Versicherungsbetrug wird für die Branche zu einem größeren Problemfall

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Die Kosten im Schaden- und Unfallgeschäft steigen und mit ihnen die Schadenaufwendungen. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der GDV deutlich mehr Schäden durch Versicherungsbetrug. Von mehr als sechs Milliarden Euro pro Jahr ist mittlerweile die Rede.

Die Hälfte der dubiosen Schäden entfalle auf die Kraftfahrtversicherung, der Rest auf die übrigen Sparten der Schaden- und Unfallversicherung. Zwar sei der Anteil der Verdachtsfälle an allen Schadenmeldungen mit etwa zehn Prozent langfristig unverändert. „Mit den insgesamt steigenden Leistungen in der Schaden- und Unfallversicherung gehen aber auch die Kosten für Betrugsfälle nach oben“, konstatiert GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen. Bislang bezifferten die Versicherer die Schäden durch Versicherungsbetrug auf eine Summe zwischen vier bis fünf Mrd. Euro.

Rund zehn Prozent der Schäden, die gemeldet wurden, sind laut Branchenverband verdächtig und prüfwürdig. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung von über 600.000 Schadenmeldungen aus drei Jahren. Untersucht wurden knapp 200.000 Einbrüche bis zu einer Schadenhöhe von 50.000 Euro, die den Hausratversicherern gemeldet wurden.

Hinzu kommen über 400.000 Schäden an Kraftfahrzeugen, die der Privathaftpflicht- und privaten Tierhalterhaftpflichtversicherung gemeldet wurden, wenn beispielsweise ein Hund oder jemand mit einem Fahrrad ein fremdes Kraftfahrzeug beschädigt hat. Ist ein Fall dubios, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass es sich um Versicherungsbetrug handelt, sondern, dass der Schaden Merkmale aufweist, die statistisch gesehen eher selten sind.

Die Liste der Kuriositäten ist lang. Manch Beteiligter schreckt noch nicht einmal davor zurück, seinen eigenen Tod vorzutäuschen, um Gelder vom Versicherer einzustreichen, wie das Beispiel des einstigen Schalke-Profis Hiannick Kamba zeigt. Bereits im November 2021 war er zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil er mit seinem fingierten Tod die Summe aus der Lebensversicherung kassieren wollte.

Einen ganz anderen Plan verfolgte indes ein Student aus Taiwan: Der 23-Jährige ließ sich seine Beine amputieren, um aus den Policen für eine Lebens-, Kranken- und Unfallversicherung eine Summe von rund 1,3 Mio. Dollar zu kassieren. Am Ende war es lediglich eine Summe von 7.200 Dollar, die wiederum von den Behörden beschlagnahmt wurde.

Autor: VW-Redaktion

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