Existenz-Check: Zehn Entwicklungen, die Versicherung zum Beben bringen

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Was bedeutet Zukunft für die Versicherer wirklich? Wie müssen sich die Unternehmen strategisch aufstellen und wo umstellen? Wann droht im schlimmsten Fall eine Bruchlandung? Vor diesem Hintergrund hat die Redaktion Versicherungswirtschaft die zehn spannendsten Entwicklungen in der Branche untersucht, die man nicht verpassen darf. Heute im Check: Schlechtes Klima.

Sommer 2018. Die damals unbekannt Greta Thunberg beginnt an Freitagen ihrem Schulunterricht fernzubleiben, um für die vollständige Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu demonstrieren. Seitdem gilt die 16-jährige Schwedin als etwas wie eine weltweite Ikone des Klimaaktivismus. Aus ihren Streiks hat sich die globale „Fridays-for-Future“-Bewegung entwickelt. Tausende Schüler streiken weltweit regelmäßig freitags, um sich für eine nachhaltige Klimapolitik einzusetzen.

Thunberg ihrerseits spricht regelmäßig auf internationalen Konferenzen, zum Beispiel auf der UN-Klimakonferenz oder dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Zur Climate Week 2019 der Vereinten Nationen in New York reist sie per Atlantiküberquerung im Segelboot an. Munich-Re-CEO Joachim Wenning kennt die Aktivistin zwar nicht persönlich, hält nach eigenen Angaben aber grundsätzlich viel von Engagement zum Thema Klimaschutz. Bei Greta sei auch Hype dabei. „Aber wenn dieser Hype dazu beiträgt, dass sich die Gesellschaft mit notwendigen Lösungen für unsere Umwelt auseinandersetzt, begrüße ich das“, sagte der Top-Manager in einem Welt-Interview.

Die Versicherer ducken sich hier keineswegs weg. Das wiederum ist branchenintern zu begrüßen. Player wie Allianz, Munich Re Axa oder Zurich haben sich entschieden, nicht mehr in Kohle investieren zu wollen. Oliver Bäte will bis zum Jahr 2040 komplett aus Kohlegeschäften jeder Art aussteigen. Schon jetzt versichert der Münchener Versicherungskonzern keine Neubauten von Kohlekraftwerken oder Kohleminen mehr. Gestrichen wurden auch Policen für Häfen, die hauptsächlich der Kohleverschiffung dienen. Damit verzichtet die Allianz auf ein Beitragsvolumen von rund 50 Mio. Euro im Jahr.

Ganz ohne Eigeninteresse kommen die Versicherer dann aber doch nicht davon. Die Unwetter der vergangenen Jahre haben die Versicherer viel Geld gekostet. Allein 2018 verursachten die Naturgewalten nach GDV-Angaben Schäden von rund 3,1 Mrd. Euro. Der Klimawandel wirkt sich nach Ansicht von Klimaforscher Christian Otto unmittelbar auf die Versicherer aus: „Die Kosten für versicherte Schäden haben sich auch in Deutschland stark erhöht, vor allem durch Flussüberflutungen.“

Trend: Versicherer zeigen klare Kante für das Klima. Worten folgen Taten. Aktuell positionieren sich vor allem die großen Akteure. Weitere Player werden folgen.

Autor: Michael Stanczyk

Teil eins: Blöcke in Ketten – Blockchain

Teil zwei: Leben am Limit – Lebensversicherung

Teil drei: Die „Anpeitscher“ Insurtechs

Teil vier: Cyberversicherungen

Teil fünf: Wohlfühloase Arbeit

Teil sechs: Fahren ohne Fahrer

Teil sieben: Datenflut unter Kontrolle

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