SCHLAGLICHT

„Muss man auch loslassen können“: Wie die Allianz aus Online-Abbrechern treue Agenturkunden macht

Mit 7.600 Agenturen setzt die Allianz hierzulande weiterhin voll auf die Fläche. Wie sich diese Zahl mittels einer Omnichannel-Strategie stabil halten lässt, schilderte Andreas Schmid (Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG) auf der ersten ITW-Vertriebskonferenz von Prof. Dr. Florian Elert in Köln. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die neue, 200-köpfige Digitale Vertriebseinheit (DVE). Ihr Clou: Sie bringt Kunden in die Agenturen, „die ansonsten dort nie angekommen wären“. Zudem berichtete Schmid, warum Kunden vor Ort teurere Preise im Vergleich zu Allianz Direct bereitwillig hinnehmen und wie der Konzern aus weniger Beratung mehr Abschlüsse generiert.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Versicherungspersonal spürt keine KI-Entlastung, Verdi warnt vor Vertrauensverlust

Statt die Arbeit zu erleichtern, sorgt KI bei vielen Beschäftigten für zusätzlichen Druck. Das ist das zentrale Ergebnis einer Verdi-Befragung aus dem Frühjahr unter mehr als 8.000 Beschäftigten aller großen Versicherer. Acht von zehn Beschäftigten spüren keine Verringerung ihres Arbeitspensums durch KI. Fast neun von zehn Erwerbstätigen erleben keinerlei Entlastung vom täglichen Arbeitsdruck, heißt es. Verdi fordert im Vorfeld der nächsten Verhandlungsrunde für einen Rahmentarifvertrag zur Transformation am 30. Juni mehr Transparenz und klare Spielregeln.

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Altersvorsorgereformgesetz: „Manch Neobroker wird sich daran verheben“

Das neue Altersvorsorgedepot wird viele neue Konkurrenten auf den Plan rufen – darin ist sich die Versicherungs- und Vermittlerbranche einig. Doch es regen sich Zweifel, ob die neuen Modelle tatsächlich so unkompliziert funktionieren werden, wie es sich insbesondere die Neobroker vorstellen. Mancher Anbieter „wird sich daran verheben“, sagte Kai Schulze, Leiter des Berliner Büros des Fondsverbands BVI, bei einer Diskussionsrunde im Rahmen der 34-Jahr-Feier des Vermittlerverbandes AfW in Berlin. Gastgeber Norman Wirth warnte jedoch davor, die Angriffslust der Fintechs zu unterschätzen: „Von Riester wird nichts mehr übrigbleiben, da waren die sich völlig einig – das wird plattgemacht werden“, schilderte Wirth seine Eindrücke von einer Fintech-Veranstaltung.

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VGH schafft den Turnaround in der Kfz-Versicherung

Die VGH Versicherungen sind mit ihrer Kfz-Sparte in die versicherungstechnische Gewinnzone zurückgekehrt. Dass die Hannoveraner 2025 zudem die Beitragseinnahmen und den Gewinn steigerten, ließ Vorstandschef Ulrich Knemeyer von einem „rundum guten Jahr“ sprechen – insbesondere die Schaden- und Unfallversicherung profitierte von einem ruhigen Schadenjahr.

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Ein Großteil der KI-Implementierungen ist bei der Ergo ertragreich

Ein verpixeltes Foto oder ein schief abfotografiertes Rezept reichen aus, um den Versicherungsprozess für zwei Wochen lahmzulegen. Bei der Ergo Deutschland führten solche banalen Fehler bisher zu 600.000 manuellen Nachfragen per Telefon pro Jahr, erklärte Operations-Vorstand Sebastian Rapsch bei einem Pressegespräch. Er setzt nun auf eine KI, die direkt beim Upload zuschlägt. Insgesamt setzt der Konzern über 300 AI-Anwendungen in 23 Ländern ein. Für Mark Klein muss jedes dieser Tools einen nachweisbaren finanziellen Ertrag liefern.

