SCHLAGLICHT

Torsten Leue: „Hoffentlich klappt das mit KI, sonst haben wir ein Riesenproblem“

Beim 125-jährigen Verbandsjubiläum des GVNW wirft Talanx-Chef Torsten Leue einen scharfen Blick auf die Industrieversicherung und die Rolle von HDI Global: Er erklärt, warum Europa die KI-Revolution braucht, um demografische Löcher zu stopfen, weshalb exzessives Homeoffice die Loyalität schwächt und welcher US-Sturm fast zum größten Versicherungsschaden „ever“ geworden wäre.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Was der 11. September mit der Versicherungsbranche machte

Viele können genau sagen, wo sie am 11. September 2001 waren. Nach den Terroranschlägen auf die Zwillingstürme des World Trade Centers vor 25 Jahren war die Welt nicht mehr, wie sie vorher war. Auch die Fundamente der weltweiten Versicherungswirtschaft gerieten ins Wanken. Die Anschläge machten schlagartig klar, wie verwundbar die Branche ist, wenn ein einziges Großereignis zeitgleich etliche Sparten lahmlegt. Eine Analyse der Ratingagentur Morningstar DBRS zeigt, wie die damaligen Erschütterungen bis heute nachwirken.

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Baobab-Gründer Vincenz Klemm: „Erfahrung wird überschätzt – am Ende zählen Ergebnisse“

Der weiche Markt hinterlässt auch beim Cyber-Assekuradeur Baobab seine Spuren – der Expansion tut das jedoch keinen Abbruch. Diese soll global und ohne Grenzen erfolgen, erklärt Co-Gründer Vincenz Klemm im Gespräch mit VWheute. Als zweites Standbein etabliert sich die Vertrauensschadenversicherung. Auch beim Verzicht auf technische Obliegenheiten sowie bei der Risikoanalyse über Deep Scans und MDR geht das Start-up eigene Wege.

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Rechtsschutzversicherer als Rechtsdienstleister?

Ob und in welchem Umfang eine Liberalisierung des Rechtsmarktes zugunsten von Rechtsschutzversicherern rechtlich und rechtspolitisch vertretbar wäre, untersucht Andreas Heinsen, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der ALLCURA 4VS GmbH, in seinem Gastbeitrag für VWheute. Im Mittelpunkt steht § 4 RDG, der Interessenkollisionen bei Rechtsdienstleistungen verhindern soll.

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FM-Deutschland-Chefin Hannah Witzel: „Ein Ausfall ist in dieser Branche schlicht inakzeptabel“

Seit drei Jahren führt Hannah Witzel das Geschäft von FM in Deutschland, Österreich und Osteuropa. Vor dem GVNW-Symposium spricht die Managerin im VWheute-Interview über Parität im Management, den Boom bei Rechenzentren und den Vorstoß in das mittelständische Segment.

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Heinz kontert Wiens: BVK lehnt Bafin-Überlegungen zur Verlängerung der Stornohaftung ab

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute spricht sich gegen die Überlegungen der Finanzaufsicht Bafin aus, die Stornohaftungszeit in der Lebensversicherung über die derzeit üblichen fünf Jahre hinaus zu verlängern. Die Aufsichtsbehörde begründet ihre Erwägungen mit neuen Wechselmöglichkeiten im Zuge der Reform der privaten Altersvorsorge und den daraus entstehenden Risiken für die Versicherer. Der BVK reagierte prompt.

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MÄRKTE & VERTRIEB

US-Versicherer wundern sich über die Kapazitätsstrategie von HDI bei Haftpflichtrisiken

HDI Global nimmt den US-Markt in Angriff, obwohl die Nuclear Verdicts zunehmen. Einen Rückzug aus dem Segment schließt Edgar Puls aus – die Problematik könne man über Limits und Preise regeln. Auf dem GVNW-Symposium erläuterte er, warum der Trend unaufhaltsam sei und ob unter dem forcierten US-Engagement die Kapazitäten deutscher Kunden leiden. Können sich Versicherer zusammenschließen, um gemeinsam gegen die Welle anzugehen? Talanx-CEO Torsten Leue hat darauf eine klare Antwort.

