Credit Suisse verklagt Greensill-Versicherer auf 300 Mio. Australische Dollar

Credit Suisse Zentrale in Zurich. Quelle: Credit Suisse

Die Schweizer Großbank Credit Suisse macht nach der Pleite der Greensill-Bank ernst: Das Kreditinstitut hat in Australien Klage auf Entschädigung gegen den Versicherer Insurance Australia Group (IAG) eingereicht. Dessen Tochterunternehmen BCC Trade Credit hatte Policen an Greensill verkauft.

Laut einem Bericht der Australian Financial Review belaufen sich die Gesamtforderungen auf etwa 300 Mio. Australische Dollar. Ein IAG-Sprecher erklärte allerdings laut einem Bericht des Handelsblatt, das Unternehmen sei weiterhin der Ansicht, dass es für die Policen nicht haftbar sei.

Die Greensill Capital-Pleite war schnell und spektakulär; die Folgen für viele investierte Städte und Finanzhäuser katastrophal – VWheute berichtete. Das Unternehmen sammelte Milliardengelder bei deutschen Privatanlegern und institutionellen Investoren ein, mit denen es Lieferkettenfinanzierungsgeschäfte und Factoring betrieb. 

Beim sogenannten Factoring kauft ein Finanzdienstleister die Forderungen mit einem Rabatt ab und holt sich dann den vollen Betrag beim Kunden zurück. Der Gewinn ist die Differenz. Doch das Unternehmen spielte nicht fair, zudem wurden riskante Geschäfte betrieben und die Unternehmensmutter geriet in finanzielle Schieflage. Es folgte die Pleite, es entstanden Milliardenschäden.

Ein Betroffener war die Credit Suisse, die gemeinsam mit Greensill Capital Fonds führte. Bestimmte Fondsanteile waren durch Policen gedeckt, berichtet Finews. Als dieser Schutz Ende 2020 teils nicht mehr erneuert wurde, kam das Fondskonstrukt ins Wanken und fiel schlussendlich. Einen Teil des verlorenen Geldes will sich die Bank nun von den Versicherern zurückholen und hat die diesbezüglichen Forderungen noch einmal erhöht.

Credit Suisse hat nach Eigenauskunft insgesamt sieben Versicherungsansprüche im Gesamtvolumen von rund 1,2 Mrd. US-Dollar geltend gemacht. Mitte Januar waren es fünf Ansprüche im Volumen von rund 1,17 Mrd. US-Dollar gewesen, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die Schweizer hatten im vergangenen März vier Lieferkettenfinanzierungs-Fonds im Gesamtvolumen von zehn Milliarden Dollar eingefroren und seither 7,3 Mrd. US-Dollar aus der Liquidation der Fondspositionen eingesammelt, zeigen Medienberichte.

Autor: VW-Redaktion

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