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Emirates führt über Zurich-Tochter Reiseversicherung mit Kriegsschutz ein

Nach den Luftraumschließungen infolge des Irankriegs unternimmt die in Dubai beheimatete Fluggesellschaft Emirates über den Versicherungshebel einen Versuch zur Gewinnung von Kundenvertrauen. Über eine Zurich-Tochter bietet die Airline eine Reiseversicherung an, die auch medizinische Kosten durch kriegsbedingte Ereignisse sowie Kosten bei Reiseunterbrechungen abdeckt. Beflügelt wird der Schritt durch das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran, das den Weg für eine Normalisierung des Flugverkehrs in der Region ebnen soll.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Fonds- und Hybridpolicen: Bewegung bei Effektivkosten, Bafin bleibt kritisch

Versicherungsanlageprodukte (VAP) stehen unter strenger Beobachtung, denn sie sollen Verbrauchern sowohl in der Ansparphase als auch während des Rentenbezugs einen angemessenen Kundennutzen bieten. Eine aktuelle Untersuchung der Finanzaufsicht Bafin zeigt, dass sich in den vergangenen fünf Jahren auf dem Markt einiges getan hat. Für Entwarnung ist es aus Sicht der Aufseher jedoch zu früh, man bleibe aktiv.

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ALH-Vorstand Pape: „PE-Investoren sind positiv für die Branche und für Endkunden“

Palettenweise Post statt Dunkelverarbeitung? Auf der ITW-Vertriebskonferenz sprach ALH-Manager Christian Pape Klartext über den Zustand der Branche. Seine These: Erst der Druck von Private-Equity-Investoren zwingt die Versicherer zu echter Professionalität. Auch die Strukturvertriebe erhielten von ihm viel Lob als Retter gegen die Vergreisung des Vertriebs. Neben Einblicken in die neue KI-Strategie erklärte er, warum die ALH bewusst auf eine eigene Digitalmarke verzichtet, wie alte Host-Systeme die Digitalisierung behindern und warum der Versicherer aus Oberursel dennoch die „Challenge“ gegen Trade Republic und Co. selbstbewusst annimmt.

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Unicredit prüft Aufstockung von Generali-Anteilen

Die italienische Großbank Unicredit sucht nach mehr Marktmacht, stößt im Heimatmarkt jedoch auf Widerstand. Wie die Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ unter Berufung auf Insider berichtet, soll das Geldinstitut bei der Holding Delfin der Milliardärsfamilie Del Vecchio angeklopft haben, um die Übernahme weiterer Anteile an der Generali zu prüfen. Das Angebot wurde allerdings nicht angenommen.

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Zurich versichert Roboter in Hongkong

Die Zurich hat in Hongkong eine Embedded-Insurance-Lösung für Roboter auf den Weg gebracht. Dazu kooperiert der Versicherer mit dem Insurtech YAS Insurance, das die Absicherung an Firmenkunden weitervermittelt. Die Deckung umfasst Schäden, die aus versicherten Vorfällen mit Robotern entstehen – sei es auf der Baustelle oder auch im Restaurant.

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Makleraufkäufer Moin: „Wir starten das erste AI-Roll-up im deutschen Versicherungsvertrieb“

2024 hat Philipp Kanschik den Job als Managing Director bei Policendirekt  an den Nagel gehängt. Nach zwei Jahren als selbstständiger Berater greift er mit einem Gründungsprojekt wieder im Maklermarkt an. Zusammen mit Moritz Delbrück, der eine Arag-Vergangenheit hat, und dem Softwarespezialisten André Hoendgen zündet Kanschik den Motor für die Moin Group. Moin steht für Modern Insurance Technology und soll aufgekaufte Makler mit KI-Lösungen aufpeppen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Milliardenrisiko Rechenzentren: Zurich warnt vor mangelnden Versicherungskapazitäten

Der weltweite Boom von Rechenzentren und künstlicher Intelligenz erreicht Dimensionen, die den traditionellen Versicherungsmarkt an seine Grenzen bringen. Das rasant steigende Investitionsvolumen könnte Assekuranzen künftig dazu zwingen, auf Verbriefungslösungen zurückzugreifen, um die Risiken auf einen größeren Kreis von Investoren zu verteilen. Auf diese Entwicklung weist die Zurich in einem Medienbericht hin.

