Private Krankenversicherer profitieren von bKV

Bildquelle: Elf-Moondance auf Pixabay

Erst die Corona-Pandemie, dann Inflation und die Folgen des Ukraine-Krieges – dazu die Endlos-Debatte um die Prämienerhöhungen. Dennoch scheinen die privaten Krankenversicherer gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen, wie aktuelle Zahlen von Assekurata belegen wollen.

Demnach sehen die 15 befragten PKV-Unternehmen, welche 75 Prozent des Marktes abdecken, die Aussichten in der Vollversicherung durchaus positiv, obwohl die Versichertenzahlen in den letzten Jahren tendenziell eher rückläufig waren. Dies gelte laut Assekurata nicht nur für die Krankenversicherer, die hauptsächlich im aktuell weiterhin wachstumsstarken Bereich der Beihilfe tätig seien, sondern auch für die Anbieter im klassischen Normalgeschäft.

Wachstumseinschätzungen in der Krankenversicherung (Bildquelle: Assekurata)

Zudem würden sich vor allem die Zahnzusatzversicherung und die betriebliche Krankenversicherung als die Wachstumstreiber herauskristallisieren. Demnach sei allein zwischen 2012 und 2021 die Anzahl der versicherten Personen laut PKV-Verband um 30,9 Prozent beziehungsweise 4,3 Millionen Policen angestiegen. In der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) habe sich die Zahl der versicherten Personen seit 2016 fast verdreifacht. Demnach waren 2022 bereits rund 1,8 Millionen Menschen über eine bKV versichert.

„Insgesamt lässt sich festhalten, dass sich die PKV-Branche trotz komplexem Marktumfeld optimistisch zeigt. Zusatzversicherungen, allen voran die Zahnzusatzversicherung und die betriebliche Krankenversicherung, sind weiterhin die Wachstumstreiber, aber auch die Vollversicherung schätzen die befragten Unternehmen positiv ein. Deutlich negativer hingegen ist das Stimmungsbild bezüglich der Pflegezusatz- und Krankenhaustagegeldversicherung. Vor allem den Bereich der privaten Pflegevorsorge sehen die privaten Krankenversicherer sowohl bei der geförderten (‚Pflege-Bahr‘) als auch der ungeförderten Zusatzversorgung eher kritisch.“

Alexander Kraus, Senior-Analyst Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH

Außerdem würden die stationären Zusatzversicherungen laut Einschätzung der Befragten auch wieder verstärkt in den Fokus rücken. „Im Gegensatz dazu werden die Krankenhaustagegeldversicherung und der Pflege-Bahr deutlich negativer bewertet. Gleichzeitig bleibt die Pflegezusatzversicherung ein Handlungsfeld für die PKV. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider, da das Wachstum im Bereich der Pflegezusatzversicherung weiterhin stagniert“, konstatiert Alexander Kraus, Senior-Analyst Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH.

Autor: VW-Redaktion

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