Bernardino zieht in letzter Rede Bilanz und warnt Branche

Eiopa-Chef Gabriel Bernardino, Quelle: Eiopa

Ein Eintrag im Buch der Finanzgeschichte: Gabriel Bernardino, EIOPA Chairman, hat zum letzten Mal vor dem EU-Parlament, Economic and Monetary Affairs Committee, gesprochen und Bilanz seiner Amtszeit gezogen. Für die Versicherer gab es Lob und Tadel vom Oberaufseher, doch er blickte auch nach vorne.

An Zuspruch für die eigene Behörde sparte Bernardino nicht. In der Krise habe EIOPA „erfolgreich Maßnahmen implantiert“, um die Versicherer zu entlasten, sodass sich diese in der Pandemie verstärkt um ihre Kunden bemühen können. Nicht zuletzt wegen Solvency II wären die Unternehmen finanziell stabil in die Krise gekommen und können nach wie vor „komfortable Solvency Ratios“ vorweisen.

Kritik an den nationalen Aufsichten

Die Nullzinsen würden die Wirtschaft stark belasten, insbesondere in der Covid-19-Krise, weswegen EIOPA die Suspendierung von Dividenden angewiesen hatte. Überwiegend sei das positiv aufgenommen worden, dennoch habe es Unterschiede in den Ansätzen von Unternehmen und nationalen Aufsichtsbehörden gegeben. Das sei ein klarer Fall, um für gleiche Wettbewerbsbedingungen auf den „internen Märkten“ zu sorgen, speziell in einer Krise. Dafür müssten die Befugnisse von EIOPA gestärkt werden, erklärte Bernardino.

Der Eiopa-Chef warnt: „Die Krise ist noch nicht vorbei, das Geschäftsmodell der Versicherer wird herausfordernd bleiben, und zwar ebenso im Asset-Bereich wie bei Haftungsfragen.“

Seine Behörde werde im Dezember der EU-Kommission Vorschläge unterbreiten, um die die gesetzten Aufsichtsziele zu erreichen. Das beinhalte Änderungen an der Struktur im Niedrigzinsumfeld, einer Erhöhung der Verhältnismäßigkeit, Unterstützung bei langfristigen Investments sowie Vorschläge für „recovery and resolution“ sowie „insurance guarantee schemes“. Weiterhin habe EIOPA einen anspruchsvollen strategischen Plan für Nachhaltigkeits- und Klimaziele implementiert.

Am Ende seiner Rede bedankte sich Bernardino beim Plenum für seine Zeit als Chef der Aufsicht. „Es war mir eine Ehre und eine Vergnügen mit ihnen in den letzten zehn Jahren zusammenzuarbeiten. Ich bedanke mich für ihre Unterstützung beim Aufbau von EIOPA als übernationale Aufsichtsbehörde. Mit ihrer Unterstützung konnten wir unser Mandat zum Schutz der Konsumenten zu deren Vorteil ausüben.“

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Man muss auf einen Nachfolger mit mehr Bodenhaftung hoffen – eine Einmischung in alle Belange ist nicht notwendig (Dividendenpolitik, Aufsicht über Produktfreigabe….), ebenso wenig neue Kompetenzen bei EIOPA!

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