Allianz will Leben-Geschäft in Japan mit neuem Partner wiederbeleben

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In Südkorea und Taiwan hatte sich die Allianz bereits von Lebensversicherungs-Beständen getrennt. Nun folgt Japan. Der Versicherer aus München verkauft 60 Prozent der Anteile an der Allianz Life Insurance Japan an den Finanzdienstleister Aeon Financial Service, um im Neugeschäft wieder durchzustarten.

Wie viel Geld bei der Transaktion fließt, blieb zunächst offen. Die beiden neuen Partner wollten in dem gemeinsamen Unternehmen Lebens- und Krankenversicherungs-Produkte für den japanischen Markt entwickeln, die über den Vertrieb von Aeon verkauft werden sollen, hieß es in der Mitteilung. Aeon Financial Service ist Teil des gleichnamigen Einzelhandelskonzerns und kommt aus dem Kreditkarten- und Konsumkreditgeschäft.

Die Allianz kann ihr Japan-Geschäft nach dem Teilverkauf mit weniger teurem Risikokapital unterlegen. Pläne, sich ganz aus Japan zurückzuziehen, gebe es laut einem Sprecher jedoch nicht. Das 2008 gestartete Neugeschäft mit strukturierten Garantie-Policen in Japan wurde 2011 wegen den Niedrigzinsen eingestellt.

Japan ist weltweit das erste Land, das bereits seit 20  Jahren eine Nullzins-Politik als allgemeinen Standard ausgerufen hatte. Der Einlagensatz bleibe bei minus 0,10 Prozent, ebenso wie die Bank of Japan nicht an der Zielrendite von null für zehnjährige Staatsanleihen rüttelt, wie die Zentralbank vor einer Woche mitteilte. Bereits in den 90er-Jahren brachen in Japan die Finanzmärkte ein. Es folgte eine Deflationsspirale mit fallenden Aktienpreisen und Immobilienwerten sowie Zinssätzen auf Rekordtiefständen. 1997 kam es zur ersten Insolvenz einer Lebensversicherungsgesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1999 und 2001 ereigneten sich in schneller Folge sechs weitere Insolvenzen von Lebensversicherern. Nach den weltweiten Beitragseinnahmen ist Japan der drittgrößte Versicherungsmarkt der Welt (nach USA und China).

Autor: VW-Redaktion

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