SCHLAGLICHT

Schulterschluss der Öffentlichen: Provinzial und Versicherungskammer kontern Neobroker mit sechs Vorsorge-Produkten

Neun Monate Entwicklungszeit, zwei Konzerne und eine gemeinsame Strategie: Die Provinzial und die Versicherungskammer bringen rechtzeitig zur Reform ein umfassendes Altersvorsorge-Portfolio an den Start. Im Interview erklären die Vorstände Dr. Stefanie Alt und Martin Fleischer, wie die Zusammenarbeit entstand, warum Whitelabel-Lösungen für sie nicht infrage kamen und wie sie sich gegenüber Neobrokern behaupten wollen.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Die nächste Stufe der Automatisierung: Warum KI-Agenten eigene IT-Kernsysteme brauchen

Underwriting in zwei Tagen statt zwei Wochen und bis zu 90 Prozent automatisierte Schadenabwicklung: Eine neue Analyse der Boston Consulting Group (BCG) zeigt, wie stark KI-Agenten die Versicherungsbranche umwälzen. Doch das bloße Aufsetzen von KI-Tools auf veraltete Legacy-Systeme reicht langfristig nicht aus. Die Unternehmensberater plädieren für den „Unified Agentic Core“ – ein Modell, bei dem Kernsystem und KI-Agenten zu einer einzigen, KI-nativen Plattform verschmelzen.

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Allianz-Vorstand Röhler warnt vor den Gefahren moderner Touchscreen-Cockpits: „Ein Auto ist kein Smartphone“

Moderne Fahrzeuge sind sicherer und intelligenter als je zuvor, doch die zunehmende Dominanz von Touchscreens im Innenraum hat eine neue, gefährliche Fehlerquelle auf den Straßen geschaffen. Auf dem 14. Allianz Motor Day warnten Klaus-Peter Röhler, Frank Sommerfeld und Lucie Bakker eindringlich vor den Gefahren digitaler Cockpits. Zwei Sekunden Unaufmerksamkeit bei Tempo 100 entsprechen einer Strecke von 55,6 Metern, die ein Autofahrer im völlig blinden Zustand zurücklegt. Sie fordern Automobilhersteller, Gesetzgeber und Autofahrer zum Umdenken auf und betonen, dass reine Touch-Bedienkonzepte aktiv mit der Straße um die Aufmerksamkeit der Fahrenden konkurrieren.

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Prudential verkauft Lateinamerika-Geschäft für 4 Mrd. Dollar an CNP Assurances

Prudential Financial veräußerte zuletzt seine Einheiten in Indonesien, Südafrika und Kenia. Nun trennt sich der US-Finanzkonzern auch von seinen Tochtergesellschaften in Brasilien und Mexiko. Die französische Versicherungsgruppe CNP Assurances legt als Käufer eine hohe Barsumme auf den Tisch.

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Assekuradeur Molentum startet Geschäftsbetrieb

Der Assekuradeur Molentum nimmt den Geschäftsbetrieb auf. Zum Start kooperieren die Aschaffenburger mit der vfm-Gruppe, deren angeschlossene Versicherungsmakler nach und nach Zugriff auf die Plattform erhalten. Als Risikoträger tritt die Bayerische in Erscheinung. Weitere Versicherer sollen in Vorbereitung sein. Das Ende 2025 gegründete, eigenkapitalfinanzierte Unternehmen strebt eine digitale Bearbeitung von Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen für Privatkunden an, ohne dass Daten mehrfach erfasst werden müssen. Neben der Gründerfamilie Liebig investieren branchennahe Geldgeber in das Projekt, darunter der Co-CEO von Engel & Völkers, Stefan Eck.

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Swiss-Re-Managerin Velina Peneva: „Kapital ist im Überfluss vorhanden, aber Underwriting-Expertise lässt sich nicht schnell herstellen“

Im Aufstieg von Alternativkapital in langlaufenden P&C-Linien beobachtet Velina Peneva einen Trend, den man trotz seines derzeit noch geringen Volumens nicht unterschätzen dürfe. Die Chefin des Bereichs Life and Health Reinsurance bei Swiss Re erinnert in Baden-Baden an die Entwicklung im Bereich der Asset-Backed Reinsurance in den USA. 2009 hat der amerikanische Private-Equity-Riese Apollo Global Management mit Athene einen anlageintensiven Rückversicherer mit Fokus auf Annuitäten gegründet, woraufhin im Markt erhebliche Skepsis herrschte.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Globale Katastrophenschäden sinken auf niedrigsten Neunmonatswert seit 2019

Die weltweiten versicherten Schäden aus Naturkatastrophen sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 auf 92 Mrd. US-Dollar gesunken. Dies ist der niedrigste Gesamtwert für diesen Zeitraum seit 2019. Wie aus dem aktuellen „Natural Catastrophe and Climate Report“ des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re hervorgeht, lagen die versicherten Schäden damit um 29 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 128 Mrd. US-Dollar.

