Bitkom beziffert Cyber-Schaden und sieht Unternehmen in ihrer Existenz bedroht

Hacker am Werk. Quelle: Bild von Robinraj Premchand auf Pixabay.

Der Digital-Branchenverband Bitkom befragte 1.000 Unternehmen aus allen Branchen zu Hackerangriffen. Die Erkenntnisse: Die Attacken auf deutsche Unternehmen sind zunehmend bandenmäßig organisiert und der Schaden liege zum dritten Mal in Folge über der Marke von 200 Mrd. Euro.

61 Prozent der betroffenen Unternehmen glauben, dass die Täter bandenmäßig organisiert sind. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 51 Prozent, vor zwei Jahren sogar nur bei 29 Prozent. Erstmals fühlten sich 52 Prozent der 1.000 befragten Betriebe durch Cyberangriffe in ihrer Existenz bedroht. „Die deutsche Wirtschaft ist ein hoch attraktives Angriffsziel für Kriminelle und uns feindlich gesonnene Staaten“, erklärt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Die Grenzen zwischen Organisierter Kriminalität und staatlich gesteuerten Akteuren seien dabei fließend.

Die Gesamtschäden durch Diebstahl von IT-Ausrüstung und Daten, durch digitale und analoge Industriespionage sowie durch Sabotage werden für dieses Jahr auf 206 Milliarden Euro beziffert. Im Vorjahr waren es 203 Mrd. Euro, 2021 etwa 223 Mrd. Euro. 82 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten häufiger angegriffen wurden.

Immer mehr Angriffe kommen laut Bitkom aus Russland und China. Dies bestätigt auch der Verfassungsschutz, erklärte der Vizepräsident des deutschen Inlandsgeheimdienstes, Sinan Selen, bei der Vorstellung der Umfrage. Es sei mittlerweile möglich, die Urheberschaft von Angriffen trotz des Versuchs der Kaschierung mit großer Sicherheit festzustellen. Dennoch sagen 51 Prozent der Firmen, dass sich die Befürchtung massiver Cyberangriffe im Zuge des Ukraine-Krieges nicht bewahrheitet hätte. Vielmehr glauben 61 Prozent, dass die von China ausgehende Gefahr unterschätzt werde.

Autor: VW-Redaktion

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