Millionenschaden: Kurz vor Festivalbeginn verbrennt die Tomorrowland-Hauptbühne
Drohnenaufnahmen der verbrannten Tomorrowland-Hauptbühne (picture alliance/dpa/Belga | Stringer)
„Jahrelange Liebe und Leidenschaft sind in den Aufbau dieser Bühne geflossen“, kommentierte eine Sprecherin von Tomorrowland – einem der größten elektronischen Musikfestivals der Welt mit rund 400.000 Besuchern – die abgebrannte Mainstage. Das Festival in Boom zwischen Antwerpen und Brüssel soll dennoch morgen stattfinden. Bei der Ermittlung der Brandursache gibt es erste Vermutungen.
Das im belgischen Boom jährlich stattfindende Tomorrowland ist eines der größten elektronischen Musikfestivals der Welt und lockt über zwei Wochenenden rund 400.000 Besucher aus über 200 Ländern an. Als kreatives Herzstück gilt die Mainstage, die von der Idee bis zur Umsetzung zu 100 Prozent vom Veranstalter in jahrelanger Arbeit gestaltet wird. In diesem Jahr war sie laut dem belgischen Sender VRT 45 Meter hoch und 160 Meter breit und umfasste 2.120 Stilelemente, darunter 65 Springbrunnen und zwei Wasserfälle.
Am Mittwoch, zwei Tage vor Festivalstart, brach gegen 18 Uhr ein Feuer auf dem Hauptbühnenbereich aus. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 1.000 Mitarbeiter auf dem Gelände, keiner wurde verletzt. In der Nacht waren rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort, um den Brand zu löschen. Die Mainstage wurde komplett zerstört, nur noch die Stahlkonstruktion ist zu erkennen. Die Brandursache ist derzeit unklar. Zeugen berichten von Zündgeräuschen, weil im Vorfeld Pyrotechnik getestet wurde, offizielle Stellen untersuchen den Vorfall noch. Die Staatsanwaltschaft von Antwerpen erklärte, das Feuer sei anscheinend nicht absichtlich herbeigeführt worden. Der Veranstalter verkündete, dass das Festival wie geplant stattfinden wird, allerdings ohne die Hauptbühne. Man prüfe Ersatzkonzepte. Der Campingplatz wurde heute Donnerstag planmäßig eröffnet und erste Besucher sind bereits eingetroffen.
Ausfälle aus dem Ticketgeschäft dürfe der Veranstalter damit vermeiden. Wenn jedoch die geplanten Acts auf der Hauptbühne nicht auftreten können, könnten Besucher Anspruch auf Teilerstattung ihrer gezahlten Ticketgebühr einfordern. Der Sachschaden für die Hauptbühne dürfte in die Millionen gehen. Wie dieser versichert ist, darüber gibt es noch keine Informationen.
Autor: VW-Redaktion
