Amazon will Großbritanniens Versicherungsmarkt erobern und steigt ins Unternehmensgeschäft ein

Der Internetriese Amazon bietet zunehmend Services außerhalb seines Kerngeschäfts ein. (Quelle: Amazon)

Schleichend statt mit großem Knall. Das ist der Plan, den Amazon in seinem Versicherungsgeschäft verfolgt. Schritt für Schritt greifen die Amerikaner in den Markt ein. Der neuste Coup ist in Großbritannien erfolgt.

Amazon bietet ab sofort Versicherungen für kleine und mittlere Unternehmen in Großbritannien an, berichtet Reuters. Dies ist der erste Vorstoß des Technologieriesen in den Bereich der Unternehmensversicherungen in dem Land, berichtet der Makler Superscript. Amazon hatte im Jahr 2018 bereits Pläne für die Insel gehabt. Es sollte ein eigenes Vergleichsportal gestartet werden, was aber im Sand verlief.

Amazon kommt

Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon aktiv wird. In den USA wird bereits eine Haftpflichtversicherung für Händler angeboten. Weiterhin sollen Kunden gegen Personen- und Sachschäden abgesichert werden, wenn diese durch fehlerhafte Produkte entstehen. Die Amerikaner arbeiten dafür unter anderem mit Munich Re und dem Großmakler Marsh zusammen. An mangelndem Vertrauen der Menschen  wird das Abenteuer Versicherung wohl nicht scheitern, Amazon hat speziell in der Corona-Krise noch einmal stark an Kundenvertrauen gewonnen.

Auch die Versicherungsmanager rechnen mit Amazon. In der “Studie Future of Insurance” des  IT-Dienstleisters Sollers sagen 78% der Verantwortlichen, dass die Bedeutung der Big Techs im Versicherungssektor zunehmen wird.

Manager glauben an Amazons Markteintritt. Quelle: Sollers.

Doch nicht alles gelingt. Der private Krankenversicherer von Amazon und Warren Buffet scheiterte nach großen Ankündigungen. Dennoch ist klar, dass Amazon dank Technikwissen, Marktmacht und dem einen oder anderen Silberling in der Tasche jederzeit in jeden beliebigen (Versicherungs-)Markt einsteigen kann.

Autor: VW-Redaktion