Zurich steht kurz vor dem Verkauf der Lebenbestände an Viridium

Zurich Deutschland Chef Carsten Schildknecht sagte im vergangenem Jahr, dass man nach einer Lösung für einen Teil des Portfolios an hochverzinslichen Policen suche (Bildquelle: Viridium; Zurich Deutschland).

Im April war die erste Verhandlungsrunde, Viridium und Athora galten als Favoriten für die Zurich-Altbestände. Nun scheint es laut Medienberichten einen Deal zu geben, der einen Umfang von 20 Mrd. Euro an Kundenforderungen und entsprechenden Kapitalanlagen aufweist und der Zurich 500 Mio. Euro einbringen soll. Die Hintergründe.

Im Januar 2022 gab Zurich den Verkauf eines Portfolios von Lebensversicherungen in Italien bekannt. 1,2 Mrd. erhielt der größte Schweizer Versicherungskonzern dafür von der portugiesischen Versicherungsgruppe namens Gama Life.

Nun scheint eine weitere ähnlich gelagerte Transaktion laut Bloomberg in trockenen Tüchern zu sein. Der Run-off-Spezialist Viridium soll den Zuschlag für 800.000 Policen mit einem Nominalvolumen von 20 Mrd. Euro erhalten haben. Das Unternehmen gehört dem britischen Investor Cinven, der Hannover Rück und Generali. 2017 erwarb Viridium die Altbestände der Protektor Lebensversicherungs-AG und 2019 das deutsche Geschäft der Generali Lebensversicherung.

VWheute berichtete, dass im April die erste Verhandlungsrunde zum Zurich-Geschäft geführt wurde. Auch Axa bietet ein Nominalvolumen von 15 Mrd. Euro zum Verkauf an. Die Altbestände von Zurich und Axa seien Finanzkreisen zufolge sehr heterogen. Problematisch sei vor allem vielerorts die hohe Anzahl an Policen mit Garantiezinsen von 2,25 Prozent, die bis 2011 angeboten wurden oder 1,75 Prozent, die es gar bis 2015 gab. Sie können noch bis zu zwei Jahrzehnte laufen. „Es geht deshalb nun in den Verhandlungen um den genauen Zuschnitt eines Gesamtpaketes“, sagt ein an den Verhandlungen Beteiligter dem Handelsblatt

Viel Gesprächsbedarf gab es wohl anscheinend auch bezüglich der Technik. So nutzt die Zurich drei unterschiedliche IT-Systeme für die Lebens-Altbestände, was die Migrationskosten in die Höhe treibe, sagten mehrere Insider. Noch müssen die Aufsichtsbehörden der Transaktion zustimmen, laut Bloomberg könnte es diese Woche noch zu einer offiziellen Bekanntmachung seitens der Unternehmen kommen. Auf Anfrage wollten weder Zurich noch Viridium den Bericht kommentieren.

Autor: VW-Redaktion

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