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Ammerländer und Laka starten Embedded-Insurance-Kooperation

Die Ammerländer Versicherung und der britische Assekuradeur Laka wollen gemeinsam das Geschäft mit eingebetteten Versicherungen für Fahrräder und E-Bikes in Deutschland vorantreiben. Die Kooperation zielt darauf ab, den Versicherungsschutz direkt in den Kaufprozess bei ausgesuchten Handelspartnern zu integrieren.


Studie: Noch viel unerschlossenes Potenzial im Schadenmanagement

Bei Triage denken viele zunächst an den Arztberuf, nicht unbedingt an den Job eines Schadenmanagers. Dabei kann eine kluge Steuerung der Schadenfälle mittels einer sogenannten digitalen Triage für eine erhebliche Entlastung sorgen. Das sagt jedenfalls das Beratungsunternehmen Sedgwick, das mehr als 2,3 Millionen Schadenfälle analysiert hat. Demnach ließen sich die Schadenbearbeitungskosten um gut 20 Prozent drücken.

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Neue Regionalklassen in der Kfz-Versicherung: An der Stadtgrenze droht das Preisgefälle

Knapp zehn Millionen Autofahrer werden von ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung in eine andere Regionalklasse umgeparkt. Für die Mehrheit verbessert sich dadurch die Einstufung, berichtet der Branchenverband GDV auf Basis seiner jährlich aktualisierten Regionalstatistik für die 413 deutschen Zulassungsbezirke. Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass die Kfz-Versicherung unter anderem im schadenträchtigen Berlin mehr als 60 Prozent teurer ausfallen kann als im beschaulichen Emden.

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Aon: „Industrieller Sachversicherungsmarkt wird käuferfreundlicher“

Der Makler Aon wartet in seinem aktuellen „Marktreport 2026“ mit vielen guten Nachrichten für die deutsche Industrie auf: In vielen Sparten schöpfen die Versicherer aus vollen Kapazitäten und die Branche verspürt wieder mehr Risikoappetit. Die schlechte Nachricht: Die Risiken, die Unternehmen absichern müssen, werden komplexer und sind stärker miteinander verknüpft. VWheute hat sich angeschaut, wie man bei Aon auf die Schlüsselsparten Sach, Industriehaftpflicht, Kfz-Flotte, Cyber und D&O blickt.

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POLITIK & REGULIERUNG

BGH: Kaskoversicherte müssen Werkstattrisiko auf sich nehmen

Welche Seite muss in der Kfz-Kaskoversicherung das sogenannte Werkstattrisiko tragen – der Versicherer oder der Versicherungsnehmer? Letzterer, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem höchstrichterlichen Urteil. Damit muss die Kundin, die gegen die Huk24 geklagt hatte, knapp 390 Euro, die der Versicherer als überhöht erachtet hatte, aus eigener Tasche zahlen. Der Mutterkonzern Huk-Coburg begrüßt das Urteil.

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Nach OLG-Urteil: Zurich will Niederlage im Rentenfaktor-Streit nicht hinnehmen

Der Lebensversicherer Zurich Deutscher Herold durfte den Rentenfaktor in tausenden fondsgebundenen Riester- und Rentenversicherungen nicht herabsetzen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Köln entschieden und damit den klagenden Verbraucherschützern recht gegeben. Beendet ist der Streit damit aber noch nicht: Der Versicherer will Revision gegen das OLG-Urteil beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen, wie ein Sprecher auf VWheute-Nachfrage mitteilte.