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Bridgehaven-Europachefin Fiona Marry: „Deutschland hat gewaltigen Nachholbedarf bei MGAs“

Während Assekuradeure (MGAs) im UK und den USA längst feste Marktgrößen sind, führt das Segment in Deutschland mit nur einem Prozent Prämienanteil noch ein Nischendasein. Das soll sich ändern: Mit frischer Bafin-Zulassung drängt der irische Spezialversicherer Bridgehaven auf den deutschen Markt. Im Exklusiv-Interview mit VWheute erklärt Europachefin Fiona Marry, warum sie in den EU-Märkten enormes Wachstumspotenzial sieht und wie Bridgehaven mit seinem „Hybrid Fronting“-Modell die Lücke zwischen Nischen-Zeichnern und Rückversicherern schließen will.


Frankreich-Krawalle: Morningstar DBRS beziffert versicherte Schäden auf unter eine bis 1,2 Milliarden Euro

Die schweren Unruhen in Frankreich verursachen bei Unternehmen, Kommunen und Privatpersonen zwar schwere Sachschäden, für die führenden Versicherer des Landes bleiben die Risiken beherrschbar. Nach Berechnungen von Morningstar DBRS dürften sich die versicherten Gesamtschäden durch die Krawallwelle auf unter 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro belaufen. Vorausgesetzt, die Lage bleibt stabil und es kommt zu keiner erneuten Eskalation der Gewalt.


„Die Welt brennt. Rette sich, wer kann“: Klimaaktivisten protestieren in Baden-Baden gegen Rückversicherer

Im Rahmen des Auftakts zum Rückversicherungstreffen in Baden-Baden kam es wie in den Jahren zuvor zu Protestaktionen von Klimaaktivisten. Am Kongresshaus versammelten sich die Demonstranten zu einer Kundgebung mit Bannern, Postern und dem symbolischen Entzünden einer Erdkugel. Die Proteste richten sich gegen die Praxis von Rückversicherern, Infrastrukturprojekte im Bereich fossiler Energien abzusichern. Gegenüber VWheute erklärte einer der Aktivisten, dass gerade große Akteure wie Munich Re in der Verantwortung stehen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Pflichtversicherung gegen Elementarschäden wird konkreter

Die Bundesregierung arbeitet an der Reform der Gebäudeversicherung. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger zuerst berichtete, planen Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil in einem Eckpunktepapier, den Schutz vor Elementarschäden künftig zum Standard für Hausbesitzer zu machen. Neu abgeschlossene Wohngebäudeversicherungen sollen Schäden durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen künftig automatisch abdecken, bestehende Verträge sollen schrittweise angepasst werden. Die Umweltorganisation kritisiert das Eckpunktepapier, weil es kein ganzheitliches Gesamtkonzept im Umgang mit steigenden Klimaschäden aufzeige.


Tarifvertrag zur Transformation: AGV und Gewerkschaften einigen sich nur auf Teilschritte

In der dritten Verhandlungsrunde über die Änderung der manteltarifvertraglichen Regelungen für die Versicherer haben sich der AGV sowie die Gewerkschaften Verdi und DBV in Würzburg auf ein punktuelles Tarifpaket verständigt. Grundlage der Gespräche bildete eine Verhandlungsverpflichtung, die im Rahmen der Gehaltstarifrunde vom 4. Juli 2025 vereinbart worden war. Ein umfassendes Gesamtpaket, das einen neu konzipierten „Tarifvertrag zur Transformation“ umfassen sollte, kam vorerst nicht zustande. Die erzielte Verständigung über vier Einzelpunkte steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen Verbands- und Gewerkschaftsgremien.


