SCHLAGLICHT

VWCLUB zu Rückversicherung: Warum 17 Prozent Return on Equity keineswegs zu viel sind

Dass sich die Rückversicherer in wichtigen Segmenten auf sinkende Preise einstellen müssen, ist offenkundig. Bei den nun anstehenden Vertragserneuerungen ist der Preis allerdings nicht alles – vor allem geht es um die Feinheiten bei der Ausgestaltung des Versicherungsschutzes. Was das konkret bedeutet, welche Trends die Beteiligten spannend finden, warum man der Branche einen Return on Equity von zuletzt gut 17 Prozent ruhig gönnen dürfe und ob der KI-bedingte Job-Kahlschlag bald auch bei den Rückversicherern droht, diskutierten Markus Eich, Rückversicherungschef BarmeniaGothaer, Prof. Stefan Materne, Inhaber des Lehrstuhls für Rückversicherung an der TH Köln, und E+S-Rück-Manager Jonas Krotzek im VersicherungswirtschaftCLUB.

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UNTERNEHMEN & MANAGEMENT

Zankapfel laufende Bestandsprovision: Banken- und Fondsbranche kommen mit Versicherungswirtschaft nicht auf einen Nenner

In wenigen Wochen geht das Altersvorsorgedepot an den Start – und damit wachsen auch die Spannungen zwischen der Banken- und Fondsindustrie einerseits und der Versicherungswirtschaft andererseits. Nun liegen beide Lager bei der Frage über Kreuz, wie die Vergütung beim Wechsel von Riester-Verträgen in die neue geförderte Altersvorsorgegeregelt geregelt werden soll. Könnte der Zwist womöglich sogar die Ziele der Reform ins Wanken bringen?

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Insurtechs in Q3: Einbruch bei Großinvestitionen, aber hohe Deal-Stabilität dank KI

Obwohl das weltweite Finanzierungsvolumen im Insurtech-Sektor im dritten Quartal 2026 um 45 Prozent einbrach, zeigt sich die Branche resilient. Die reine Anzahl an Deals blieb auf Vorquartalsniveau, während KI-Start-ups mehr als vier Fünftel der gesamten Gelder auf sich vereinen konnten. Wie der aktuelle Bericht von Gallagher Re zeigt, verlagert sich der KI-Einsatz dabei zunehmend von bloßen Effizienzversprechen hin zur konkreten Präzisierung im Underwriting.

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Axa Deutschland baut Vorstand um

Bei der Axa Deutschland stehen zum Jahreswechsel personelle und strukturelle Veränderungen im Vorstand an. Karsten Dietrich (43) und Stephanie Peterson (42) verlassen das Unternehmen Ende des Jahres. Über die Beweggründe für das Ausscheiden der beiden Führungskräfte macht der Versicherer keine Angaben. CEO Thilo Schumacher betont über eine Mitteilung in den sozialen Medien den Plan, „die Verantwortlichkeiten so auszurichten, dass wir unseren Wachstumskurs konsequent fortsetzen.“


Swiss Re profitiert von niedrigen Katastrophenschäden, verspürt aber einen wachsenden Margendruck

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat in den ersten neun Monaten ordentlich verdient – für Finanzchef Anders Malmström kommt es aber trotzdem nicht infrage, die Gewinnprognose für 2026 anzuheben. Seine Vorsicht begründete der Manager vor Journalisten nicht zuletzt mit dem „wettbewerbsintensiven Marktumfeld“ in der Schaden- und Unfallrückversicherung.

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Bieterkampf um Delfin: Wer kontrolliert künftig die Generali-Aktien?

Ein unaufgefordertes 30-Milliarden-Euro-Angebot für die Del-Vecchio-Holding Delfin sorgt für Aufruhr in Italiens Finanzwelt. Fällt die Holding an den Investor Michal Strnad, droht der Weiterverkauf oder die Zerschlagung des strategischen 10-Prozent-Aktienpakets am italienischen Traditionsversicherer Generali. Doch das Aufbegehren der Miterben und eine neu formierte Schutzmauer um die Großbank Intesa Sanpaolo stellen den tschechischen Investor vor schier unüberwindbare Hürden.

