aba: Deutschlandfonds hat „kannibalisierende Wirkung“

Schlechte Bewertung für den Deutschlandfonds durch aba. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Ist es berechtigte Kritik oder sehen einige Marktteilnehmer ihre Felle davonschwimmen? Nach dem Deutschen Institut für Altersvorsorge (DIA) hat nun auch die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) Kritik am wahrscheinlich geplanten Deutschlandfonds geübt. Es wird eine Überforderung der Arbeitgeber befürchtet. Die Bewertung fällt dementsprechend aus.

„Die aktuelle Diskussion über die Zentralisierung der kapitalgedeckten Altersvorsorge mittels quasiobligatorischer Staatsfonds sehen wir mit großer Sorge. Was als schöne neue Vorsorgewelt dargestellt wird, ist nicht zu Ende gedacht. Kosten rechnet man schön, weil der gesamte administrative Aufwand auf die Arbeitgeber verlagert wird und die Kosten der Auszahlungsphase negiert werden. Verbreitungserfolge stellt man in Aussicht, ohne die kannibalisierende Wirkung solcher Modelle zu berücksichtigen“, erklärt der aba-Vorsitzende Georg Thurnes.

Die Kritik deckt sich in vielen Punkten mit der des DIA. Das Institut hatte allerdings kritisiert, dass nur die Arbeitnehmer leisten müssen, nicht eine administrative Überforderung der Arbeitgeber angebracht.

Der Deutschlandfonds soll im Wesentlichen ein günstiges, staatliches Standardprodukt für Arbeitnehmer ein. Einzahlen kann jeder Sozialversicherungspflichtige, verwaltet wird das Konstrukt vom Staat. Der Clou ist, dass zum Selbstkostenpreis gearbeitet werden soll – VWheute berichtete ausführlich.

Nicht günstig und aufwendig

Die aba ist der Ansicht, dass ein solches Modell nicht verwaltungsarm ist. Jeder der das glaube, „verkenne die Realität“. Die Arbeitgeber tragen den administrativen Aufwand, sie werden neue Dokumentationspflichten treffen, die sicher im Rahmen von Betriebsprüfungen kontrolliert werden, vermutet aba.

„Die angeblich niedrigen Verwaltungskosten eines staatlich organisierten Standardvorsorgeprodukts sind zudem kein Alleinstellungsmerkmal. Gerade betriebliche Versorgungseinrichtungen sind extrem kostengünstig,“ sagt Thurnes.

Betriebliche Versorgungswerke würden eine hohe Wertschätzung bei den Arbeitnehmern genießen, es könne doch „nicht im Interesse der Politik sein Arbeitgeber und Gewerkschaften diesen Gestaltungshebel aus der Hand zu nehmen,“ erläuterte Thurnes.

Noch ist nicht einmal sicher, ob der Deutschlandfonds kommt, daher ist völlig offen, wie er gestaltet würde. Dass der gesamte Markt plus Politik aktuell über Altersvorsorge und Rente spricht, kann nur gut sein.

Autor: VW-Redaktion

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