Wirtschaftsmagazin Capital lässt private Krankenversicherer alt aussehen

Werden Corona-Patienten von den PKV-Unternehmen bei der Neuaufnahme schlechter behandelt?Quelle: Bild von Tumisu auf Pixabay

Wer in den letzten zwei Jahren an Covid-19 erkrankt ist, dürfte es schwieriger haben, eine private Kranken-, Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung abzuschließen. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital müssen Interessenten demnach mit langwierigeren Aufnahmeprozessen rechnen. Teilweise würden sogar Zuschläge fällig oder Anträge ausgesetzt. Dies gehe aus einer Umfrage unter den fünf größten PKV-Unternehmen hervor.

So bewerte die Debeka Corona nach eigenen Angaben zwar „wie jede andere Erkrankung auch“. Wer wegen des Virus nicht zum Arzt musste, würde in der Regel problemlos aufgenommen. Allerdings stelle man bei mäßigen oder schweren Verläufen sowie bei Long-Covid die Anträge potenzieller Neukunden „bis zur vollständigen Genesung zurück. Dann prüfen wir individuell, nach welchem Zeitraum nach der Genesung eine Aufnahme möglich ist“, wird das Koblenzer Unternehmen zitiert.

Ähnlich scheinen dies laut Bericht die Versicherer R+V und Signal Iduna zu handhaben. Wer unter Long-Covid leidet, muss mit einem Risikozuschlag rechnen. Dessen Höhe hänge von der durch Corona „ausgelösten Erkrankung ab, wie zum Beispiel einer Schädigung der Lunge“, so die Signal Iduna. Auch für die Aufnahme in die Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung ist ein folgenloser Krankheitsverlauf entscheidend. Die Axa etwa nehme nur vollständig Genesene „in der Regel zu den üblichen Konditionen“ auf.

Tarife nach Impfstatus zu unterscheiden oder die Prämien kommendes Jahr signifikant zu erhöhen, plant derzeit keines der von Capitak befragten Unternehmen. R+V-Chef Norbert Rollinger hatte die Debatte im Herbst ins Rollen gebracht. „Wenn jemand wegen Corona auf der Intensivstation landet, ist das deutlich teurer als eine Impfung“. Diese Kosten trage im Endeffekt die Gemeinschaft. Aus der Luft gegriffen ist der Vorschlag nicht. Eine Einteilung nach Risikogruppen ist in der Krankenversicherung möglich, beispielsweise zwischen Rauchern und Nichtrauchern“, betonte er im September 2021.

Allerdings scheint der R+V-Chef laut Bericht nun bei seiner Einschätzung etwas zurückhaltender zu sein: Ob sich die Pandemie „je in irgendeiner Weise auf Tarife und Prämien auswirken wird, ist derzeit noch völlig offen“, wird Rollinger zitiert.

Autor: VW-Redaktion

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