SCHLAGLICHT

BarmeniaGothaer lässt sich von Post-Merger-Integration nicht ablenken

Seit nunmehr gut eineinhalb Jahren ist die fusionierte BarmeniaGothaer als ein gemeinsames Unternehmen am Markt aktiv. Den Zusammenschluss der beiden Traditionshäuser wertet CEO Oliver Schoeller schon jetzt als vollen Erfolg – und die Zahlen für 2025, die das Vorstandsteam am Freitag bei einem Pressegespräch präsentierte, scheinen dies zu bestätigen. Gleichwohl räumte Schoeller mit Blick auf die künstliche Intelligenz (KI) ein, dass dem Konzern die „echte Transformation“ noch bevorstehe. Insbesondere die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland bereitet dem CEO Kopfzerbrechen.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Provinzial präsentiert solide Zahlen will mehr Startup-Mentalität wagen

Der Provinzial-Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 ordentliche Zahlen vorgelegt. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen stiegen um 6,4 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro und auch der Jahresüberschuss legte stark zu. Damit das so bleibt, versucht Deutschlands zweitgrößter öffentlicher Versicherer beweglicher zu werden, wie Konzern-Vize Patric Fedlmeier kürzlich auf einer Branchenveranstaltung durchblicken ließ. Eigentlich brauche es „ein Mindset, wie ein Startup“, sagte Fedlmeier im Angesicht der „Zeitenwende“, in der sich die Branche befinde – und er verriet, welches Rezept gegen die „Tendenz einer Behörde“ hilft.

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Swiss Life Deutschland übernimmt Telis und will MLP als zweitgrößten Finanzvertrieb ablösen  

Swiss Life Deutschland übernimmt den Regensburger Finanzvertrieb Telis. Durch den Zukauf wächst die Beratermannschaft des Finanzkonzerns um 1.800 auf über 8.000 Personen. „Auf einen Schlag vergrößern wir unsere Vertriebspower nochmals um knapp ein Drittel“, sagte ein selbstbewusster CEO Dirk von der Crone bei einem Pressegespräch. Der Manager glaubt, dass mit dem Start der Altersvorsorge-Reform zum 1. Januar 2027 mehr Beratung denn je in Deutschland nötig sein werde. Zudem sieht er im Ausbau des persönlichen Vertriebs ein wichtiges Korrektiv zum KI-Boom, der immer mehr Chatbots hervorbringt.

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Clark verliert Milliardenbewertung

Die Geschäfte beim Frankfurter Insurtech Clark sind ins Stocken geraten. Das einst ausgegebene Ziel, bis 2028 eine halbe Milliarde Euro Umsatz und 100 Millionen Euro Gewinn zu erzielen, ist weit weg. Wie das Manager Magazin berichtet, haben die Investoren das ehemalige Unicorn abgewertet.

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Huk-Coburg-Chef Heitmann: „Wir waren als Haus in einigen Bereichen nicht gut“

Wer im digitalen Wandel nicht über eine massive Datenbasis und eigene Kundenschnittstellen verfügt, droht in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Vor diesem Szenario warnt Klaus-Jürgen Heitmann auf der Kölner Fachmesse Insurenxt und übt auch Selbstkritik. Harte Töne schlägt der Huk-Coburg-Chef gegen die zunehmende Macht von Aggregatoren und Vergleichsportalen an. Versicherer, die keinen eigenen Kundenzugang besitzen, begeben sich in eine existenzielle Abhängigkeit von dieser „sich immer weiter konzentrierenden Zuträgerschar“.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Branche fiebert Altersvorsorgereform entgegen: „Jetzt fehlt nur noch die Erkenntnis, dass gute Beratung notwendig ist und vergütet werden muss“

Die politische Debatte um das Altersvorsorgereformgesetz ist vorerst beendet, für die Versicherungs- und Vermittlerbranche beginnt jetzt die eigentliche Arbeit. „Ich glaube, wir sind alle guten Mutes. Die Produktmaschinen laufen“, sagte Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), auf einer digitalen Maklerveranstaltung. Auch Norman Wirth vom Vermittlerverband AfW und HDI Leben-Manager Carsten Kock gaben sich zuversichtlich, dass die Branche nicht den Neobrokern das Feld überlassen wird. „Das kann ich nämlich nicht mit einem Klick machen“, kommentierte Wirth die ab Januar 2027 zu erwartenden Auswirkungen der Altersvorsorgereform. Er hofft zudem auf einen „zeitlichen Vorteil“, sofern der Staat mit seinem Standarddepot nicht pünktlich fertig wird.