Debatte um PKV-Abschaffung: „Der Privatpatient wird hofiert, aber oft Opfer seiner Versicherung“

In seiner aktuellen Ausgabe untersucht "Der Spiegel" das Nebeneinander von GKV und PKV und kommt zu dem Schluss: "Das System ist für beide schädlich: Die GKV setzt den Anreiz, zu wenig zu tun, die PKV lockt, zu viel zu tun." Während Politiker Grundsatzdebatten scheuen und reflexhaft alte Parolen wiederholen, fordern Experten und Krankenkassen-Chefs längst radikalere Ansätze: Die ersatzlose Abschaffung beider Alt-Systeme zugunsten einer echten, staatsfernen Einheitsversicherung, die das Beste aus beiden Welten vereint.

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Warum Frankreichs Supermarkt-Hack auch deutsche Ketten bedroht

Ein Cyberangriff legte die Kühlsysteme von rund 700 Supermärkten in Frankreich lahm. Der Vorfall mag sich jenseits der Grenze abgespielt haben, doch die Bedrohung ist grenzenlos: Kältetechnik-Hersteller wie Danfoss beliefern auch große deutsche Handelsketten, weshalb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) inzwischen auch hierzulande höchste Alarmbereitschaft ausgelöst hat. Angesichts der eklatanten Mängel bei der IT-Sicherheit und der Verwendung von leicht knackbaren Standard-Passwörtern scheint fraglich, dass die Cyberversicherer für die entstandenen Schäden haften werden.


Versicherer senken CO₂-Ausstoß und kritisieren zögerliche Klimapolitik

Die deutschen Versicherer melden beim ökologischen Umbau ihrer Portfolios Fortschritte. Innerhalb von zwei Jahren ist der CO₂-Fußabdruck ihrer Kapitalanlagen um fast 28 Prozent gesunken. Wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2026 des GDV hervorgeht, fielen die CO₂-Emissionen im Jahr 2025 auf 44 Tonnen pro investierter Million Euro. Im Jahr 2023 hatte der Wert noch bei 61 Tonnen gelegen. Dass die Branche in Sachen Nachhaltigkeit noch Luft nach oben hat, zeigt eine Analyse von Franke und Bornberg.


KÖPFE & POSITIONEN

Munich Re reduziert Vorstand

Clarisse Kopff scheidet zum 31. Oktober aus dem Vorstand der Munich Re aus. Die 53-jährige Managerin verlässt das Unternehmen nach vier Jahren im gegenseitigen Einvernehmen. Regulär ausgelaufen wäre ihr Mandat erst im Jahr 2030. Ihren Verantwortungsbereich Europa und Lateinamerika übernimmt Thomas Blunck (61) zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben.  


CDU-Finanzexperte Brodesser steht vor Einzug in den Ideal-Aufsichtsrat

Die Ideal Lebensversicherung steht vor einer namhaften Berufung in ihrem Kontrollgremium. Wie die Berliner mitteilen, soll der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Brodesser in den Aufsichtsrat rücken. Die Entscheidung darüber trifft die Mitgliedervertreterversammlung im November. Im Aufsichtsrat würde Brodesser die Nachfolge von Werner Salber übernehmen, der das Gremium verlässt.


Rochade im Reiseschutz: Haase wechselt zur HBC-Tochter LTA, Grompe kommt von der Allianz zur Ergo

Die HBC-Gruppe hat die verbleibenden 49 Prozent der Anteile an der Lifecard-Travel-Assistance (LTA) übernommen. An die Spitze der Tochtergesellschaft rückt Torsten Haase, zuletzt Chef der Ergo-Tochter nexible. Er folgt auf Dr. Michael Dorka, der die LTA nach 13 Jahren verlässt. Haases Nachfolge bei der Ergo übernimmt Mathias Grompe von Allianz Partners.

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Enrico Nanni wird Europachef bei Howden

Enrico Nanni übernimmt zum 1. Januar 2027 die Position des Chief Executive Officer Europe beim Versicherungsmakler Howden. Seinen aktuellen Posten als Chief Commercial Officer behält er bei. Nanni berichtet künftig an Luigi Sturani, CEO Europe, Middle East & Africa.


Neuer Sales Director: Hennen löst Grompe bei Allianz Partners ab

Nicht nur an der Konzernspitze von Allianz Partners rund um den neuen CEO Philipp Kroetz und Deutschland-Chefin Olivia Pauthner bewegt sich etwas: Auch auf der Führungsebene darunter kommt es zum Wechsel. Zum 1. Dezember übernimmt Simon Hennen die Position des Sales Directors von Mathias Grompe, der das Unternehmen zum Jahresende verlässt.