SCHLAGLICHT

Krankenversicherung: Wie stabil ist das duale System noch?

Wie gut ist das deutsche Gesundheitssystem nach über 140 Jahren des Nebeneinanders von gesetzlicher und privater Krankenversicherung? Die Kosteninflation ist alarmierend und lässt, getrieben durch teure Therapien, eine hohe Krankenhausorientierung und überdurchschnittlich viele Arztkontakte, die Ausgaben explodieren. Allein in den letzten zehn Jahren stiegen die Kosten in der GKV um 67 Prozent und in der PKV um 56 Prozent. Die Autoren Christian Ritz, Vorstandsmitglied BarmeniaGothaer, und Thomas Volkmer, Partner bei Forvis Mazars, gehen in ihrem Gastbeitrag für VWheute auf Ursachen- und Lösungssuche. Sie hinterfragen, ob kurzfristige Regulierung ausreicht, um die drohenden Milliardendefizite zu decken, und zeigen auf, warum der Schlüssel zur langfristigen Finanzierbarkeit auf der Ausgabenseite liegt.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

BDVM-Präsident Billerbeck: Makler, die in fünf Jahren noch eine Rolle spielen wollen, müssen sich „ganz intensiv mit KI beschäftigen“

Thomas Billerbeck, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM), fordert, dass sich die Branche attraktiver für junge Bewerber aufstellen muss. „Wer neu in den Beruf kommt, geht nicht in ein Unternehmen, das sich nicht mit KI beschäftigt“, sagte Billerbeck bei einer digitalen Branchenveranstaltung. Dass künstliche Intelligenz (KI) den Berufsstand gefährdet, glaubt er nicht. „Wir haben mit Sicherheit einen Bedarf an Arbeitskräften durch die Demografie“, so Billerbeck.

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Machtwechsel in Münster: Provinzial befördert Patric Fedlmeier zum CEO

Der zweitgrößte Versicherer aus dem öffentlichen Lager kündigt einen Wechsel an der Konzernspitze an. Der bisherige Stellvertreter des Vorstandschefs, Patric Fedlmeier, übernimmt zum 1. Juni 2027 das Ruder. Im Zuge der Beförderung wurde der Vertrag des 58-Jährigen vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Er folgt auf Wolfgang Breuer, der seit 2015 das Unternehmen führt und planmäßig zum 31. Mai 2027 in den Ruhestand tritt.

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Vema-Chef Brunner: „Es werden immer noch überhöhte Kaufpreise am Markt bezahlt“

Andreas Brunner, Chef der Versicherungsmaklergenossenschaft Vema, ist hoch zufrieden mit der Entwicklung seines Hauses. „Das Konzept geht auf“, betonte der Manager bei einem Pressegespräch. Sowohl Umsatz und Gewinn als auch die Zahl der angeschlossenen Partner legten im vergangenen Geschäftsjahr zu. Den Konsolidierungsdruck im deutschen Maklermarkt verfolgt Brunner interessiert, aber auch gelassen: Der ein oder andere große Makler „wurde ja gar nicht mehr weiterverkauft, weil der Preis schon zu teuer war“, kommentierte der Vema-Chef die jüngste Entwicklung.

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Bäte über Altersvorsorgereform: „Vielleicht gründen wir einen Lebensversicherer, der komplett ohne Altlasten auskommt und rein digital agiert“

Oliver Bäte sieht rund um den KI-Hype historische Parallelen zum Eisenbahn-Boom des 19. Jahrhunderts und warnt vor extremen Bewertungen profiloser Firmen. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass LLMs im Versicherungsvertrieb „die klassischen Vergleichsportale überholen werden“. Neben neuen Wegen in der Altersvorsorge räumte Bäte bei einem Pressegespräch auch die Frage ab, wie es für ihn nach dem Vertragsende an der Allianz-Spitze persönlich weitergeht.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Deurag mit Gewinnsprung und Umsatzzuwachs in „weitgehend gesättigtem“ Markt

Der Rechtsschutzversicherer Deurag hat im Geschäftsjahr 2025 deutlich mehr verdient. Der Jahresüberschuss der Signal-Iduna-Tochter verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 13,8 Mio. Euro. Das Wiesbadener Unternehmen profitierte vor allem von einer rückläufigen Schadenentwicklung.