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MÄRKTE & VERTRIEB

Zurich-Manager Bernd Engelien überzeugt mit Schlagerwissen bei Stefan Raab

Köln ist nicht nur die Wiege zahlreicher TV-Sender, sondern zählt auch zu den bedeutendsten Versicherungsstandorten Deutschlands. Da kommt es schon mal vor, dass sich Führungskräfte aus der Assekuranz im Fernsehpublikum einfinden. So auch Zurich-Manager Bernd Engelien: Als Stefan Raab in seiner Show das Publikum mit einer kniffligen Musikfrage überraschte, hatte der Branchenexperte spontan die richtige Antwort parat.

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Allianz Commercial gründet Lloyd’s-Syndikat

Der Industrieversicherer Allianz Commercial plant ein eigenes Direktversicherungs-Syndikat auf dem Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s. Der Name, unter dem es läuft, lautet „Allianz Commercial 1893“. Eine grundsätzliche Zustimmung seitens Lloyd’s liegt bereits vor. Der Start ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen.


Fonds-Finanz-Mutter Infitech übernimmt Mehrheit an Braunschweiger Spezialmakler

Die Infitech-Gruppe, Muttergesellschaft des Maklerpools Fonds Finanz, hat in Norddeutschland zugekauft. Der Braunschweiger Spezialmakler Kees Finanzberater GmbH tritt 75,1 Prozent seiner Anteile an die Münchner Unternehmensgruppe ab. Die Kunden von Kees sind vor allem bei Polizei und Feuerwehr tätig.

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Cyberdirekt analysiert Kühlanlagen-Angriffe: Nur sechs von 21 geprüften Cyber-Tarifen decken verdorbene Ware

In mehreren europäischen Ländern kam es infolge von Cyberangriffen zu Störungen an den Kühlsystemen von Supermärkten. Die Anlagen wurden von Kühlen auf Heizen umgestellt. In der Folge mussten große Mengen an Lebensmitteln entsorgt werden. Das Berliner Insurtech Cyberdirekt mahnt in einer Analyse, die VWheute vorab vorliegt, dass der Warenwert in Kühlregalen und Tiefkühltruhen bei einem vollen Supermarkt schnell im sechsstelligen Bereich liegen kann. Hinzu kommen die Entsorgung sowie der Umsatzausfall.


Munich Re Specialty startet offiziell in Australien

Die Munich Re Specialty hat ihren offiziellen Markteintritt in Australien bekannt gegeben. Das Unternehmen bietet ab sofort Versicherungslösungen in den Bereichen Immobilien, Bau und Ingenieurwesen, Bergbau sowie Kautionsversicherungen für kommerzielle Kunden und den Mittelstand an. Der Vorstoß ist Teil der Konzernstrategie „Ambition 2030“ der Munich Re, die eine stärkere regionale Präsenz von Underwritern und Schadenmanagern in direkter Nähe zu den Kunden vorsieht.


POLITIK & REGULIERUNG

BdV warnt Kfz-Versicherte vor voreiligen Tarifwechseln

Happige Beitragssteigerungen und eine sich hinziehende Schadenregulierung sind für Kfz-Versicherte die größten Ärgernisse, wie sich in der Beratungspraxis des Bundes der Versicherten (BdV) zeigt. Gleichwohl rät BdV-Expertin Bianka Bobell Versicherte tunlichst davon ab, mit Blick auf den nahenden Stichtag am 30. November, um jeden Preis den Anbieter zu wechseln. „Leistung steht vor Prämien“, betonte sie bei einem Online-Presseworkshop. Dort äußerte die Verbraucherschützerin auch ihren Unmut über Versicherer, die Neukunden Preisvorteile zulasten von Bestandskunden verschaffen.

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R+V Versicherung verzeichnet kräftigen Anstieg bei Frostschäden

Frost und ungewöhnlich starke Schneefälle zu Jahresbeginn 2026 haben bei den Kunden der R+V zu einem Anstieg der Gebäudeschäden geführt. Der Wiesbadener Versicherer beziffert die registrierten Frostschäden an Wohngebäuden in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf 3,6 Millionen Euro. Im gesamten Vorjahr 2025 lag die Schadenssumme bei 600.000 Euro.


