Größter Versicherungsmakler Marsh & McLennan zieht sich aus Russland zurück

Daniel Glaser ist seit 2013 CEO von Marsh. (Quelle: WORLD ECONOMIC FORUM/Jakob Polacsek/https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/)

Am Donnerstag kehrten weitere Finanz-Player Russland den Rücken. Neben der größten US-Bank JPMorgan zog auch Marsh, der weltweite größte Versicherungsbroker die Reißleine: „Wir beabsichtigen, das Eigentum an unseren russischen Geschäften an ein lokales Management zu übertragen, das unabhängig auf dem russischen Markt agieren wird“, erklärte Dan Glaser, Chief Executive Officer von Marsh. Konkurrent Aon hat bereits seine Aktivitäten in dem Land eingestellt.

Aon und Marsh stellen für ihre Kunden Versicherungsverträge zusammen, an denen eine Reihe von Versicherungsanbietern beteiligt sind, von Fluggesellschaften bis hin zu großen Sportveranstaltungen. Marsh hat etwa 100 Mitarbeiter in Russland und wird dort das Geschäft an ein lokales Management übertragen. „Wir verurteilen den unprovozierten Angriff der russischen Regierung auf das ukrainische Volk“, sagte Glaser in einer Erklärung, die die Ankündigung des Rückzugs von Marsh McLennan begleitete. „Nachdem wir mit Entsetzen den tragischen menschlichen Tribut in der Ukraine gesehen haben, sehen wir uns gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen“, fuhr er fort.

In der Zwischenzeit sagte Aon, es werde seine Mitarbeiter in Russland in bezahlten Urlaub schicken. „Die Eskalation des Konflikts in der Ukraine verursacht weiterhin den sinnlosen Verlust von Menschenleben unter unschuldigen Zivilisten und die vorsätzliche Zerstörung von Schulen, zivilem Eigentum und Infrastruktur. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, unsere operativen Aktivitäten in Russland auszusetzen und unsere Kollegen in Russland in bezahlten Urlaub zu schicken“, sagte Aon-CEO Greg Case in einer Erklärung.

Willis Towers Watson PLC, der drittgrößte Versicherungsmakler der Welt hinter Marsh McLennan und Aon, lehnte es ab, sich zu den Plänen für seine Tätigkeit in Russland zu äußern. Vergangene Woche erklärte die Generali, ihr Moskauer Büro zu schließen, ihre Positionen im Vorstand von Ingosstrakh niederzulegen und ihre Europ Assistance-Geschäft aufgrund der Invasion in der Ukraine zu beenden.

Autor: VW-Redaktion

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