicherten Sachschäden auf 1,4 bis 2,1 Milliarden Dollar. Die Prognose umfasst direkte Schäden an Wohn- und Gewerbegebäuden, Industrieanlagen sowie genossenschaftlich versicherten Immobilien durch Bodenerschütterungen und Bodenverflüssigung. Letztere sind ein geologisches Phänomen, bei dem sich fester Boden vorübergehend wie eine schwere Flüssigkeit verhält.

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KÖPFE & POSITIONEN

Montagskolumne mit Florian Karle über das Altersvorsorgedepot: „Wir müssen die neue Alternative auch als Konkurrenz der bAV betrachten“

Mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 wird die private Vorsorge flexibler und chancenreicher, glaubt Südvers-Chef Florian Karle. Das verändert seiner Meinung nach auch die Erwartungshaltung von Arbeitnehmern an betriebliche Benefits. Wie Unternehmen drohende Kannibalisierungseffekte zwischen bAV und privatem Depot vermeiden, steigendem Beratungsbedarf begegnen und die bAV weiterhin als starkes Instrument zur Mitarbeiterbindung nutzen, schreibt Karle in der VWheute-Montagskolumne.


Ex-Ideal-Chef Beck wechselt zur KS/Auxilia

Ende Juni kehrte Maximilian Beck der Ideal Versicherungsgruppe überraschend den Rücken – nun steht seine Zukunft fest: Zum 1. September steigt Beck beim Münchner Rechtsschutzversicherer KS/Auxilia ein. Zum 1. September wechselt er zur KS/Auxilia in die Geschäftsführung des Trägervereins Kraftfahrer-Schutz e.V. sowie in den Vorstand der beiden Tochtergesellschaften. Im Juli 2027 übernimmt er dann als Chef die Nachfolge von Rainer Huber und damit die Gesamtverantwortung für die Unternehmensgruppe.

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Swiss Re baut Vorstand um

Swiss Re hat Velina Peneva, derzeit Group Chief Investment Officer, zur Chefin des Geschäftsbereichs L&H Re berufen. Sie folgt auf den Briten Paul Murray, der den Rückversicherer nach rund 20 Jahren verlässt. Er werde eine neue berufliche Herausforderung übernehmen, heißt es. Martin Zingg, aktuell Group Head Corporate Development & Capital Markets, übernimmt die Rolle als Group Chief Investment Officer und rückt damit als Mitglied in die Konzernleitung. Peneva und Zingg treten ihre künftigen Ämter zum 1. Oktober an.

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MAP-Geldgeber Inflexion stellt drei von fünf Beiräten beim neuen Spezialmakler

Unter dem Namen MAP – Mittelstands-Assekuranz-Partner haben die Branchenmanager Mathias Pahl, Markus Hausberger und Kolja Zweering kürzlich einen neuen Multi-Spezialversicherungsmakler aus der Taufe gehoben. Nun erhält das Unternehmen einen Beirat: Neben drei Vertretern des Finanziers und Private-Equity-Investors Inflexion ziehen auch der ehemalige CEO von Willis International, Dr. Tim Wright, sowie Bain-Partner Claus Benkert in das Gremium ein.

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