Existenz-Check: Zehn Entwicklungen, die Versicherung zum Beben bringen

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Was bedeutet Zukunft für die Versicherer wirklich? Wie müssen sich die Unternehmen strategisch aufstellen und wo umstellen? Wann droht im schlimmsten Fall eine Bruchlandung? Vor diesem Hintergrund hat die Redaktion Versicherungswirtschaft die zehn spannendsten Entwicklungen in der Branche untersucht, die man nicht verpassen darf. Heute im Check: Lebensversicherung.

Was ist von der Lebensversicherung noch zu halten und wie eigentlich ist sie zu halten? Diese Frage stellt sich immer öfter – ob medial, beruflich oder privat. Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht indes schlägt Alarm: „Die Situation der Lebensversicherer und Pensionskassen erfordert, dass wir unsere Kontrolle verstärken“, erklärte Bafin-Exekutivdirektor Frank Grund vor rund einem Monat im Rahmen seiner Rede auf der Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht.

Selten waren die Unwägbarkeiten für die deutschen Lebensversicherer so vielfältig wie heute: Niedrigzinsen, Regulatorik, demografischem Wandel und veralteten IT-Strukturen steht die digitale Transformation von Kunden und Gesellschaft gegenüber. „Das Niedrigzinsumfeld ist die neue Realität. Klassische Kapitalversicherungen, des Deutschen liebste Altersvorsorge, funktionieren in diesem neuen Umfeld nicht mehr“, sagt HDI-Vorstand Patrick Dahmen.

„Für Kunden müssen einfache, digitale Produkte und Services angeboten werden. Es muss uns gelingen, einfache, smarte und digital gestützte Produkte und Services zu bieten, die in ihrer Handhabung so einfach sind wie Smartphones.“ Etablierte Versicherer mit langer Tradition und vielen Verträgen im Bestand haben hier jedoch ein Problem mit historisch gewachsenen IT-Strukturen. Diese müssen auf ein einheitliches Bestandsführungssystem überführt werden, um kosteneffizient zu arbeiten und wettbewerbsfähige Kostenquoten vorzuweisen.

Das wiederum erfordert entsprechende Investments. Player wie Ergo, Generali haben sich für den Exit entschieden, das Neugeschäft in Teilen eingestellt und ihre Bestandsverträge in den internen (Ergo) bzw. externen (Generali) Run-off geschickt. Beide Optionen sind legitim und können, wenn sie professionell gemacht sind, auch für Kunden vom Vorteil sein.

Eine zweite Möglichkeit ist laut Manager Dahmen die Fokussierung bzw. Spezialisierung: auf Produkte, wie etwa bei der Ideal, die sich auf Pflegeversicherung spezialisiert hat, auf spezifische Zielgruppen, wie die Deutsche Ärzteversicherung, auf einen Vertriebskanal (Dialog Lebensversicherung AG) oder auf ausgewählte Teile der versicherungstechnischen Wertschöpfungskette, wie Viridium als Run-off-Plattform.

Der dritte Weg ist heute wahrscheinlich der schwierigste: Man bleibt wie der Dominator Allianz Vollsortimenter und bietet die ganze Bandbreite – vom umfangreichen Produktportfolio über alle Vertriebswege mit der Abbildung der gesamten Wertschöpfungstiefe. Das aufhellende zum Schluss: wer nicht die Wahl hat, dem bleibt vielleicht auch die Qual erspart.

Trend: Die nächsten Jahre sind eine große Mut- und Belastungsprobe für die Branche.

Autor: Michael Stanczyk

Teil eins: Blöcke in Ketten – Blockchain

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