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Größte Versicherungsmakler der Welt: Howden und Brown & Brown machen große Sprünge im Ranking

Konstanz an der Weltspitze, aber kräftige Verschiebungen im Verfolgerfeld: Das neue Jahresranking der Ratingagentur AM Best zeigt, dass die globalen Top-Makler weiter massiv an Muskelmasse zulegen. Während Marsh den Thron vor Aon, Gallagher und WTW verteidigt, stürmt Brown & Brown in die Top 5.

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Makler-Umfrage irritiert Branchenanalyst Kottmann: „Die Branche sieht in der SHUK-Versicherung die geringsten Chancen“

Ausgerechnet in der Schaden- und Unfallversicherung (SHUK), dem traditionellen Kerngeschäft vieler Makler, sehen diese die geringsten Zukunftschancen. Oliver-Wyman-Berater Dietmar Kottmann hält dies für „die größte Überraschung“, die er aus einer aktuellen Großbefragung unter rund 1.000 Maklern herausgefiltert hat. Mit-Autor Klaus-Jürgen Baum, der die Studie am Donnerstag gemeinsam mit Kottmann vorstellte, betonte dabei, dass größere Maklerhäuser „deutlich optimistischer in die Zukunft“ schauten als kleinere. Zudem erwarten viele Befragte, „dass KI-Agenten die Kundenschnittstelle besetzen werden“.

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Jurecka schließt weiteren Stellenabbau bei Ergo aus

Nachdem beim konzerneigenen Erstversicherer Ergo im Zuge von KI-Anpassungen der Abbau von 1.000 Stellen angekündigt worden war, beruhigt Munich-Re-Chef Christoph Jurecka in einem NZZ-Interview die Gemüter mit Blick auf die Zukunft des Gesamtkonzerns. Er stellt klar, dass „ein weiterer Abbau nicht geplant“ sei. Die Technologie solle vor allem administrativ unterstützen, um Freiräume für komplexere Aufgaben zu schaffen. Menschliche Erfahrung und das Verständnis für Kunden seien auch künftig unersetzbar.

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Allianz fordert bei 80 Prozent seiner Stellenanzeigen KI-Skills

Die Allianz setzt in der KI auf eine Arbeitsteilung zwischen Mensch und Maschine. „In der heutigen Welt schlägt Iteration die Perfektion“, erklärt Vorstandsmitglied Renate Wagner im Rahmen einer Presseveranstaltung in München. „Die Kosten für Langsamkeit und Zögern steigen.“ Während historische Meilensteine wie die Elektrifizierung 30 Jahre oder der PC 15 Jahre brauchten, um sichtbare Gewinne abzuwerfen, befinde sich die Wirtschaft bei der KI mitten im Wandel. Für die Transformation nutzt die Allianz nach eigenen Angaben eine simple mathematische Aufteilung.

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POLITIK & REGULIERUNG

Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut: Was Verbraucherschützer und Versicherer von der Politik einfordern

Im Vorfeld des fünften Jahrestags der Ahrtal-Flutkatastrophe haben der Bund der Versicherten (BdV) und der Kreditversicherer Allianz Trade die Politik dazu aufgefordert, den Schutz vor Naturgefahren neu zu organisieren. BdV und Allianz Trade, die ihre Vorschläge unabhängig voneinander äußerten, eint die Forderung, dass sich der Staat künftig für mehr Präventionsmaßnahmen einsetzen solle. Der BdV macht sich zugleich für einen grundlegenden Umbau der Katastrophenvorsorge stark.

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Was die Allianz in Asien vorhat: „Wir werden das erste in Indien gegründete Joint Venture in der Rückversicherung sein, das bereits im ersten Jahr profitabel arbeitet“

Während Europa stagniert, zieht Indien bei Infrastruktur, Wirtschaftswachstum und Versicherungsmärkten an allen vorbei. Die Allianz forciert daher ihre Expansion auf dem Subkontinent und setzt auf die digitalaffine, junge Bevölkerung. Während Vorständin Renate Wagner klare Vorteile gegenüber der heimischen Konkurrenz sieht, rechnet CEO Oliver Bäte beim neuen Rückversicherungs-Joint-Venture schon im ersten Jahr mit schwarzen Zahlen.

