Sturm „Bernd“ kostet Allianz wohl mehr als eine Milliarde Euro

Bad Neuenahr,16. Juli 2021, Quelle: Bernd Engelien, Zurich

Die Allianz rechnet nach Sturm „Bernd“ mit einer Schadenbelastung von rund 1,1 Mrd. Euro. Anfang August bezifferte der Versicherungskonzern die Schäden durch die Überschwemmungen im Juli in Teilen Europas auf 900 Mio. Euro, von denen rund 500 Mio. Euro durch ihre Rückversicherung gedeckt würden.

Nun habe sich die Schadenschätzung inzwischen um rund 200 Mio. Euro erhöht und beinhaltet Schäden von Industriekunden der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), berichtet das Nachrichtenportal Reinsurance News. Rund 700 Millionen Euro der Gesamtschadenschätzung stellt die Allianz für ihre versicherten Kunden in Deutschland bereit.

Der Versicherer weist zudem darauf hin, dass AGCS für betroffene Unternehmen in Westdeutschland und Benelux mit Schadenzahlungen von über 100 Mio. Euro rechnet. Zum Vergleich: Das Juli-Hochwasser wurde mit dem Elbehochwasser von 2002 verglichen, das die Allianz 917 Mio. Euro gekostet hat.

„Je nachdem, welchen Wert man für das Hochwasser 2002 heranzieht, den damaligen oder den heutigen, ist Ilse oder Bernd das bisher größte Ereignis in der Geschichte der Allianz“, erklärt Thorsten Fromhold, Leiter Portfoliomanagement & Retrozession bei der Allianz Re.

Die Flutkatastrophe im Rheinland und in der Eifel in diesem Sommer dürfte die Versicherer teurer zu stehen kommen als bislang erwartet. Michael Pickel, Vorstand der Hannover Rück, sagte jüngst beim Branchentreffen in Baden-Baden, dass der versicherte Schaden allein in Deutschland „eher bei zehn als bei neun Mrd. Euro“ liegen werde. Die Munich Re rechnete zuvor mit einem Schaden von bis zu acht Mrd. Euro in Deutschland und mehr als neun Mrd. in ganz Europa.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) taxiert die Schäden durch Sturmtief “Bernd” bislang auf eine Summe von rund sieben Mrd. Euro. Davon entfielen rund 6,5 Mrd. Euro auf Wohngebäude, Hausrat und Betriebe sowie rund 450 Mio. Euro auf Kraftfahrzeuge. Aktuell gehen die Versicherer von rund 250.000 Schadenfällen aus – rund 200.000 an Häusern, Hausrat und Betrieben und bis zu 50.000 an Kraftfahrzeugen.

Für viele Versicherer ist “Bernd” bislang das teuerste Schadenereignis in der Unternehmensgeschichte. Deutlich teurer fällt im Vergleich die Bilanz der Provinzial aus: Bislang haben die Kunden der Provinzial konzernweit insgesamt 35.976 Schäden mit einem Volumen von 1.023 Mio. Euro gemeldet. Für die R+V Versicherung steht unter dem Strich eine Schadenbelastung von bislang rund 470 Mio. Euro. Bislang verzeichnete der Genossenschaftsversicherer rund 14.000 Schäden. Zudem hat “Bernd” für das größte Schadenereignis in der Geschichte der Mecklenburgischen Versicherung gesorgt. Der Versicherer schätzt den Schaden derzeit auf rund 47 Mio. Euro. Zum Vergleich: Sturm “Kyrill” verursachte 2007 einen Schaden von 34 Mio. Euro.

Autor: VW-Redaktion

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