SCHLAGLICHT

Michael Diekmann warnt vor „weichen CEOs“

Im Mai verabschiedete sich Michael Diekmann nach fast vier Jahrzehnten aus dem Dienst bei der Allianz. In einem Gespräch mit dem Manager Magazin blickt der 72-Jährige auf seine Karriere zurück. Wenig abgewinnen kann er dem Rollenmodell des CEOs, der zu seinen Schwächen steht. Diekmann: „Wenn ich beispielsweise mit der Ansage in eine Vorstandssitzung gehe, dass ich Kopfschmerzen habe, dann wird keiner Rücksicht darauf nehmen, dass dem Diekmann der Schädel brummt.“ Auch zur Zusammenarbeit mit Oliver Bäte äußert er sich.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Sturmlechner steigt zum Österreich-Chef von Aon auf

Aon hat einen neuen Österreich-Chef. Michael Sturmlechner übernahm zum 1. Juli den Vorsitz der Geschäftsführung von Marcel Armon, der – wie bereits im Februar verkündet – zeitgleich die Führung des Deutschland-Geschäfts antrat. Sturmlechner heuerte 2019 bei dem Großmakler an, um dort zunächst die Wiener Niederlassung zu leiten.

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FWU-Insolvenzverfahren: Verwalter verkauft österreichische Leben-Tochter

Im Insolvenzverfahren über das Vermögen des Finanzdienstleisters FWU AG zeichnet sich eine erste Verwertungslösung ab. Insolvenzverwalter Ivo-Meinert Willrodt hat für die zur Gruppe gehörende Beteiligung an der österreichischen Austrion Life Group einen Käufer gefunden. Die Anteile soll die auf Guernsey beheimatete SKH Funding Limited übernehmen. Ein Kaufvertrag wurde bereits unterzeichnet, über die finanziellen Details und den Preis vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.

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Frankfurter Leben bereitet Angebot für Athora Deutschland vor

Für die deutsche Tochtergesellschaft der Athora Holding zeichnet sich ein Bieterverfahren ab. Medienberichten zufolge sollen sowohl die von der chinesischen Fosun International kontrollierte Frankfurter Leben als auch der Hamburger Vermögensverwalter IKAV verbindliche Angebote vorbereiten. Athora hatte bereits im Januar signalisiert, strategische Optionen für ihr deutsches Geschäft zu prüfen, darunter auch einen vollständigen Verkauf.

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Hamburger Allcura gründet Marine-Assekuradeur

Der kleine Hamburger Spezialversicherer für Vermögensschaden- und Berufshaftpflicht baut mit der Allcura Assecuradeur GmbH & Co. KG eine spezialisierte Einheit für den maritimen Sektor auf. Die Gründung der Tochtergesellschaft ist nach Unternehmensangaben eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage im Markt für Spezialsparten. Zu einem personellen Wechsel kommt es an der Spitze des Aufsichtsrates. Der ehemalige SV-Chef Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl scheidet planmäßig aus.

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Allianz-Chef Oliver Bäte: „Die Party ist zu Ende“

In der Diskussion um deutsche Regierungsreformen in den Bereichen Gesundheit, Rente und Arbeitsrecht bewertet Oliver Bäte die vorliegenden Vorschläge als eine „gute Basis“. Der Allianz-Chef betont in einem Interview mit dem Handelsblatt die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, da sich Deutschland in den vergangenen Jahren viele Privilegien durch eine im internationalen Vergleich höhere Produktivität und finanzstarke Unternehmen habe leisten können. Er stellt klar: „Die Party ist zu Ende.“ Nach Meinung des Managers behindere ein strenger Kündigungsschutz die wirtschaftliche Transformation. Volkswirtschaften mit solchen Regularien würden dazu neigen, vermehrt in traditionelle Industrien zu investieren und weniger Innovationen zu wagen.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Zahl der gesprengten Geldautomaten sinkt um fast 70 Prozent

Die Fallzahlen im Bereich der Geldautomatensprengungen in Deutschland sind stark rückläufig. Nach aktuellen Daten der R+V Versicherung sank die Zahl der geknackten Automaten innerhalb der vergangenen zwei Jahre um fast 70 Prozent. Als Hauptgrund für diese Entwicklung identifiziert die Analyse die flächendeckende Implementierung von passenden Sicherheitskonzepten.


