SCHLAGLICHT

Warnung im IPO-Prospekt: Anthropics Börsenpläne lenken den Blick auf KI-Haftungslücken der Versicherer

Der KI-Riese Anthropic beantragt seinen Börsengang und warnt vor einer wachsenden Versicherungslücke im KI-Bereich. Wie aus den IPO-Unterlagen des Unternehmens aus Kalifornien an die Börsenaufsicht SEC hervorgeht, könnten Haftungsrisiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz die Kapazitäten der Branche übersteigen. Die Ratingagentur Morningstar DBRS kommentiert, dass ein großes Risiko in der Schadenkumulation liegt. Abhängig von den jeweiligen Versicherungsbedingungen könnten KI-bezogene Schadenfälle auch unter bestehende Haftpflichtpolicen fallen, ohne dass dafür ein gesonderter KI-Versicherungsschutz abgeschlossen wurde.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Solvency II vor dem Praxistest: Welche Versicherer profitieren von der neuen Proportionalität?

Solvency II hat seit seiner Einführung dazu geführt, dass Risiken und ihre finanzielle Bewertung maßgeblich die Geschicke von Versicherungsunternehmen beeinflussen. Mit dem Solvency-II-Review wird die Versicherungsaufsicht künftig noch stärker am individuellen Risikoprofil des einzelnen Unternehmens ausgerichtet. Grundlage sind die neuen Art. 29a bis 29e der Richtlinie 2009/138/EG in der Fassung der Änderungsrichtlinie (EU) 2025/2, die eine dreistufige Kategorisierung von Versicherern einführen. Bereits seit dem 1. August 2026 können Versicherer über ein Bafin-Voranzeige- und -Vorantragsverfahren ihre voraussichtliche Kategorie klären; die materiellen Neuregelungen gelten ab dem 30. Januar 2027. Eine Analyse von Udo Pickartz und Regina Radam.

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Deutsche Bank und Zurich-Gruppe verlängern Vertriebspartnerschaft

Die Deutsche Bank hat ihre Vertriebspartnerschaft mit der Zurich Gruppe Deutschland vorzeitig bis Ende 2042 verlängert. Auch die Kooperation mit der Fondstochter DWS wird fortgeführt, wird in einer Mitteilung berichtet. Der aktuelle Vertrag wäre erst 2032 ausgelaufen. Die Vereinbarungen gelten sowohl für die Marke Deutsche Bank als auch für die Postbank.


Angebotstexte in 60 Sekunden: Cyberdirekt beschleunigt Cyber-Vertrieb per KI

Das Berliner Insurtech Cyberdirekt integriert Generative KI direkt in sein Maklerportal. Die neue Funktion fasst komplexe Cyberversicherungsangebote innerhalb einer Minute zusammen und erstellt verständliche Kundenanschreiben. Ein Jahr Entwicklung, der Einsatz von Claude über AWS Bedrock und ein Fokus auf die Haftung des Maklers prägen das Feature, wie VWheute erfuhr.

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Munich Re hebt Jahresprognose an

Der Dax-Konzern Munich Re bleibt auf Wachstumskurs. Nach einem Nettogewinn von 1,7 Mrd. Euro im dritten Quartal schraubt der Rückversicherer sein Gewinnziel für 2026 nach oben und übertrifft die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 1,48 Milliarden Euro deutlich. Munich Re profitierte von einer geringen Großschadenbelastung und einem guten Kapitalanlageergebnis.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Sollers-Experte Martin Seibold: „Agenten werden über die Zeit an Bedeutung gewinnen – viele Prozesse werden jedoch schon aus Kostengründen weiterhin klassisch automatisiert werden.“

Künstliche Intelligenz und der Einsatz von KI-Agenten erweitern die Automatisierungsmöglichkeiten in der Versicherungswirtschaft. Eine aktuelle Marktstudie der Unternehmensberatung Sollers mit dem Titel „KI im Kern – Markttrends bei den Anbietern von Kompositsystemen in DACH“ zeigt, dass der Einfluss von KI weit über reine Fachfunktionalitäten hinausgeht. Für die Erhebung wurden elf Anbieter von Kernversicherungssystemen im deutschsprachigen Raum befragt.


US-Lebensversicherer schrauben KI-Investments drastisch hoch

Die US-amerikanischen Lebensversicherer haben ihr finanzielles Engagement im Sektor der Künstlichen Intelligenz im ersten Halbjahr spürbar ausgeweitet. Laut einem aktuellen Bericht der Ratingagentur Moody’s stieg das Investitionsvolumen bis Ende Juni um 24 Prozent im Vergleich zum Jahresende – ein Trend, der sich nach Einschätzung der Analysten weiter fortsetzen dürfte.

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MoIn-Gründer Philipp Kanschik: Vermittler sollten in KI mehr sehen als nur einen Effizienzhebel

„Wie viel Zeit sparen Versicherungsvermittler mithilfe von künstlicher Intelligenz?“, fragt  Philipp Kanschik, Gründer und CFO der MoIn Group, im Gastbeitrag für VWheute. Diese Effizienzfrage dominiert seiner Meinung nach meist die Diskussion um die Technologie. Dabei ist KI nicht nur ein Effizienzhebel, sondern der zentrale Werttreiber für die Zukunftsfähigkeit von Maklerhäusern. Denn sie löst das strukturelle Grundproblem der Branche.