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Allstate-Tochter SquareTrade gründet eigenen EU-Versicherer

Der Elektronik-Versicherer SquareTrade, eine Tochtergesellschaft des US-Finanzriesen Allstate, stellt sich in Europa neu auf. Mit einer eigenen Lizenz und einem neuen Hauptsitz in Brüssel will das Unternehmen seine europäische Expansion beschleunigen. Seit dem Europa-Marktstart im Jahr 2013 wurde das Geschäft – auch für den deutschen Markt – maßgeblich über eine Gesellschaft auf Malta abgewickelt.

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Zahl der gesprengten Geldautomaten sinkt um fast 70 Prozent

Die Fallzahlen im Bereich der Geldautomatensprengungen in Deutschland sind stark rückläufig. Nach aktuellen Daten der R+V Versicherung sank die Zahl der geknackten Automaten innerhalb der vergangenen zwei Jahre um fast 70 Prozent. Als Hauptgrund für diese Entwicklung identifiziert die Analyse die flächendeckende Implementierung von passenden Sicherheitskonzepten.


Über 350 Einsatzkräfte: Großbrand trifft Stuttgarter Frische-Zentrum hart

Ein Großbrand hat Teile des Stuttgarter Großmarkts – dem drittgrößten Handelsplatz für frische Waren in Deutschland – in Schutt und Asche gelegt. Wegen des enormen Ausmaßes rief die Feuerwehr die seltene vierte Alarmstufe aus. Während die Kriminalpolizei bereits ermittelt, liegen erste Schadenschätzungen in zweistelliger Millionenhöhe vor.

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KÖPFE & POSITIONEN

Global-Gruppe erweitert Rosenthal-Geschäftsführung um Nicholas Clayton

Die Kölner Maklergruppe Global meldet Zuwachs in der Geschäftsführung ihrer Töchtergesellschaften Rosenthal Assekuranz und Global Broker Services. Nicholas Clayton kam zum 1. Juli 2026 von Marsh Deutschland. Dort war er zuletzt als Leiter Mittelstand West und Mitglied der regionalen Geschäftsleitung am Standort Düsseldorf tätig.

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Carsten Staat wechselt Job innerhalb der Allianz

Allianz Partners beruft Carsten Staat zum Regional Managing Director für Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika. Er wird die Position zum 1. August übernehmen. Seine frühere Aufgabe als Managing Director für das Deutschlandgeschäft hat Staat im Juni an Olivia Pauthner abgegeben.


Planbarkeit statt Glaskugel: Mit betrieblicher Vorsorge Risiken im Personalwesen entgegenwirken
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Unternehmerische Planung ohne Kalkulierbarkeit gleicht einem Blick in die Glaskugel. Budgets, Investitionen oder Kapazitäten lassen sich nur dann verlässlich steuern, wenn Risiken zumindest in ihren Grundzügen berechenbar bleiben. Das gilt insbesondere für das Personalwesen. Personalkosten zählen zu den größten Ausgabenblöcken vieler Unternehmen, zugleich entscheidet die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitenden zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Ein Beitrag von Frank A. Werner.


VIG-CEO Löger wird Aufsichtsratschef der Nürnberger

Nach der Übernahme der Nürnberger Beteiligungs-AG durch die Vienna Insurance Group werden die Machtverhältnisse nun auch im Kontrollgremium des Traditionsversicherers sichtbar. In einer außerordentlichen Sitzung wurde der Nürnberger VIG-Chef Hartwig Löger zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Er folgt auf Marion Ebentheuer, die dem Gremium als einfaches Mitglied erhalten bleibt.


PIB holt Ann-Kathrin Krause von Global

Der britische Makleraufkäufer PIB hat Ann-Kathrin Krause vom Kölner Konkurrenten Global an die Düsseldorfer Königsallee gelotst – dort hat die von Michael Hendriks geführte PIB Group Germany ihren Sitz. Bei ihrem künftigen Arbeitgeber startet Krause in einer neu geschaffenen Funktion.   

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