Kai Kuklinski: „Im Mittelpunkt steht nicht, jede Unsicherheit zu eliminieren, sondern Risiken transparent zu machen und daraus belastbare Entscheidungen abzuleiten“

Lange Zeit galt eine leistungsfähige Infrastruktur in Deutschland als verlässliche Basisbedingung: Energie war kontinuierlich und günstig verfügbar, Transportwege und Datenverbindungen funktionierten. Heute rücken diese Grundlagen des Wirtschaftsstandorts Deutschland – Energieversorgung, Transport und Datenanbindung – gemeinsam mit Know-how, Bildung, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Stabilität in den Mittelpunkt strategischer Überlegungen von Staat und Unternehmen. Sanierungsbedürftige Schienenwege, volatile Energiemärkte, fragile Lieferketten und zunehmende Klimafolgen zeigen: Infrastruktur ist kein statischer Rahmenfaktor mehr, sondern ein wesentlicher Treiber dafür, wie attraktiv ein Standort für Investitionen ist und wie souverän Unternehmen und ­Volkswirtschaften Krisen bewältigen. Ein Gastbeitrag von Axa-XL-Manager Kai Kuklinski.

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Fünf Jahre nach der Ahrtal-Flut: „Wir laufen Gefahr, eine ähnliche Situation erneut zu erleben“

Mehr gezielter Hochwasserschutz an Flüssen ist möglich. Die Entwicklungen am Beispiel der Ahr zeigen aber, dass die Umsetzung viel zu lange dauert. Nach Ansicht von Wissenschaftlern und Versicherern wird es durch den Klimawandel künftig öfter zu Naturkatastrophen kommen. Zurich-Deutschland-Vorstand Horst Nussbaumer warnte bei einem Vor-Ort-Besuch vor einer Überforderung der Versicherungswirtschaft. Die Branche könne Schäden zwar finanziell abfedern, echte Resilienz entstehe aber „nur in Kombination mit konsequenter Prävention“. VWheute mit Eindrücken aus Bad Neuenahr-Ahrweiler fünf Jahre nach der großen Katastrophe.

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Warnsignal für Generali: Staat droht mit harten Eingriffen in Italiens Versicherungsbranche

Die italienische Regierung erhöht den Druck auf den heimischen Finanzsektor und droht mit direkten staatlichen Eingriffen bei den Eigentümerstrukturen heimischer Versicherer. Damit soll sichergestellt werden, dass die Ersparnisse der Bürger der italienischen Wirtschaft zugutekommen. „Die Regierung wird ihren Teil dazu beitragen und – falls erforderlich – Veränderungen der Eigentümerstrukturen nicht gleichgültig gegenüberstehen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters eine Rede des Wirtschaftsministers Giancarlo Giorgetti auf der Jahresversammlung des italienischen Versicherungsverbands Ania. Die Aussagen gelten in Finanzkreisen als Warnsignal für die Zukunft von Generali.

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Blau Direkt bindet Münchner Online-Makler an sich

Der Lübecker Maklerpool und Technologiedienstleister Blau Direkt übernimmt den Münchner Online-Makler i-finance. Der Zukauf erfolgt über die Blau-Direkt-Tochter Tjara, die auf die Konsolidierung von Maklerbeständen spezialisiert ist. Damit geht auch das Vertriebsportal BesserBerater.de, das von i-finance betrieben wird, in den Besitz der Norddeutschen über. Tjara-Chef Dirk Henkies sieht in dem Erwerb des digitalen Vermittlerbetriebs auch ein „Signal für den gesamten Maklermarkt“.


POLITIK & REGULIERUNG

Über 350 Einsatzkräfte: Großbrand trifft Stuttgarter Frische-Zentrum hart

Ein Großbrand hat Teile des Stuttgarter Großmarkts – dem drittgrößten Handelsplatz für frische Waren in Deutschland – in Schutt und Asche gelegt. Wegen des enormen Ausmaßes rief die Feuerwehr die seltene vierte Alarmstufe aus. Während die Kriminalpolizei bereits ermittelt, liegen erste Schadenschätzungen in zweistelliger Millionenhöhe vor.

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Koalitionsausschuss: Versicherungs- und Vermittlerbranche drängt auf schnelle Umsetzung

Das am Donnerstag vorgestellte Reformpaket des Koalitionsausschusses stößt in der Versicherungs- und Vermittlerbranche auf breite Zustimmung. Der Versichererverband GDV bezeichnete die Beschlüsse als ein „gutes Signal für den Standort Deutschland". Insbesondere die Absicht der Koalition, alle 33 Vorschläge der Rentenkommission umzusetzen – und das bereits noch in diesem Jahr –, kommt in der Branche gut an. Zugleich fürchtet so mancher Verbandsmanager die Tücken im Detail.

