Hannover Rück gelingt 2019 Rekordgewinn

Jean-Jacques Henchoz, CEO Hannover Rück

Der Rückversicherer Hannover Rück hat 2019 trotz höherer Schäden so viel verdient wie nie zuvor. Auch dank der Übernahme des deutschen Lebensversicherers Generali Leben stand unter dem Strich nach vorläufigen Zahlen ein Überschuss von 1,28 Mrd. Euro.

Das ist gut ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor und neun Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2016.  Die Bruttoprämie stieg auf rund 22,6 Mrd. Euro (19,2 Mrd. Euro). Die Kapitalanlagerendite aus selbstverwalteten Kapitalanlagen für das abgelaufene Geschäftsjahr belief sich auf 3,5 Prozent. Die kombinierte Schaden-Kostenquote verschlechterte sich auf 98,2 Prozent und liegt damit über dem Zielwert von maximal 97 Prozent für das Gesamtjahr.

Für 2020 wurde das Ziel eines Konzerngewinns von rund 1,2 Mrd. Euro bestätigt. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer veröffentlicht seinen testierten Jahresabschluss für 2019 am 11. März 2020. Im Fokus der vorläufigen Zahlen stand vor allem die Erneuerungsrunde.

Bei den Neuverhandlungen der Verträge zu Jahresbeginn habe Hannover Rück ein erfreuliches Wachstum bei insgesamt leicht verbesserten Preisen und Konditionen erzielt, sagte Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz. „Allerdings sind die Raten insbesondere bei Naturkatastrophendeckungen, und hier vor allem in Japan, Lateinamerika und in der Karibik, nach wie vor auf einem zu niedrigen Niveau und es besteht weiterer Verbesserungsbedarf.“ 

Vom Prämienvolumen des Vorjahres auf Zeichnungsjahrbasis von 10.555 Mio. Euro in der traditionellen Schaden-Rückversicherung standen zum 1. Januar 2020 Verträge mit einem Prämienvolumen von 7.049 Mio. Euro oder 67 Prozent des Geschäfts zur Erneuerung an. Hiervon wurden 6.305 Mio. Euro verlängert und 1.663 Mio. Euro gekündigt oder in veränderter Form erneuert.

Inklusive der Zuwächse von 810 Mio. Euro aus neuen Verträgen sowie aus veränderten Preisen und Anteilen lag das erneuerte Prämienvolumen bei 11.541 Mio. Euro. Das Prämienvolumen in der traditionellen Schaden-Rückversicherung ist in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar währungsbereinigt um 14 Prozent gestiegen. „Der positive Trend aus der Erneuerungsrunde zum 1. Januar sollte sich in den weiteren Erneuerungsrunden des Jahres verstärkt fortsetzen“, sagte Henchoz. Auf Basis konstanter Währungskurse werde das Bruttoprämienwachstum 2020 rund fünf Prozent betragen und die Kapitalanlagerendite bei rund 2,7 Prozent liegen.

Im Naturkatastrophengeschäft erhöhte sich das Prämienvolumen um 7,8 Prozent. Dabei blieben die Preissteigerungen größtenteils hinter den Erwartungen zurück. Der Wettbewerb war weiter intensiv, auch wenn die verfügbaren Kapazitäten aus dem ILS-Markt leicht zurückgingen. Trotz erhöhter Nachreservierungen für Vorjahresschäden wie Hurrikan „Irma“ aus 2017 oder Taifun „Jebi“ aus 2018 und erneut hohen Schadenbelastungen im Geschäftsjahr 2019 aus den Taifunen „Hagibis“ oder „Faxai“ und Hurrikan „Dorian“ ließen sich zum 1. Januar insgesamt stabile Preise und Konditionen erzielen, erklärte der Rückversicherer.

Die endgültigen Zahlen legt der Rückversicherer am 11. März 2020 vor.

Autor: VW-Redaktion

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