Schlägt Gemeinschaft Egoismus? R+V positioniert sich in ihrer neuen Kampagne

Gerd Altmann auf Pixabay

Der Grundgedanke einer Genossenschaft ist Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft. Diese Botschaft stellt die R+V in den Mittelpunkt ihrer neuen Kampagne. Die ersten Bilder und Videos wirken durchdacht und transportieren eine Botschaft, doch neu ist das alles nicht. Ein Kommentar.

Eine gute Kampagne kann Aufmerksamkeit generieren, was nicht zwingend positiv sein muss. Das Portal Verivox wollte mit dem „Stressflüsterer“ eine Kultfigur schaffen, was gründlich misslang, wenn die Kommentare zum entsprechenden VWheute-Artikel als Beleg taugen.

Die R+V will mit ihrer neuen Kampagne „Du bist nicht allein“

Quelle: R+V

keinen Kult schaffen, sondern ihre Wurzeln als Genossenschaft pflegen und präsentieren, wie der Vorstandsvorsitzende Norbert Rollinger erklärt. Dem – vermeintlichen – Egoismus und Selbstbezogenheit in Politik und Wirtschaft wird der Gemeinschaftsgedanke (der R+V) entgegengesetzt.

Solide, nicht spektakulär

Im ersten Video der Kampagne, zu der weitere Elemente wie Werbebilder gehören und vermutlich auch Aktionen gehören, wird der genannte Widerspruch von Egoismus und Partnerschaft bildlich in den Fokus gerückt.

Den schnell geschnittenen Bildern von Hartherzigkeit, Umweltverschmutzung und korrupten Eliten werden zunächst langsam geschnittene Bildnisse von hübschen, jungen Menschen entgegengesetzt, die melancholisch in die Kamera blicken. Die Off-Stimme – männlich, weiblich – stellt dazu rhetorische Fragen: „Bedeutet Wirtschaftsethik, sich nicht erwischen zu lassen“ und „seit wann ist Egoismus cool“?

Um die Ansprüche an Diversität zu erfüllen, werden im Laufe des Clips auch ältere Personen, ein frustrierter Managertyp, ein gleichgeschlechtliches Paar sowie das obligatorische süße Kind ins Bild gesetzt, in warmen Farben, ohne Aneckungspunkte. Das beschriebene inhaltliche Konzept bleibt gleich.

Gegen Ende des Clips, die Musik wird schneller und lauter, sieht man einige der zuvor gezeigten Menschen in Zusammengehörigkeit ausdrückenden Gesten und der Frage „ob Probleme nicht gemeinsam gelöst werden können“. Die Antwort ist natürlich ein „Wir können“, gefolgt vom Logo des Unternehmens mit dem Slogan „du bist nicht allein“.

Ein am Ende gezeigtes Segment, absichtlich auf alt getrimmt, zeigt ein Kind, das vertrauensvoll in die Arme ihres Vaters springt. Gepaart wird das mit dem Hinweis „seit 1922 R+V Versicherung“. Ein Hinweis auf die Beständigkeit und daraus resultierende Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens.

Den Clip können Sie HIER vorab sehen.

Bauch schlägt Spaß?

Das ist nicht neu, nicht aufregend, aber solide umgesetzt. Die gewünschte Botschaft wird klar transportiert; wenn auch eher mit dem Holzhammer statt dem Florett.

Die Chief Marketing Officer Anja Stolz erklärte das Prinzip bei einer vorherigen Kampagne einmal mit den Worten: „Mehr Bauch ansprechen, Emotionen transportieren.“ Das beschreibt den Clip treffend.

In dem Video sieht Stolz sogar zwei Botschaften. „Zum einen kann er bedeuten: ‚Wir lassen dich nicht allein. Wir sorgen für dich.‘ Er kann aber genauso aussagen: ‚Du bist hier nicht allein auf der Welt! Park‘ nicht wie ein Idiot! Kipp‘ keinen Müll in den Wald! Verzichte mal auf’s Auto! Denk‘ an deine Mitmenschen!“

Im Corporate Design drücke sich die Haltung des Unternehmens durch das „deutlich gestärkte Pluszeichen zwischen den Buchstaben R und V sowie durch neue, wärmere Farben aus“, erklärt Stolz.  

Das Ende der Kampagne ist das Video nicht, Marke bedeute nicht nur „Kampagne und bunte Filmchen, sondern eine ganzheitliche Positionierung“, erklärt Stolz. Es wird also noch etwas folgen.

Wie immer lässt VWheute seine Leser entscheiden, ob Clip und Kampagne gelungen sind, kommentieren Sie gerne.

Ein weiteres Bild aus der Kampagne, Quelle: R+V

Autor: Maximilian Volz

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