MLP trotzt Corona mit EBIT-Zuwachs von 26 Prozent

Es läuft in Wiesloch beim 1971 gegründeten Finanzvertrieb MLP. Quelle: MLP

Stolz und bescheiden zeigte sich der MLP-Vorstand bei der Vorstellung der Zahlen 2020. Trotz “weiterer Aufmerksamkeit” konnte CEO Uwe Schroeder-Wildberg keine konkreten Gefahren für das verbreiterte Geschäftsmodell nennen. Das verwundert nicht, schließlich haben die Wieslocher während einer Pandemie bei Beiträgen und EBIT deutliche Zuwächse generiert.

Die Gesamterlöse stiegen um acht Prozent, die Zuwächse in der jungen Immobilienvermittlung betrugen 67 Prozent, während sie im Vermögensmanagement über 17 Prozent betrugen. Das betreute Vermögen stieg ebenso wie das Prämienvolumen in der Sachversicherung. In einem Pandemiejahr und trotz Investitionen und Zukäufen stieg das EBIT um 26 Prozent – die genauen Zahlen können Sie in der Sprint-Meldung nachlesen.

Quelle: MLP

Das Unternehmen konnte sich sowohl bei den Kunden wir auch den Beratern steigern, “speziell über den Online-Bereich gab es Zuwächse”,  wenn auch die Anzahl der Bruttoneukunden ungefähr auf den Bestand des Jahres 2018 fiel, wie der CEO adressierte.

Quelle: MLP

Schroeder-Wildberg wird es ebenso wie die Aktionäre verschmerzen können, die sich erneut über eine erhöhte Dividende freuen können, 23 statt 21 Cent. Damit werden die Aktionäre “angemessen am Erfolg beteiligt.

Quelle: MLP

Mehr durch mehr

Das Unternehmen hat in der jüngeren Vergangenheit eine Verbreiterung ihres Geschäftsfeldes vorgenommen, um Synergieeffekte zu schaffen und den Kunden ein breiteres Angebot zu offerieren. Zuletzt wurde das Industriegeschäft mit dem Zukauf von RVM gestärkt, zuvor wurde der Assekuradeur Domcura und Deutschland Immobilien erworben. Die Streuung sorgt für Resilienz. “Durch die Erschließung weiterer Kundengruppen, die deutliche Verbreiterung unserer Umsatzbasis und die Vernetzung der mitunter neuen Geschäftsbereiche untereinander haben wir eine hohe Widerstandsfähigkeit aufgebaut”, erklärt Schroeder-Wildberg.

Quelle: MLP

Zudem wurden “zusätzliche Quellen für die Performance erschlossen”; weitere Zukäufe sind wahrscheinlich. Er wolle “weitere Unternehmen an RVM anschließen”, um eine “Maklergruppe zu etablieren”, erklärte Schroeder-Wildberg bei der Fragestunde der Online-Konferenz. Bei Start-Ups oder Insurtech-Investments sind die Wieslocher “zurückhaltender”. Er setze in diesem Bereich “eher auf Kooperation statt Investments”.

Gegen Gerhard Schick und Finanzwende fand der CEO klare Worte. Die Initiative hatte eine Kampagne gestartet, die sich gegen das Hochschulengagement von MLP richtet; subtil ging es dabei nicht zu.

Es sei im Wortsinn eine “Kampagne” gegen MLP, die “nicht auf Fakten beruht”. Der angebotene Dialog sei nicht angenommen worden, was die Stoßrichtung von Finanzwende zeige.

Quelle: Finanzwende

Der Streit scheint nicht ausgestanden zu sein. Pünktlich zur Veröffentlichung der MLP-Zahlen legt Finanzwende nach. “„Das starke Wachstum bei den Vermittlern liegt auch an einer viel zu unkritischen Bereitschaft zahlreicher deutscher Hochschulen, eine enge Kooperation mit MLP einzugehen. Bildungsstätten öffnen MLP seit Jahren Tür und Tor. Sie ermöglichen dem Unternehmen Zugang zu Studierenden und unterstützen damit den Finanzkonzern in seiner Neukundengewinnung. Das ist fahrlässig.” Die Kooperationen müssen enden, MLP muss raus aus den Hochschulen, denn die “Rechnung” für die enge Zusammenarbeit zahlen Studierende, die sich im Vertrauen auf ihre Hochschulen auf MLP einlassen und dann “teils unpassende und teure Verträge abschließen“.

2022 soll das Jahr werden

Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr “auch wegen einer Erholung der Wirtschaft” mit einem “hohen EBIT”. Der Fokus ist allerdings auf das Jahr 2020 gelegt, erklärt der CEO mehrmals. In dem Jahr wolle das Unternehmen, die “Früchte der Arbeit” ernten.

Auf diese Zahlen darf der Aktionär gespannt sein, denn bereits im kommenden Jahr wird mit – bescheidenen – Zuwächsen gerechnet.

Quelle: MLP

Autor: Maximilian Volz

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