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Juli-Erneuerung: Hohes Kapitalangebot drückt Rückversicherungspreise

Der globale Rückversicherungsmarkt erlebt zur Jahresmitte 2026 eine Dynamisierung. Hohe Renditen der Rückversicherer haben zu einem üppigen Kapitalangebot und einem scharfen Wettbewerb geführt, berichtet Gallagher Re in seinem First-View-Bericht. Die Entwicklung, die sich im ersten Quartal abzeichnete, hat sich bei den Vertragserneuerungen zum 1. Juli nun beschleunigt. Erstmals seit längerer Zeit sind Erstversicherer wieder in der Lage, passgenaue und auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Konditionen über fast alle Sparten hinweg durchzusetzen.

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Klimawandel: Fitch fordert mehr Innovation bei Versicherern und Ausbau von öffentlich-privaten Partnerschaften

Während die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen wie Waldbränden und Starkregen weltweit zunehmen, droht die Schere zwischen ökonomischen Schäden und tatsächlich versicherten Summen immer weiter auseinanderzugehen. Eine aktuelle Analyse der Ratingagentur Fitch Ratings zeichnet ein gefährliches Bild für die Branche: Ohne große Innovationen, regulatorischen Anpassungen und staatlichen Absicherungsprogramme drohen vielen Sachversicherern langfristige Geschäftsverluste und erhebliche Risiken für ihre finanzielle Stabilität.

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Finanzexperte Weinmann hadert mit Altersvorsorgedepot: „Stellen Sie sich vor, die gesetzliche Rentenversicherung würde mit 85 Jahren die Zahlung einstellen“

Die Lebensversicherung werde „jetzt vom Sockel gestoßen“, kommentiert Finanzwissenschaftler Hermann Weinmann die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge – wozu auch ein „Eigenverschulden“ der Branche beigetragen habe, wie er in einem Interview hinzufügt. Dass eine lebenslange Rente kein zwingend förderwürdiges Kriterium mehr ist, bedauert Weinmann. Mit Blick auf das geplante Altersvorsorgedepot wähnt er Versicherer mit eigener Fondsgesellschaft im Vorteil – diese könnten künftig „aus allen Rohren schießen“. Als große Reform-Verlierer sieht der Finanzexperte die Versicherungsvermittler, womöglich drohe ein „Vermittlerproletariat“.

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KÖPFE & POSITIONEN

Lisa Benhalima zieht ins ILS-Team von Munich Re ein

Der Markt für Insurance-Linked Securities (ILS) wächst – und davon will auch der Rückversicherer Munich Re profitieren. Um das Geschäft auszubauen, haben die Münchner nun Lisa Benhalima ins Global-ILS-Solutions-Team berufen. Zuvor war die Managerin im Konzern als Property-Treaty-Underwriter UK/Nordics tätig.

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Adam Melski wird Wertgarantie-Vorstand

Der Spezialversicherer Wertgarantie holt den früheren HDI- und VHV-Manager Adam Melski in den Vorstand. Der Amtsantritt am 1. September kommt für den IT-Experten einem doppelten Comeback gleich – einer Rückkehr in die Versicherungsbranche und in seine Heimatregion Hannover.

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Katharina Amann wechselt Job innerhalb der Allianz

Die ehemalige Volkswagen Autoversicherung-Chefin Katharina Amann übernimmt die Co-Leitung des wichtigen Bereichs Kraftfahrtschaden bei der Allianz Versicherungs‑AG. Den Job teilt sich die Managerin mit der erfahrenen Kollegin Stefanie Thier. Amann sammelte im vergangenen Jahr unter Renate Wagner internationale Erfahrungen als Leiterin der Geschäftseinheit Asia Pacific.


Thomas Moll und Tobias Sticht steigen in die Geschäftsführung von Aon auf

Großmakler Aon Deutschland erweitert seine Geschäftsführung. Thomas Moll, bislang Regionalleiter Süd und Leiter Broking Süddeutschland, sowie Tobias Sticht, der zuvor als Chief Commercial Officer agierte, wurden zum 1. Juli in die Leitungsebene des Unternehmens berufen. Aon plant, die Kundennähe in den einzelnen Regionen enger mit einer zentralen Steuerung zu verknüpfen.


Florian Modler steigt zum Geschäftsführer bei Wecoya Mobility auf

Personelle Veränderung an der Spitze von Wecoya Mobility: Florian Modler ist mit sofortiger Wirkung zum weiteren Geschäftsführer des Assekuradeurs bestellt worden. Modler, der bislang als Division Director im Unternehmen tätig war, wird die Gesellschaft künftig gemeinsam mit Tobias Stopp leiten. In seiner neuen Funktion ist der Modler für die strategische und operative Weiterentwicklung des Mobilitätsgeschäfts zuständig.

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