Hotelkette startet mithilfe der Generali eigene Krankenversicherung

Urlaub in Spanien sicherer durch Hotel-KV. Bild Barcelona, Pixabay.

Covid-19 verunsichert die Menschen. Die spanische Palladium Hotel Group will dem Touristen-Schwund nun entgegenwirken und versichert die Gesundheit der Gäste einfach mit einer kostenlosen (Corona-)Krankenversicherung. Dafür kooperieren die Hoteliers mit einer Generali-Tochter.

Abgedeckt werden „alle Eventualitäten, die während eines Aufenthalts in direktem Zusammenhang mit Covid-19 auftreten können“, meldet das Online-Portal fliegen-sparen.de. Die Versicherung ist in den spanischen Hotels verfügbar, welche die Hotelgruppe ab dem 26. Juni wiedereröffnen wird. Insgesamt bieten sechs Häuser in Spanien die Dienstleistung.

Für die Umsetzung hat sich die Hotelgruppe von der Risk-Management Beratungsfirma MatErh aus Madrid beraten lassen. Die Versicherung wurde von InterMundial mit Unterstützung von Europ Assistance entwickelt, einer Assistance-Tochter der Generali.

Wie sehr sich die Corona-Pandemie derzeit auf das Reiseverhalten der Deutschen auswirkt, zeigt eine aktuelle Umfrage der DEVK. Knapp die Hälfte der Befragten haben ihre Reisepläne aufgrund der Corona-Krise geändert. 32 Prozent geben an, außerplanmäßig zu Hause zu bleiben. 16 Prozent haben das ursprüngliche Reiseziel verworfen und verbringen ihren Urlaub jetzt woanders. Immerhin 27 Prozent werden ihre Reise wie geplant antreten.

Quelle: DEVK

Immerhin 16 Prozent der Befragten wollen innerhalb der EU verreisen 35 Prozent bevorzugen dabei Südeuropa – also Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Slowenien und Spanien. Auch die mitteleuropäischen Länder, wie Luxemburg, Österreich, Polen oder Ungarn sind beliebte Ziele (23 Prozent – ohne Deutschland).

Vor allem junge Leute bis 24 Jahre sind dem Ausland positiv gewogen: 27 Prozent wollen diesen Sommer Urlaub innerhalb der EU machen, acht Prozent wollen sogar ins außereuropäische Ausland reisen. Im Gesamtdurchschnitt wagen das nur drei Prozent aller Befragten.

Die ältere Generation ab 45 Jahre geht dagegen laut DEVK-Umfrage kein Risiko ein und bleibt lieber mehrheitlich zu Hause. Bei den über 55-​Jährigen geben das 56 Prozent an. Auch Frauen sind vorsichtiger und bleiben in Deutschland (22 Prozent) oder ganz zu Hause (56 Prozent). Bei den Männern sind es nur 45 Prozent, die den Sommer zu Hause verbringen.

Für die Bundesbürger, welche in Deutschland Sommerurlaub machen, ist Bayern mit 17 Prozent das Top-​Reiseziel. Mecklenburg-​Vorpommern musste sich mit 16 Prozent knapp geschlagen geben. Insgesamt machen die Deutschen gerne Urlaub im Norden: Je elf Prozent der Befragten reisen nach Niedersachsen und Schleswig-​Holstein. Starke Touristenmagneten dürften hier die Küsten an Nord- und Ostsee sein.

Auch schon vor der Corona-​Krise haben deutsche Urlauber ihr Heimatland als Reiseziel bevorzugt. Laut der jährlichen Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) ist Deutschland nach wie vor Urlaubsreiseziel Nummer eins: 26 Prozent der Deutschen sind 2019 demnach im eigenen Land verreist – ähnlich viele wie diesen Sommer. Auf Platz zwei landete im Vorjahr Spanien mit 12,7 Prozent, gefolgt von Italien mit 8,7 Prozent.

Immerhin: Die Lockerungen führen nach Auswertungen vom Marktforschungsunternehmen TDA Travel Intelligence zu einem deutlichen Anstieg der Buchungen für die Ferienmonate Juli und August. Spontan- und Kurzfristbuchungen nehmen damit nach dem Restart des Reiseverkehrs bei Reisebüros und Online-Portalen zu.

„Es gibt touristische Zielgebiete mit nachweislich weniger Infizierten als in Deutschland. Vielerorts werden belastbare Hygiene- und Sicherheitsprotokolle umgesetzt, um die Gesundheit der Urlauber nicht zu gefährden. Wo Corona-Zahlen niedrig und das Gesundheitssystem leistungsfähig ist, muss die Reisewarnung durch Reisehinweise ersetzt werden. Das ist gut für die jeweiligen Länder und die deutschen Urlauber. Die pauschale Reisewarnung verunsichert die Kunden und ist insbesondere für viele Spezialreiseveranstalter existenzbedrohend.“

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV)

Wurde vor rund vier Wochen noch fast ausschließlich Deutschlandurlaub gebucht, verlagert sich das Interesse nun zusätzlich in Richtung Flugreisen ans Mittelmeer, berichtet der Deutsche Reiseverband (DRV). Nachdem die Reisewarnung für Europa für den 15. Juni aufgehoben wurde, werden Ziele am westlichen Mittelmeer wieder stärker nachgefragt.

Die meisten Neubuchungen für Reisen im Juli und August gingen laut TDA-Auswertungen in der vergangenen Woche für die spanischen Inseln – Balearen und Kanaren (15 bzw. 11 Prozent) – ein, gefolgt von Deutschland (25 Prozent aller Buchungen der vergangenen Woche) und Griechenland (21 Prozent). Für den Zeitraum der deutschen Sommerferien nehmen auch Buchungen für Österreich, Italien und Kroatien (jeweils einstelliger Prozentanteil) zu.

Einen entsprechenden Reiseschutz lassen sich die Bundesbürger dennoch etwas kosten, wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat. Laut einer Analyse des Vertragsmanagers Volders bezahlen die Deutschen im Schnitt etwa 96 Euro pro Jahr, um alle Kosten von ihrem Versicherer erstattet zu bekommen, wenn die Reise nicht angetreten werden kann oder Gepäck verloren geht. Durchschnittlich 39 Euro geben sie dafür aus, um im Ausland medizinische Versorgung zu erhalten.

Dabei lockt auch die Türkei seit kurzem deutsche Urlauber mit einer speziellen Krankenversicherung ins Land locken. Für eine Prämie von 15, 19 oder 23 Euro sollen dann alle Gesundheitsausgaben bis zu einer Maximalsumme von 3.000, 5.000 oder 7.000 Euro abgedeckt werden.

Die Policen sollen dabei nach Angaben von Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy über verschiedene Kanäle wie Fluggesellschaften, Verkaufsstellen vor der Passkontrolle, Reiseveranstalter oder online verkauft werden. Die Türkei hatte speziell für die Sommersaison das Safe Tourism Certification Program mit Schutz- und Hygienemaßnahmen für Flugverkehr, Transport und Unterkünfte eingeführt.

Autor: VW-Reaktion

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