Start-ups bekommen deutlich mehr Geld

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Die europäischen Start-ups bekommen deutlich mehr Wachstumskapital als noch 2016. Laut dem „Index Ventures“ von Block Builders sind allein in Jahr bereits 34 Mrd. US-Dollar in europäische Gründungsunternehmen geflossen. Im Gesamtjahr 2016 waren es lediglich 15 Mrd. Dollar.

Dabei verzeichnet die Analyse eine deutliche Verschiebung von den USA nach Europa: So flossen in diesem Jahr 33 Prozent vor der ersten größeren Finanzierungsrunde auf den US-Markt. Noch vor einem Jahrzehnt waren es mit 59 Prozent bedeutend mehr. Gleichzeitig wurden in Deutschland in den letzten Jahren wimmer weniger Start-ups aus der Not heraus geboren.

Der Anteil an Notgründungen sank demnach von 30 Prozent im Jahr 2013 auf 23 Prozent im Jahr 2019. Inwiefern die Pandemie einen Einfluss auf die Entwicklung hat, wird sich noch zeigen müssen. Aktuell betonen 74,2 Prozent der Gründer Beeinträchtigungen der Geschäftstätigkeit aufgrund der Corona-Krise.

„Noch sind die meisten großen Tech-Konzerne in den USA oder China angesiedelt. Dabei stammen durchaus auch zahlreiche Innovationen aus Deutschland respektive Europa. Allerdings siedelten aussichtsreiche Startups in der Vergangenheit rasch in die USA um – dieser Trend scheint allmählich ein Ende zu finden. Junge Gründer wittern zunehmend Chancen in Europa, Unternehmen wie Spotify, Delivery Hero oder auch Adyen dienen hierbei mitunter auch als Vorbild“, konstatiert Analyst Raphael Lulay.

Diese Entwicklung bekommen auch die Insurtechs zu spüren. Allein im vierten Quartal 2019 verzeichnete Willis Towers Watson weltweit 75 Transaktionen mit einem Volumen von 1,99 Mrd. US-Dollar. Laut WTW gab es vor allem vier größere Finanzierungsrunden: Dabei sammelten die Unternehmen Bright Health, Next Insurance, Duck Creek Technologies and WeFox Group jeweils über 100 Mio. US-Dollar ein. Zudem hatte es in Summe sieben Deals mit einer Finanzierungssumme von über 40 Mio. US-Dollar gegeben, heißt es weiter.

Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung allerdings nur kurzfristig ausgebremst. Nach Angaben von Willis Towers Watson stiegen diese zwischen April und Juni um 71 Prozent auf 1,56 Mrd. US-Dollar. Diese umfassen nach Angaben der Unternehmensberatung vor allem vermehrte Later-Stage-Finanzierungen, darunter vier Megadeals mit einem Investitionsvolumen von jeweils über 100 Mio. US-Dollar. Allerdings lag die Anzahl der Abschlüsse mit 74 Deals um 23 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals. Die meisten Finanzierungen flossen in Insurtechs aus dem Segment Schaden- und Unfallversicherung, die 68 Prozent aller Investitionen erhielten. Aufgeholt haben jedoch die Insurtechs aus dem Leben- und Krankenversicherungsbereich. Ihr Anteil an den Investitionen lag bei 32 Prozent – ein Anstieg um 17 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Jüngstes Beispiel des neuerlichen Geldsegens ist auch das französische Insurtech +Simple: In der letzten Finanzierungsrunde hat das Start-up weitere 20 Mio. Euro an Wachstumskapital erhalten. Investoren in der dieser Runde sind eigenen Angaben zufolge neben den bisherigen Investoren Idinvest und OneRagtime (ein Partner von +Simple seit 2017) die zwei neuen VC-investoren Mundi Ventures und Speedinvest.

Autor: VW-Redaktion

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