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Allianz sieht im Schadenmanagement Produktivitätssteigerungen von 30 Prozent, Signal Iduna senkt Falschweiterleitungsquote um 84 Prozent

Der Münchener Versicherer Allianz greift bei der Implementierung neuer Technologien auf langjährige Vorerfahrungen zurück. Schon in der Vergangenheit habe man in der Krankenversicherung Software genutzt, um die schwer leserliche Handschrift von Ärzten auf Rezepten zu entschlüsseln und passenden Pharmazentralnummern zuzuordnen, berichtet Allianz-COO Barbara Karuth-Zelle auf einer Fachveranstaltung in Köln. Wenn Mitarbeiter eine Arbeitserleichterung wahrnehmen, steige die Akzeptanz. Auch die Signal Iduna startete den KI-Einsatz im Krankengeschäft. Die vor sechs Monaten ausgerollte Plattform CoSI haben laut Vorstandmitglied Johannes Rath bereits 94 Prozent der Belegschaft genutzt.

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Arag: Anwaltsmonopol wackelt

Weiterhin kämpft die Arag dafür, dass sie in Deutschland, wie im Ausland üblich, ihre Kunden außergerichtlich direkt rechtlich beraten kann. „Das wünschen tagtäglich sehr viele Kunden“, sagte Arag-Vorstand Hanno Petersen anlässlich der Bilanzpressekonferenz für das Jahr 2025. Noch gilt aber in Deutschland ein Anwaltsmonopol. Doch die laute Kritik an dieser, nach Einschätzung der Arag vollkommen veralteten Regelung, hat es mittlerweile in die politische Diskussion gebracht. „So weit wie derzeit waren wir noch nie“, betonte der Vorstandsvorsitzende Renko Dirksen. 

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Helvetia Baloise-CEO Rupprecht: „Größenvorteile sind in unserer Industrie enorm wichtig“

Fabian Rupprecht, Chef des Ende 2025 fusionierten Schweizer Versicherers Helvetia Baloise, hat die Branche dazu aufgerufen, stärker an ihren Strategien zu feilen. Mittelmäßige Strategien krankten oft daran, dass sie lediglich „einen Status quo beschreiben“, sagte er auf der Fachmesse InsureNXT. Anja Käfer-Rohrbach vom Branchenverband GDV warnte auf dem Kölner Podium vor den Risiken einer vollständig digitalisierten Wirtschaft, während Insurlab-Germany-Chef Peter Stockhorst ein stringenteres Change-Management in den Vorstandsetagen anmahnte: „Wir brauchen dort mehr Drive, wir brauchen mehr Mut, wir brauchen mehr Fokus.“

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Guidewire-Studie: Deutsche Skepsis gegenüber KI in der Assekuranz schwindet – doch jeder Zweite erwägt, Versicherungsausgaben zu kürzen

Europäische Versicherungskunden zeigen sich inzwischen offener für künstliche Intelligenz (KI), allerdings darf der persönliche Kontakt zum Versicherer nicht darunter leiden. Zu diesem Schluss kommt die europäische Verbraucherstudie des Softwareanbieters Guidewire. Dabei äußern sich die Deutschen deutlich aufgeschlossener über KI-Unterstützung in Versicherungsfragen als ihre Nachbarn. Mit Sorge dürfte die Branche zur Kenntnis nehmen, dass viele Befragte erwägen, ihre Versicherungsausgaben aufgrund gestiegener Lebenshaltungskosten zu kürzen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Bafin-Aufseherin Wiens dämpft Erwartungen an schnelle KI-Transformation der Versicherer

Auf dem Weg zu einer vollständig automatisierten, KI-gestützten Schadensabwicklung in Echtzeit sieht Julia Wiens noch einige Hürden für die Versicherer, wie sie bei einem Vortrag auf der Insurenxt in Köln hervorhob. „So weit sind wir noch nicht in der Branche.“ Die Bafin-Aufseherin identifiziert Probleme in der Datenbasis, die bei vielen Häusern noch nicht gut ist. Bevor sich KI wirklich lohnt, brauche es zunächst qualifiziertes Personal sowie erhebliche Investitionen.