Machtwechsel in den USA: Was der Demokraten-Sieg für die Versicherungsbranche bedeutet

Nach dem Wahlsieg der Demokraten im US-Kongress fordert die Versicherungsbranche parteiübergreifende Lösungen gegen explodierende Prämien und Naturgefahren. Gleichzeitig rüsten sich Verbände gegen strengere parlamentarische Kontrollen. Zudem drängt die Zeit: Bevor die neuen Mehrheiten im Januar ihr Amt antreten, tickt die Uhr für versicherungsrelevante Fristen wie das staatliche Flutprogramm NFIP.

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ESMA-Studie: So beeinflusst Social Media das Anlageverhalten von Verbrauchern

Die alltägliche Stimmung in den sozialen Medien – Fachleute sprechen von Social Media Sentiment – kann die Entscheidungen und damit auch die Renditen von Privatanlegern erheblich beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA). Die ESMA will daher die Risiken, die von sogenannten Finfluencern ausgehen könnten, genauer im Blick behalten. Dem Vermittlerverband BVK gefällt das.

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Neugeschäfts-Analyse von WTW: Makler bleiben führend bei laufenden Beiträgen

Die Einfirmenvermittler haben im vergangenen Jahr ihre Vormachtstellung im Lebensversicherungsgeschäft ausgebaut. Bei laufenden Beiträgen behaupteten hingegen Makler und Mehrfachagenten den ersten Platz, wie eine aktuelle Auswertung der Vertriebswege durch das Beratungs- und Maklerunternehmen WTW ergab. Dort glaubt man, dass die Schwächephase des Neugeschäfts mit laufenden Beiträgen bald überwunden sein wird. Grund hierfür: Die zum 1. Januar 2027 in Kraft tretende Altersvorsorgereform. Für die Restschuldversicherung erwies sich der Eingriff des Gesetzgebers hingegen als fatal.

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KÖPFE & POSITIONEN

BGV-Vorstand Lechner kehrt zur Nürnberger zurück

Personalie mit Vorlauf bei der Nürnberger: Philipp Lechner kehrt nach einem BGV-Intermezzo zu seinen beruflichen Wurzeln zurück und übernimmt zum 1. September 2027 das Ressort Vertrieb und Marketing. Der 39-jährige promovierte Wirtschaftswissenschaftler folgt auf Andreas Politycki, der sich zu diesem Zeitpunkt nach über vier Jahrzehnten im Dienst des fränkischen Versicherers in den Ruhestand verabschiedet.


Druck durch US-Justiz: Milliardär Walter erwägt Delaware-Life-Verkauf

Der US-Milliardär und Finanzinvestor Mark Walter prüft Medienberichten zufolge den Verkauf seines Lebensversicherers Delaware Life. Das Unternehmen verwaltet ein Vermögen von rund 71 Milliarden US-Dollar. Die strategische Neuaufstellung könnte Teil einer umfassenderen Restrukturierung seiner Holdinggesellschaft TWG Global sein, wie die Financial Times unter Berufung auf vertraute Personen berichtet.

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BVK organisiert Geschäftsführung um

Dominik Hoffmann wird stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute. Der 44-Jährige folgt auf Rechtsanwalt Hubertus Münster, der nach knapp 29 Dienstjahren in den Ruhestand treten wird. Hoffmann ist seit 2015 für den BVK tätig.


Montagskolumne mit Florian Karle: „Wir dürfen der KI nicht blind vertrauen“

„To be ahead of the plane“ – Dieser Leitsatz aus der Fliegerei lässt sich perfekt auf den Umgang mit künstlicher Intelligenz übertragen. Doch wer steuert hier eigentlich wen? Als passionierter Pilot und überzeugter KI-Befürworter ist Südvers-Chef Florian Karle sicher: Je smarter die Maschinen werden, desto wichtiger wird menschliche Expertise – von der professionellen Steuerung über das Einordnen von Wissen bis hin zu echter Persönlichkeit. Wie wir als Mensch-Maschine-Team die Oberhand behalten, lesen Sie in der VWheute-Montagskolumne.