SCHLAGLICHT

Allianz-Leben-CEO Kubat frohlockt über staatliche Zulage: „30 Prozent Rendite sofort und garantiert“

Ruedi Kubat, Chef der Allianz Lebensversicherungs-AG, erhofft sich von der Altersvorsorgereform, dass die Branche neue Kundengruppen erschließt. „Es gibt ab 2027 etwa 30 Millionen Förderberechtigte in Deutschland, die bislang keinen Riester-Vertrag haben“, sagte Kubat auf dem Versicherungstag des GDV. Hierzu zählten insbesondere Selbstständige und Freiberufler. Vom Gesetzgeber fordert er Nachbesserungen beim Sicherungsvermögen und erwartet ein Entgegenkommen bei den Kapitalanlagevorschriften für die Branche.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Sicherungslücken bei Branchengrößen: Warum neun Lebensversicherern das Polster ausgeht

Ein erneut drehendes Zinsumfeld sowie hoher Abschreibungsbedarf bei Immobilien und Private Debt bringen die deutschen Lebensversicherer unter Druck. Das aktuelle LV-Qualitätsrating 2026 der Metzler Ratings GmbH zeigt schwere Sicherungslücken bei gleich neun Branchengrößen – darunter Generali Deutschland, Zurich, LVM, Cosmos, die Alte Leipziger, die Württembergische, Gothaer, Proxalto und LPV. Auch Schwergewichte wie die Debeka geraten zunehmend unter Zugzwang. Bei den betroffenen Häusern reicht die HGB-Substanz rechnerisch nicht mehr aus, um die immensen stillen Lasten aufzufangen – ihre Sicherheitsmittelquote ist ins Negative gerutscht.

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Allianz baut Dominanz im deutschen Markt aus

Der deutsche Erstversicherungsmarkt zeigt ein hohes Maß an Marktkonzentration. Auf die zehn größten Anbietergruppen entfallen im Gesamtmarkt 68,10 Prozent des gesamten Prämienvolumens. Dies geht aus der aktuellen Marktanteilsanalyse für das Geschäftsjahr 2025 hervor, die vom Kölner Institut für Versicherungsinformation und Wirtschaftsdienste (Kivi) veröffentlicht wurde. Unangefochtener Branchenprimus bleibt die Allianz-Gruppe, die über alle Sparten hinweg auf einen Marktanteil von 18,11 Prozent kommt. Im Jahr zuvor lag der Wert bei 17,39 Prozent.


VIG beteiligt sich an Dolphin Technologies

Die Vienna Insurance Group baut ihr digitales Portfolio aus. Der österreichische Versicherungskonzern beteiligt sich mit 25 Prozent am Wiener Unternehmen Dolphin Technologies. Die VIG vertieft eine seit 2022 bestehende Partnerschaft, um den Einsatz KI-gestützter Telematik in ihren Märkten zu forcieren.


Machtkampf in London: Aon und Blackstone fordern Rückversicherer heraus

Das Private-Equity-Schwergewicht Blackstone schickt sich an, mit einer neuartigen Struktur direkt in das Herz des traditionsreichen Versicherungsmarktes Lloyd’s of London vorzudringen. Die mit Aon geschmiedeten Pläne sorgen für heftigen Widerstand bei etablierten Rückversicherern, die um ihr Geschäft und die Stabilität des Marktes fürchten. Hiscox-Chef Aki Hussain kritisiert, dass der Vorstoß lediglich mehr Kapital in einen Markt drückt, in dem die Preise ohnehin fallen, ohne neues Geschäft zu schaffen.

