„N26 steht nicht zum Verkauf. Das hat mir Allianz-X-Chef Nazim Cetin gesagt.“

Max Tayehtnal gründete mit Valentin Stalf die Neobank N26 (Bildquelle: N26)

N26 hat das Ziel ausgegeben, 2024 profitabel zu werden. Trotz der aktuellen Verluste liege man „voll im Plan“, sagt Mitbegründer Maximilian Tayenthal. Obwohl N26 zu den wertvollsten deutschen Fintechs gehört, gab es zuletzt Gerüchte, dass die Allianz ihre Anteile abstoßen wolle. Tayenthal winkt ab und spricht sogar vom Börsengang.

N26 wurde 2013 von Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gegründet – mit der Vision, die Verwaltung von Finanzen grundlegend zu verändern. Den eigenen Firmenwert schätzte die Digitalbank im Jahr 2021 auf 7,8 Mrd. Euro. Für die Bafin wuchs das Fintech aber zu schnell und versäumte interne Strukturen und Prozesse im gleichen Tempo anzupassen. Man ordnete eine Begrenzung von Neukunden von 50.000 pro Monat an, ein Sonderbeauftragter ist inzwischen bei den Berlinern wegen des Risikomanagements und der IT dort, ein anderer Bafin-Aufseher bezüglich der Mängel bei der Geldwäscheprävention.

Allianz X, die Venture-Capital-Tochter des Münchener Versicherungskonzerns, ist 2018 bei N26 eingestiegen – laut Branchenkreisen mit 30 Mio. Dollar. Im vergangenen Jahr war Chef Nazim Cetin noch überzeugt, dass das Fintech die Probleme in den Griff bekommt, trotz der „Wachstumsschmerzen“. Laut Medienberichten gibt es jedoch zuletzt ein Umdenken und die Allianz wollte angeblich ihre Anteile in Höhe von 5,3 Prozent verkaufen, was in etwa 160 Mio. Dollar entspricht. Der Versicherer kalkulierte mit einem Verlustgeschäft, da man die N26 laut einem Anschreiben an potenzielle Käufer nur noch mit drei Mrd. Dollar bewertete.

Die Anteile wurden offenbar noch nicht verkauft. Das sagt zumindest Maximilian Tayenthal. „Ich habe gehört, dass Allianz X den Markt sondiert hat – das machen Investoren grundsätzlich regelmäßig. Aber das Unternehmen hat nichts verkauft, und der Anteil ist aktuell nicht am Markt. Das hat mir Allianz-X-Chef Nazim Cetin erst vor wenigen Tagen gesagt, als ich mit ihm telefoniert habe“, erklärt der N26-Mitbegründer dem Handelsblatt.

Dass Allianz bereit war, die Anteile basierend auf einer N26-Bewertung von drei Milliarden Dollar zu verkaufen, sei nicht relevant. „Bei einem nicht gelisteten Start-up ist die Bewertung nur wichtig, wenn eine Finanzierungsrunde ansteht. Da dies bei uns nicht der Fall ist, muss ich über unsere aktuelle Bewertung nicht spekulieren. Folgendes kann ich aber sagen: Ich würde meine Anteile an N26 nicht mit einem Abschlag von zwei Dritteln verkaufen. Wenn wir eines Tages einen Börsengang machen, bin ich fest überzeugt, dass der Markt die Entwicklung des Unternehmens honorieren wird.“

Kein Börsengang, aber ein baldiges Ende der Bafin-Auflagen

Bezüglich eines möglichen Börsengangs gibt er zu, dass das Umfeld vor einigen Jahren viel besser war, aber N26 eben noch nicht dazu bereit war. „Aktuell ist N26 bereit, aber das Marktumfeld für Börsengänge ist zu schlecht. Wir müssen uns also etwas gedulden.“ Sicher ist Tayenthal hingegen, dass man N26 nicht verkaufen wird. Er könne sich eine Veräußerung an einen Investor oder eine Bank in den kommenden Jahren nicht vorstellen. „Wir haben genug Kapital, um unsere Ziele aus eigener Kraft zu erreichen.“ Mögliche Kooperationen schließe er aber nicht aus. „Wir würden mit einem Partner zusammen gehen, wenn es Sinn ergibt.“

Positiv ist er auch gestimmt, was die Bafin-Begrenzung der Neukunden pro Monat angeht. Die Bafin werde seiner Meinung nach in den nächsten Monaten die Fortschritte bei N26 erkennen und hinsichtlich der Wachstumsbeschränkung eine Entscheidung fällen. Unser Ziel ist es, spätestens zum Jahreswechsel
keine Auflagen mehr zu haben. Wir arbeiten aber daran, dass dies früher passiert.

Autor: VW-Redaktion

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