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Generali nutzt Copernicus-Klimadaten für Versicherungsgeschäft

Der italienische Versicherungskonzern Generali und das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) haben eine europaweite Zusammenarbeit vereinbart. Im Zentrum steht der Austausch über die Nutzung von Klima- und Atmosphäreninformationen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Das Verständnis für klimabedingte Risiken sowie für die Luftqualität soll verbessert und eine einheitlichere Interpretation von Klima- und Gesundheitsdaten in der Versicherungsbranche gefördert werden. Die Datensätze des Wetterinstituts sind im Rahmen eines öffentlichen Auftrags frei zugänglich.

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Indizienprozess um Großbrand: Allianz-Gutachter entlarvt fingierten Einbruch

Im Strafprozess um die Zerstörung der Veranstaltungshalle „Studio 21“ in Bad Bodenteich (Niedersachsen) rückt die Schadenermittlung des Versicherers in den Fokus. Ein von der Allianz beauftragter Sachverständiger legte vor dem Landgericht Stade dar, warum der vermeintliche Einbruch vor der Brandstiftung eine reine Inszenierung war.

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Aviva-Chefin Blanc kritisiert britische Regierungspolitik: „In meinen sechs Jahren als CEO gab es zu viele Wechsel“

In London spitzt sich die Regierungskrise zu. Während Premierminister Keir Starmer um sein politisches Überleben kämpft, bringen sich mit Wes Streeting und Angela Rayner zwei völlig unterschiedliche Herausforderer in Stellung. Aviva-CEO Amanda Blanc mahnt angesichts drohender Führungskämpfe in der Labour-Regierung mehr Verlässlichkeit an – und erinnert an die Marktturbulenzen der Ära Truss.

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KÖPFE & POSITIONEN

Keibel leitet Marketing bei Hanse Merkur

Seit dem 1. Mai führt Nicole Keibel das Marketing der Hanse Merkur. Sie folgt auf Wolfgang Schnur, der nach mehr als vier Jahrzehnten im Unternehmen in den Ruhestand tritt. Keibel ist seit 2020 bei der Hanse Merkur tätig.


Spessert wechselt von Markel zu OVB

Der Aufsichtsrat der OVB Holding hat Ulf Spessert mit Wirkung zum 1. Januar 2027 zum Chief Financial Officer bestellt. Der 42-Jährige kommt von Markel und bringt Erfahrung in den Bereichen Finanzsteuerung, Rechnungslegung und Versicherungsrecht mit.


Christian Schareck wird Geschäftsführer im Verlag Versicherungswirtschaft

Der traditionsreiche Karlsruher Verlag Versicherungswirtschaft GmbH & Co.KG (VVW), zu dem u.a. die führenden Fachpublikationen Versicherungswirtschaft, Versicherungswirtschaft-heute und Versicherungsrecht gehören, nimmt einen Führungswechsel vor. Der bisherige Geschäftsführer Ferdinand Graf Wolff Metternich legt sein Mandat zum 30. Juni auf eigenen Wunsch nieder. Seine Nachfolge übernimmt der langjährige Strategieberater Christian Schareck.  


Talanx muss Kommunikationsspitze neu besetzen

Die Talanx-Gruppe verliert ihren langjährigen Kommunikationschef: Andreas Krosta will sich nach über 13 Jahren an der Spitze der Presseabteilung des Hannoveraner Versicherungskonzerns einer anderen Branche zuwenden. Bis Ende August wird der 54-Jährige noch an Bord bleiben. Seine Aufgaben werden künftig auf mehrere Schultern verteilt.

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