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Aon beruft Doppel-Spitze zu Thofern-Nachfolgern

Bereits seit Juni ist bekannt, dass Jan-Oliver Thofern, CEO und Chairman des Rückversicherungsbereichs von Aon Deutschland, zum Jahresende in den Ruhestand wechselt. Thoferns Führungsaufgaben verteilt der Makler künftig auf mehrere Schultern: Ein Tandem aus den langjährigen Aon-Kräften Phillip Esser und Volker Wahl teilt sich die CEO- und Chairman-Position zum 1. Oktober 2026 untereinander auf.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Bundesregierung vor Durchbruch bei Elementardeckung – setzt aber weiter auf „bewährtes Versicherungssystem“

Die Bundesregierung will die Verbreitung von Elementarschadenversicherungen deutlich erhöhen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte dazu auf dem Versicherungstag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ein „detailliertes und durchdachtes Eckpunktepapier“ an. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen bezeichnete viele Punkte in Hubigs Rede als „erfreulich“ – insbesondere, dass „Elemente der Freiwilligkeit“ gewahrt werden sollen.

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R+V-Chef Rollinger wirbt für bAV und warnt vor Börsen-Risiken: „Das ist vielleicht für Besserverdienende aushaltbar“

R+V-Chef Norbert Rollinger hat mit Blick auf die Altersvorsorgereform davor gewarnt, die Risiken einer stärker individualisierten Vorsorge zu unterschätzen. Der Gesetzgeber habe einen „Paradigmenwechsel“ vollzogen, indem er die dritte Säule vollständig dem Kapitalmarkt geöffnet habe. Die Bürger müssten dann lernen, „dass sie da dem Unwillen des Kapitalmarkts ausgesetzt sind“, sagte Rollinger bei einem Empfang der R+V in der Hessischen Landesvertretung in Berlin. Dort warb der CEO für das kollektive Sparen über die betriebliche Altersversorgung (bAV) – doch die hat keinen leichten Stand.  

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Fitch-Umfrage: Rückversicherer bevorzugen Leben und Kranken bei der Kapitalallokation

Rückversicherer und andere Marktteilnehmer bevorzugen bei der Allokation von Eigenkapital die Segmente Leben und Kranken sowie Spezialrisiken gegenüber dem klassischen Sachrückversicherungsgeschäft. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Fitch Ratings hervor, die im Rahmen des Branchentreffens Rendez-Vous de Septembre in Monte Carlo unter 93 Marktteilnehmern – darunter Rückversicherer, Erstversicherer und Makler – durchgeführt wurde. Der Trend spiegelt eine strategische Reorganisation als Reaktion auf den anhaltenden Preisdruck im Sachbereich wider.


„Versicherer des Jahres 2026“ gekürt: Kein Anbieter ist mehr „sehr gut“ – doch die Allianz kämpft sich zurück

Die Deutschen werden immer unzufriedener mit ihren Versicherern. Im aktuellen Ranking des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) für ntv reicht es für die Branche erstmals nur noch zu einem „befriedigenden“ Urteil. Das Gesamtergebnis liegt bei 69,9 von 100 möglichen Punkten. 2025 waren es mit 70,4 Punkten zwar nur etwas mehr – das reichte damals aber noch für ein „gut“. 2022 schaffte die Branche 75,4 Punkte – seither ging es stetig runter. Spitzenreiter ist abermals der Münchner Verein, jedoch büßt er seinen Status als einziger „sehr guter“ Anbieter ein. Die Allianz machte einen gewaltigen Satz nach vorn und verbesserte sich um eine ganze Note.

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Versicherer werden wagemutiger bei Private Credit

Im Mai äußerte sich die Europäische Zentralbank (EZB) besorgt über den wachsenden Private-Credit-Appetit der europäischen Versicherer. Die Ratingagentur Moody’s hält die Risiken allerdings noch für beherrschbar. Man erwarte derzeit nicht, dass der Boom „die Bonität der meisten bewerteten Versicherer wesentlich beeinträchtigen wird“, heißt es in einem Bericht. Gleichwohl ist den Autoren nicht entgangen, dass sich Versicherer in den USA und Europa vermehrt auch an komplexeren Private-Credit-Strukturen heranwagen.

