Swiss Re-Chef Mumenthaler verdient eine Million weniger, Gehaltssprung für Joachim Wenning

Christian Mumenthaler (links) und Joachim Wenning (rechts). Quellen: Swiss Re / Munich Re

Swiss Re-Vorstandschef Christian Mumenthaler hatte 2022 deutlich niedrige Zahlen auf dem Gehaltszettel. Laut aktuellem Geschäftsbericht wurden ihm Vergütungen in Höhe von 6,18 Mio. Franken zugesprochen. Im Vorjahr waren es noch 7,21 Mio. Franken. Für Munich Re-Chef Joachim Wenning gibt es hingegen einen wahren Geldregen.

Demnach liegt der fixe Lohnanteil bei 1,76 Mio. Franken und der variable Anteil bei 4,43 Mio. Franken. Auch der übrige Vorstand musste im letzten Jahr einen deutlichen Gehaltsrückgang von 14 Prozent hinnehmen. So erhielten die 14 Mitglieder des Führungsgremiums des Schweizer Rückversicherers insgesamt 42,6 Mio. Franken zugesprochen. Im Jahr zuvor waren es noch 49,3 Mio. Franken. Verwaltungsratspräsident Sergio Ermotti erhielt eine Aufwandsentschädigung von 3,80 Mio. Franken. Für den zwölfköpfigen Verwaltungsrat insgesamt werden 9,55 Mio. Franken ausgeschüttet.

Ein wesentlicher Grund dafür liegt vor allem im deutlichen Gewinneinbruch der Swiss Re im Geschäftsjahr 2022. Unter dem Strich stand nach einem starken vierten Quartal ein Überschuss von 472 Mio. US-Dollar. Zum Vergleich: Im Vorjahr erwirtschaftete der Schweizer Rückversicherer noch einen Gewinn von rund 1,44 Mrd. US-Dollar. In der Kompositsparte belastete vor allem die Schadenbilanz von 2,7 Mrd. US-Dollar das Ergebnis. Vor allem durch Hurrikan „Ian“, Überschwemmungen in Australien und Südafrika, Hagelstürme in Frankreich, Winterstürme in Europa und den USA sowie eine Reihe kleinerer Ereignisse. Die Combined Ratio lag 2022 bei 102,4 Prozent.

Deutlich mehr Geld für Wenning

Ganz anders sieht es hingegen beim Münchener Konkurrenten aus: Vorstandschef Joachim Wenning konnte sich demnach 2022 über einen warmen Geldregen freuen. Unter dem Strich verdiente der Versicherungsmanager rund 6,07 Mio. Euro – im Vorjahr waren es noch 2,36 Mio. Euro. Sein Jahresbonus für 2022 über voraussichtlich 873.000 Euro wird allerdings erst in diesem Jahr ausbezahlt. Ähnlich trifft laut aktuellem Geschäftsbericht der Munich Re auch für die weiteren Vorstandsmitglieder zu.

Demnach verdiente Torsten Jeworrek 4,27 Mio. Euro (2021: 1,66 Mio. Euro), Nicholas Gartside 3,04 Mio. Euro (2021: 1,43 Mio. Euro), Thomas Blunck 2,95 Mio. Euro (2021: 1,16 Mio. Euro), Christoph Jurecka 2,34 Mio. Euro (2021: 1,65 Mio. Euro), Achim Kassow 2,05 Mio. Euro (2021: 1,45 Mio. Euro) und Stefan Golling 2,04 Mio. Euro (2021: 1,44 Mio. Euro). Ergo-Chef Markus Rieß kommt zudem auf 3,98 Mio. Euro. Im Vorjahr waren es noch 2,88 Mio. Euro. Die ehemalige Vorständin Doris Höpke erhielt 2,14 Mio. Euro (2021: 1,16 Mio. Euro). Clarisse Kopff, die erst Anfang Dezember 2022 in den Vorstand berufen wurde, erhielt 127.269 Euro.

Dass die Einkommen der Vorstandsriege für 2021 deutlich geringer ausfielen, liegt vor allem daran, dass der Rückversicherer im Pandemie-Jahr 2020 einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen musste. Die Gewinnprognose für dieses Jahr wurde bereits im April 2020 gekippt. Unter dem Strich stand ein Gewinnrückgang auf 1,211 Mrd. Euro (2019: 2,707 Mrd. Euro) zurück. Die pandemiebedingten Schäden belaufen sich Unternehmensangaben zufolge derzeit auf 3,4 Mrd. Euro. Zum Vergleich: 2022 stieg der Nettogewinn der Munich Re auf 3,4 Mrd. Euro (plus 17 Prozent gegenüber 2021). Bei den gebuchten Bruttobeitragseinnahmen legte die Munich Re im Vergleich zum Vorjahr um 12,7 Prozent auf 67,133 Mrd. Euro (2021: 59,567 Mrd. Euro) zu. Ein wesentlicher Treiber für den Gewinnschub war allerdings vor allem das starke Schlussquartal.

Vor wenigen Tagen hat auch die Allianz in ihrem Geschäftsbericht für 2022 die Gehälter von Aufsichtsrat und Vorstand veröffentlicht: Großer Gewinner ist demnach Aufsichtsratschef Michael Diekmann mit einem satten Gehaltsplus von 200.000 Euro. CEO Oliver Bäte musste einen leichten Gehaltsrückgang hinnehmen.

Autor: VW-Redaktion

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