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Eiopa warnt vor Aufweichung der Finanzaufsicht

Inmitten der Debatte über die europäische Wirtschaftskraft betont die Versicherungsaufsicht Eiopa die Notwendigkeit einer strikten Trennung von politischer Strategie und banken- bzw. versicherungsunabhängiger Kontrolle. Der Vorwurf: Deregulierung unter dem Deckmantel der „Wettbewerbsfähigkeit“ gefährdet die langfristige Stabilität.

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Crowdsourcing: Alternative zu klassischen Methoden der Produktentwicklung in der Versicherungswirtschaft?

Crowdsourcing kann dazu beitragen, Produkte näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden auszurichten, die Qualität der Problemidentifikation zu erhöhen und die Beziehung zwischen Versicherungsunternehmen und Kunden zu stärken, schreibt Rainer Grim, Produktentwickler Kraftfahrt bei der R+V Versicherung, im Fachbeitrag für VWheute. Am Beispiel des Versicherungsschutzes im Bereich der Elektromobilität geht er in die Analyse.

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Zahnzusatzversicherungen: Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Anrufen

Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt davor, sich auf Werbeanrufe einzulassen, in denen unaufgefordert über angebliche Zahnzusatzversicherungen informiert wird. Der Warnung vor den sogenannten Cold Calls gingen mehrere Beschwerden von Betroffenen voraus. Die Verbraucherschützer raten tunlichst davon ab, „übereilte Abschlüsse“ am Telefon zu tätigen.

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Gesundheitsreform unter Beschuss: Bundesländer und Opposition proben den Aufstand

Die geplante Gesundheitsreform von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) stößt auf breiter Front auf erbitterten Widerstand. Neben einer hitzigen Debatte im Bundestag formiert sich nun auch im Bundesrat eine parteiübergreifende Allianz der Bundesländer gegen das Gesetzesvorhaben.

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KÖPFE & POSITIONEN

Bernd Telger übernimmt Aufsichtsratsvorsitz bei der Universa

Bei der Universa hat es im Rahmen der turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen im Juni personelle Veränderungen gegeben. Bernd Telger wurde zum Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt. Er folgt auf Professor Hubert Karl Weiler, der nach 20-jähriger Amtszeit aus dem Gremium ausscheidet und nun Ehrenvorsitzender ist. Neu in das Gremium rückt der ehemalige CEO Michael Baulig.

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Blau Direkt schafft neuen Spitzenposten, um KI-Kompetenzen auszubauen

Blau Direkt will längst mehr sein als nur ein Maklerpool – wovon auch diese aktuelle Personalentscheidung künden soll: Hans-Peter Wolf hat zum 15. Juni die neu geschaffene Position des Chief Product & Technology Officer (CPTO) übernommen. Der IT-Spezialist soll den Lübeckern dazu verhelfen, eine sogenannte „Agentic-Operating-Platform“ aufzubauen. Die Berufung hat auch Auswirkungen auf den bisherigen Job von CTO Sasha Justmann, wie VWheute erfuhr.

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Maximilian Beck hört als Ideal-Chef auf, Nachfolge offen

Die Ideal Versicherungsgruppe muss ihre Führungsspitze neu besetzen. Vorstandschef Maximilian Beck legt sein Amt zum 30. Juni 2026 überraschend nieder und verlässt das Berliner Unternehmen. Das Ausscheiden Becks „erfolgt im besten gegenseitigen Einvernehmen“, teilte die Ideal am Dienstag mit. Wer ihm nachfolgt, ist ebenso ungewiss wie der Auslöser für den plötzlichen Abgang.

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Meag: René Zeidan wird Head of Distribution in der DACH-Region

Der Vermögensverwalter von Munich Re und Ergo verstärkt sein institutionelles Kundengeschäft und hat René Zeidan zum 1. Juli zum Head of Distribution DACH ernannt. In dieser Funktion führt er den Vertrieb an institutionelle Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er berichtet an Heiko Wunderlich, Geschäftsführer Institutional Clients.