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POLITIK & REGULIERUNG

Streit um 677 Mio. Pfund: Santander siegt im Mis-Selling-Prozess gegen Axa

In früheren Jahrzehnten galt die Verquickung von Krediten und Restschuldversicherungen als verlässliche Gelddruckmaschine für Banken und Versicherer. Heute beschäftigt das millionenschwere Nachspiel dieses „Mis-Sellings“ die Gerichte. Vor dem Londoner Court of Appeal hat nun Santander einen Etappensieg gegen Axa errungen – mit womöglich teuren Konsequenzen für den französischen Versicherungsriesen.

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Schifffahrt: „Ein globaler, pauschaler Versicherungsschutz ist einfach keine Option mehr“

Transportversicherer geraten zunehmend in die Rolle eines zentralen Krisenmanagers für den weltweiten Schiffsverkehr. Auf der Konferenz der International Union of Marine Insurance (IUMI) in Rotterdam stellte IUMI-Präsident Frédéric Denèfle als Vorsitzender des „President’s Workshop“ klar, vor welchen Herausforderungen die Branche steht. Sein Appell richtet sich direkt an die maritime Gemeinschaft. Das Verständnis für die Komplexität von Kriegsrisikoversicherungen müsse geschärft werden, um den Welthandel auch unter extremen Bedingungen aufrechtzuerhalten.


Unfallversicherungs-Rating: Höhere Leistungsdichte an der Spitze, aber jedes fünfte Angebot schwächelt

Die Analyseagentur Franke und Bornberg hat ihr Unfallversicherungs-Rating 2026 vorgelegt. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Spreizung am Markt: Während immer mehr Versicherer den Sprung in die Höchstkategorie schaffen, fällt am unteren Ende weiterhin jeder fünfte Tarif ab. Insgesamt wurden 474 Tarife von 86 Gesellschaften untersucht. Bei den Spitzen-Tarifvarianten liegt die HanseMerkur vorne, während die am schlechtesten bewerteten Angebote unter anderem von der Huk-Coburg, Generali und der WGV stammen.

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Cybersicherheit: „Die Annahme, zu klein oder zu unwichtig zu sein, ist ein gefährlicher Trugschluss“

2025 ist die Zahl der Verträge gewerblicher Cyberversicherungen um 15,7 Prozent auf rund 157.000 gestiegen. Trotzdem bleibt sie in Deutschland wenig verbreitet, analysiert der GDV. „Nur rund fünf Prozent der Unternehmen sind gegen die Folgen eines Cyberangriffs versichert”, sagt die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach. „Das ist nicht zuletzt angesichts der globalen Sicherheitslage ein Problem. Kein Betrieb ist vor Hackern sicher.“


IVS: 70 Prozent Nettoersatzquote klappt nur mit starker bAV

Die von der Alterssicherungskommission angestrebte Nettoersatzquote von 70 Prozent sei „ohne eine starke und leistungsfähige“ betriebliche Altersversorgung (bAV) nicht zu schaffen. Das erklärte der IVS-Vorstandsvorsitzende Stefan Oecking bei einem Pressegespräch des Instituts der Versicherungsmathematischen Sachverständigen für Altersversorgung (IVS). Mit Blick auf die gesetzliche Kapitalrente fordern die Fachleute, „auch in der Rentenphase die Chancen des Kapitalmarktes“ zu nutzen. 

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KÖPFE & POSITIONEN

BCG-Urgestein Freese zieht in zwei Aufsichtsräte der Generali Deutschland ein

Christopher Freese berät Versicherer seit Jahrzehnten. Seine Expertise wird der Managing Director und Senior Partner der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) künftig auch dazu nutzen, zwei deutsche Generali-Gesellschaften zu kontrollieren. Wie der Versicherer mitteilte, zieht der 62-Jährige zum 1. Oktober in die Aufsichtsräte der Generali Deutschland Lebensversicherung AG und der Generali Deutschland Versicherung AG ein.

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