Infiziertes Personal: Wie Allianz, Ergo, Generali, Signal Iduna, R+V, Debeka und Co. mit Corona-Fällen umgehen

Quelle: geralt / Pixabay

Die ganze Republik steht still. Das Coronavirus wurde in jedem großen Unternehmen nachgewiesen. So auch bei den Versicherern. Die R+V hat bei den bundesweit rund 16.000 Mitarbeitern zehn bestätigte Corona-Fälle, die Ergo meldet vier positive Tests. Auch bei der Allianz, Provinzial, Debeka, Generali und Signal-Iduna gibt es Infizierte. Zehntausende Innendienst-Mitarbeiter in der Versicherungsbranche sind im Homeoffice. Dank der Digitalisierung lässt sich der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten.

60 bis 70 Prozent der Deutschen werden sich wohl mit Sars-CoV-2 infizieren, lautet Angela Merkels Prognose mit Berufung auf Virologen. Die Fallzahlen steigen rasant, auch bei den Versicherern. Kaum wurden die Notfallpläne zu Papier gebracht, wurden sie bereits in den nächsten Tagen aktiviert. Zuerst bei Generali in Italien. In Triest, wo sich die Konzernzentrale befindet, wurde bereits im Februar der Notstand ausgerufen. In dieser Zeit wurde hierzulande noch der Karneval gefeiert.

Inzwischen gibt bei allen großen Versicherern bestätigte Infektionen. Bei der Generali Deutschland einige Fälle an den Standorten in Aachen, Hamburg und in Köln. Die Ergo meldet vier positive Tests auf COVID19. Die Debeka spricht von zwei Fällen, einer davon mit einer Infektion aus einem Risikogebiet. Auch bei der R+V haben sich acht Mitarbeiter im Ausland infiziert, zwei haben sich mit dem Virus in Deutschland angesteckt. Allianz Deutschland nennt keine konkrete Anzahl, aber bestätigt „wenige Infektionsfälle“.

Quarantäne für Verdachtsfälle und gründliche Desinfektion der Büroflächen

Wurde ein Mitarbeiter bei einem deutschen Versicherer positiv getestet, dann ermittelte und informierte der Arbeitgeber alle Kontaktpersonen und ließ diese ebenso testen oder schickte diese gleich nach Hause bis die Inkubationszeit abgeschlossen war.

So war der Ablauf u.a. bei der Munich Re als am 12. März sich ein Mitarbeiter am Standort München mit dem Coronavirus infizierte. „Bislang gibt es keine Anzeichen auf weitere Infektionen. Im betroffenen Gebäudeteil wurden umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen vorgenommen“, erklärte der Rückversicherer. Der Konkurrent Swiss Re wurde dafür kritisiert, dass kürzlich noch die Konzern-Kantine im Altgebäude am Mythenquai in Zürich offen hatte. Man schloss sie erst nachdem ein Mitarbeiter positiv getestet wurde.

Auch bei der Signal Iduna wurde am vergangenen Wochenende bei einem Mitarbeiter eines am Kapstadtring 8 ansässigen Tochterunternehmens eine Corona-Infektion bestätigt. Dort wurde der Betrieb vorsorglich eingestellt. Nach einer gründlichen Desinfektion ist der Standort Kapstadtring 8 seit Mittwoch wieder in Betrieb.

Bei der Axa Deutschland gibt es bislang keine bestätigten Corona-Fälle, aber „einige Mitarbeitende befinden sich zur Sicherheit in häuslicher Quarantäne“, teilt der Versicherer mit. Ohnehin heißt es bei den meisten befragten Gesellschaften, dass diejenigen Mitarbeiter, die aus einem RKI-Risikogebiet zurückkehren vorsorglich für 14 Tage ins Home Office geschickt werden.

Mit Kunden und Kollegen via Telefon und Skype den Betrieb aufrechterhalten

Derzeit heißt es bei den meisten Versicherern, das den Mitarbeitern, die Home-Office-fähig sind, schrittweise die Möglichkeit dazu gegeben wird. Dienstreisen wurden gestrichen, die interne Kommunikation wird über Web- und Telefonkonferenzen aufrechterhalten. Die Axa hat ferner „ihre Teams jeweils in Unterteams eingeteilt, die physisch getrennt voneinander arbeiten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Arbeitsfähigkeit zu sichern.“ Aktuell hat die R+V beschlossen, dass mindestens 50 bis 80 Prozent aller Innendienst-Mitarbeiter ins Homeoffice wechseln sollen. Die Quote soll am kommenden Montag erreicht sein. Die Zurich hat alle ihre 4.500 Mitarbeiter in Deutschland vorerst bis zum 17. April ins Home Office geschickt.

Der persönliche Kundenkontakt wird bei den meisten Versicherern gemieden. Nur in absoluten Ausnahmefällen auf Wunsch des Kunden werden z.B. bei Signal Iduna noch persönliche Beratungsgespräche durchgeführt. Schließlich kann oder will nicht jeder im Schadensfall online kommunizieren. Deshalb können bei der Allianz Kunden die Agenturen betreten, jedoch nur einzeln und mit entsprechenden Mindestabstand. Die Debeka hat ihre Kundenzentren seit Dienstag geschlossen. Beratungsgespräche würden über Telefon und andere digitale Medien ablaufen. Mit einem Rückgang der Beitragseinnahmen rechnet der Koblenzer Versicherer „zunächst nicht.“ Andere befragte Versicherer wie Allianz, Axa, Ergo, Signal Iduna oder die R+V können noch nicht abschätzen, wie hoch die Einbußen bei den Prämien ausfallen.

Autor: David Gorr

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