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Skalieren statt Fusionieren

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich an einem Wendepunkt. Mit der Weiterentwicklung der Digitalisierungsstrategie, den Ergebnissen der FinanzKommission Gesundheit (FKG), dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sowie dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG, Kabinettsentwurf vom 15. Juli 2026) adressiert die aktuelle Reformagenda des Bundesministeriums für Gesundheit gleichzeitig die Themen Finanzierung, Digitalisierung, Datennutzung und Versorgungssteuerung. Ein Überblick von Convista-Expertin Eva Maria Reuter.


Rückversicherer warnen vor unberechenbarer Weltordnung

Thierry Léger, CEO des französischen Rückversicherers Scor, und sein Chief Underwriting Officer Jean-Paul Conoscente zeichnen in Monte Carlo das Bild einer „Disrupted World“. Eine kontinuierliche, kalkulierbare Entwicklung gehöre der Vergangenheit an. Stattdessen mache eine Sequenz unberechenbarer Schocks das Risikomanagement extrem komplex.

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Munich Re: Non-Peak Perils auf dem Vormarsch

Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re kann sich über hervorragende Renditen freuen. Doch hinter den Kulissen blickt der Branchenprimus mit Sorge auf eine Welt, die von geopolitischen Spannungen und dem Klimawandel gezeichnet ist. Für Rückversicherer stehen mehrere Kernaufgaben im Fokus: Risiken verringern, Schadenszenarien exakt vorhersagen und Schäden bezahlen. Kritik übt die Munich Re an Sidecars.


KÖPFE & POSITIONEN

Proof of Concept bei ORDA steht: „Die Systeme können miteinander kommunizieren“

Nachdem ORDA vor zwei Jahren erstmals sichtbar gemacht und später als finanzierter sowie organisierter Verein aufgestellt wurde, präsentierte Vorstandsvorsitzender Benedikt Hintze auf dem GVNW-Symposium den nächsten Meilenstein. Für Patrick Fiedler und Stefan Rosenowski hängt der finale Erfolg des Projekts jedoch von einem besonderen Aspekt ab.

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Isabel Martorell Naßl: Die eigentliche Revolution findet im Kopf statt, nicht in Rechenzentren
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„Als wir in der Versicherungskammer begonnen haben, unsere KI-Plattform auszurollen, war die entscheidende Frage nicht: Welche Technologie setzen wir ein? Sondern: Was sind wir bereit zu verändern?“, erklärt Vorständin Isabel Martorell Naßl. Denn so verheißungsvoll die Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz erscheinen: Die Transformationsdimension liegt nicht in Modellen, nicht in Rechenleistung, nicht in klug orchestrierter Kollaboration. Sie liegt in den Menschen, die KI nutzen, sowie unserer Unternehmens- und Führungskultur.


Nina Arquint wechselt von Swiss Re zur Allianz

Nina Arquint verlässt den Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions und startet zum 1. April 2027 in eine neue berufliche Etappe bei Allianz Commercial und AGCS. Im Vorstand übernimmt sie den Job als President Commercial. Arquint ist künftig für den Raum Europa, den Nahen Osten und Afrika zuständig. Sie berichtet direkt an den Allianz-Commercial-Chef Thomas Lillelund.

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Axa XL befördert Markus Posberg

Der Industrieversicherer Axa XL hat den langjährigen Deutschlandchef für das Property-, Construction- und Energy-Underwriting befördert: Markus Posberg ist künftig für ganz Europa sowie den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum zuständig. Posberg folgt auf Laurent Richème, der jüngst zum Global Chief Underwriting Officer Property bei Axa XL ernannt wurde.

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Andreas Kessler lotst früheren Everest-Gefährten zu Dual

Der Assekuradeur Dual wollte im Spätsommer 2026 bereit sein für den operativen Start ins Sachversicherungsgeschäft – und das ist den Kölnern zum 1. September auch gelungen. Pünktlich zum Markteintritt bekommt der neue Property-DACH-Chef Andreas Kessler nun Unterstützung von einem ehemaligen Teamkollegen: Andre Staniek verlässt nun ebenfalls den Industrieversicherer Everest, um Aufbauarbeit bei Dual zu leisten.

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