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Globale Katastrophenschäden sinken auf niedrigsten Neunmonatswert seit 2019

Die weltweiten versicherten Schäden aus Naturkatastrophen sind in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 auf 92 Mrd. US-Dollar gesunken. Dies ist der niedrigste Gesamtwert für diesen Zeitraum seit 2019. Wie aus dem aktuellen „Natural Catastrophe and Climate Report“ des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re hervorgeht, lagen die versicherten Schäden damit um 29 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 128 Mrd. US-Dollar.

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Bridgehaven-Europachefin Fiona Marry: „Deutschland hat gewaltigen Nachholbedarf bei MGAs“

Während Assekuradeure (MGAs) im UK und den USA längst feste Marktgrößen sind, führt das Segment in Deutschland mit nur einem Prozent Prämienanteil noch ein Nischendasein. Das soll sich ändern: Mit frischer Bafin-Zulassung drängt der irische Spezialversicherer Bridgehaven auf den deutschen Markt. Im Exklusiv-Interview mit VWheute erklärt Europachefin Fiona Marry, warum sie in den EU-Märkten enormes Wachstumspotenzial sieht und wie Bridgehaven mit seinem „Hybrid Fronting“-Modell die Lücke zwischen Nischen-Zeichnern und Rückversicherern schließen will.


POLITIK & REGULIERUNG

Wildunfälle kosten Versicherer 1,2 Milliarden Euro

Nach Zahlen des GDV kletterte die Schadensumme infolge von Wildunfällen im Jahr 2025 um sieben Prozent auf mehr als 1,2 Milliarden Euro. Der Anstieg ist allerdings nicht auf eine höhere Zahl von Unfällen zurückzuführen, denn die Anzahl der Zusammenstöße blieb mit rund 276.000 Fällen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant. Hauptursache für den Kostenantrieb sind die seit Jahren steigenden Reparaturpreise.


PHP-Sicherheitslücke: Versicherungsschutz bei freiwilligem Shutdown unklar

Nach der Veröffentlichung kritischer PHP-Sicherheitslücken haben Banken, Bahnen und Behörden weltweit ihre IT-Systeme vorsorglich vom Netz getrennt. Versicherungsmakler schlagen nun Alarm: Wenn Unternehmen ihre Server freiwillig herunterfahren, um Hacks zuvorzukommen, greift die Versicherungspolice oft nicht automatisch.

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Wie Libertys Strategie „Invest in Europe 2030″ das Wachstum im deutschen Spezialversicherungsmarkt vorantreibt
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Deutschland gehört zu den größten und stabilsten Versicherungsmärkten Europas – und zugleich zu den anspruchsvollsten. Der Mittelstand treibt die Energiewende voran, Großunternehmen bauen ihre KI-Infrastruktur aus, und Lieferketten werden komplexer und exponierter. Um in diesem Markt zu bestehen, braucht es mehr als Kapazität: Es braucht Expertise, die mit dem Wandel der Risiken selbst Schritt hält. Genau hier setzt Liberty Specialty Markets an.


Pflichtversicherung gegen Elementarschäden wird konkreter

Die Bundesregierung arbeitet an der Reform der Gebäudeversicherung. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger zuerst berichtete, planen Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil in einem Eckpunktepapier, den Schutz vor Elementarschäden künftig zum Standard für Hausbesitzer zu machen. Neu abgeschlossene Wohngebäudeversicherungen sollen Schäden durch Überschwemmungen, Erdbeben oder Lawinen künftig automatisch abdecken, bestehende Verträge sollen schrittweise angepasst werden. Die Umweltorganisation kritisiert das Eckpunktepapier, weil es kein ganzheitliches Gesamtkonzept im Umgang mit steigenden Klimaschäden aufzeige.


KÖPFE & POSITIONEN

Die-Süd-Vorstand schrumpft auf fünf Mitglieder

Bei der aus dem Zusammenschluss der SDK und der Stuttgarter entstandenen Versicherungsgruppe Die Süd wird der Vorstand umstrukturiert. Vertriebs- und Marketingvorstand Olaf Engemann verlässt das Unternehmen zum Jahresende auf eigenen Wunsch. Wie die Gruppe mitteilte, hat Engemann den Aufsichtsrat um eine vorzeitige Aufhebung seines laufenden Vertrags gebeten. Seine Aufgaben werden intern aufgeteilt.


Jutta Holzmann verlässt die Universa  

Zum 1. Februar 2026 beerbte Jutta Holzmann bei der Universa den langjährigen Vertriebsvorstand Werner Gremmelmaier. Er trat zum 31. Januar 2026 in den Ruhestand. Nach wenigen Monaten im Amt nimmt die 47-jährige Managerin wieder ihren Hut, wie das Medium Asscompact zuerst berichtete.