Versicherungs-Awards: Europa Leben hängt die Großen ab, gescholtene Huk-Coburg übernimmt Kfz-Spitze

(Bildquelle: Daniel Foster / flickr / https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/; Huk-Coburg; Arag)

Das Deutsche Institut für Service-Qualität und der Nachrichtensender ntv verleihen zum 7. Mal die Versicherungsawards – was Leistung, Preis und Service angeht. Die 42 Preisträger in 35 Kategorien sind nicht die gleichen wie aus dem Vorjahr, mit Ausnahme der Europa Lebensversicherung im Bereich Altersvorsorge und VHV in der Kategorie Privatschutz. Als Gesamtsieger in der Sparte Gesundheit verlor die Gothaer ihren Platz an die Arag, in Sachen Nachhaltigkeit musste sich Zurich der Barmenia geschlagen geben. Ob das Ranking realitätsnah ist, wird mancher hinterfragen, da die Huk-Coburg in der Kfz-Sparte vorne ist. Jüngste Berichte legen indes nahe, dass es im Service und Schadenmanagement eher schlecht läuft.

Für die Außenwelt ist die Huk-Coburg stets Testsieger bei zahlreichen Rankings, wenn es um die Kfz-Versicherung geht. Schließlich gehöre es zum Geschäftsmodell, dass man stets den günstigsten Preis anbieten muss, wie Chef Klaus-Jürgen Heitmann vor einigen Monaten gegenüber VWheute in einem Interview erläuterte. Doch intern herrscht Unruhe. Das schnelle Wachstum führte dazu, dass Kunden empört über lange Wartezeiten und die rigide Haltung des Unternehmens bei der Schadenregulierung seien, das berichtete der Versicherungsmonitor vor zwei Wochen. Das Unternehmen bestätigte inzwischen, die Schadenbearbeitung künftig von externen Dienstleistern erledigen zu lassen.

Bei den Versicherungsawards räumten die Coburger dennoch den ersten Preis in der Kfz-Sparte ab. Im Vorjahr hat man sich die Plätze mit ADAC, Europa Versicherung und der VHV geteilt. Die Preisträger des Awards „bieten eine überzeugende Kombination aus attraktiven Konditionen und zugleich guten Serviceleistungen“, begründet Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität, die Platzierung. Dass die Huk-Coburg entgegen zahlreicher negativer Kundenberichte beim Service so stark auftritt, mag vielleicht an der Untersuchungsmethode liegen.

Die Ratingagentur Franke und Bornberg und das Deutsche Institut für Service-Qualität analysierten Versicherer und deren Produkte. Franke und Bornberg führte die Leistungsanalyse anhand von über 5.000 Versicherungsdatensätzen durch. Die einbezogenen Unternehmen mit den besten Produkten wurden zudem einer Service-Analyse unterzogen, die verdeckt initiierte Telefon-Beratungen, E-Mail-Anfragen und Internet-Usability-Tests umfasste. Ausgewertet wurden 930 Servicekontakte. In das Gesamtergebnis der Kategorien flossen die Resultate der Leistungsanalyse (Leistungen und Prämien) mit 66,7 Prozent und die der Serviceanalyse mit 33,3 Prozent ein.

Quelle: DISQ / Franke und Bornberg / ntv

Im Vergleich zum Vorjahr gab es einige Veränderungen, nur die Europa Leben verteidigte ihren Platz als Gesamtsieger bei der Altersvorsorge und die VHV beim Privatschutz. Auch die Haftpflichtkasse war sowohl 2023 als auch 2024 top bei der Privathaftpflicht und Tierhaftpflicht. Die Gothaer ist in diesen Kategorien im Vergleich zum Vorjahr komplett rausgeflogen. Auch als PKV-Vollversicherten-Gesamtsieger musste die Gothaer den Platz für die Arag freimachen. Die Kölner schneiden eigentlich bei vielen Nachhaltigkeits-Rankings oft gut ab. Bei den Versicherungsawards wurde das Unternehmen weder im Vorjahr (Zurich) noch in diesem Jahr (Barmenia) für diese Kategorie berücksichtigt. Bei der Cyberversicherung ist die Alte Leipziger komplett aus dem Top-3-Ranking verschwunden. Die Allianz hingegen ist sowohl im Gewerbe als auch in der Altersvorsorge stets vorne mit dabei.

2023 nahm Ortwin Schmidt (r.) für die Europa bei der Verleihung des Deutschen Versicherungs-Award in Berlin mehrere Preise entgegen – unter anderem für das beste Altersvorsorge-Angebot. Er feierte den Pokalregen mit seinem Kollegen Thomas Pollmer (l.) von der Continentale, die mit der Europa zu einem Versicherungsverbund gehört. (Bildquelle: DISQ/Franke und Bornberg/ntv)

Quelle: DISQ / Franke und Bornberg / ntv

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