Analyse schlägt Panikmache: DEVK senkt E-Scooter Beiträge

E-Scooter in der Großstadt - Bild von Thomas Wolter auf Pixabay

Sind Elektroroller Todesfallen oder Mobilitätsalternative? Seit die E-Scooter auf den Straßen bewegt werden, häufen sich gefühlt die Horrormeldungen. Doch Gefühle täuschen, weswegen Versicherer lieber Zahlen sprechen lassen. Das Ergebnis, die Flitzer sind in weniger Unfälle verwickelt als vermutet. Die DEVK senkt die Beiträge deutlich.

Ab dem neuen Verkehrsjahr bietet die Versicherung Privatbesitzern der Gefährte verbesserte Konditionen an. E-Scooter-Fahrer ab 23 Jahre können sich über 42 Prozent Ersparnis freuen, sie zahlen jetzt nur noch 28 Euro pro Versicherungsjahr. Für andere Altersgruppen gibt es ebenso Preisnachlässe, nur nicht für die Fahrer unter 17 Jahren, weil diese laut DEVK „ein höheres Unfallrisiko haben“.

Horror oder Analyse

Als die Roller eingeführt wurden, häuften sich die Schreckens- und Kopfschüttelmeldungen. In Paris und London kamen Fahrer bei Unfällen ums Leben, in Berlin fuhr eine Frau in die Flanke eines stehenden LKWs und in München nutzten Jugendliche die Roller zum Transport von Bier – eben ganz Bayer.

Kritiker der Mobilitätslösung wie Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, oder Julia Fohmann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat zogen eine negative Bilanz. Gassen forderte sogar ein Verbot. Wieder war es die Versicherungswirtschaft, die nüchterne Zahlen und Analyse dagegensetzten.

Siegfried Brockmann, Unfallforscher des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft brachte es auf den Punkt: „Wir stellen auch schwere Unfälle unter Beteiligung von Radfahrern fest – aber es würde niemand auf die Idee kommen, sie im Straßenverkehr zu verbieten.

Das hielt die Zeitung Welt allerdings nicht davon ab zu titeln: „Auf jeden E-Scooter-Unfall kommen mehr als 40 Fahrradunfälle“. Diesem Umstand könnte natürlich zu Grunde liegen, dass es mehr Fahrräder als Scooter gibt.

Verkehrsgerichtstag gegen Rolleranbieter

Die Zahl der E-Scooter in deutschen Großstädten steigt kontinuierlich, was für reichlich Frust sorgt, denn oft werden die Gefährte nach der Nutzung achtlos mitten auf dem Weg stehen gelassen. Der Verkehrsgerichtstag in Goslar nannte diesen Umstand “ „nicht akzeptabel“.

Auch die Scooter-Verleihfirmen stehen in der Kritik der Verkehrsexperten. Auf dem 58. Verkehrsgerichtstag in diesem Jahr setzten sich Mitglieder dafür ein, dass die Verleihfirmen den Behörden bei der Ermittlung von Ordnungswidrigkeiten Nutzerdaten zur Verfügung stellen. Zudem sollen nur noch Menschen mit einer Prüfbescheinigung zum Führen von Elektrokleinstfahrzeuge die Flitzer nutzen dürfen.

Bei all den Forderungen und Verstößen kann festgehalten werden, dass die Gefahr E-Scooter wohl doch nicht so groß ist. Ansonsten würde die DEVK wohl nicht die Beiträge (fast) halbieren.

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