SDK-Chef Kantak im Interview: „Die aktuelle Situation ist für alle herausfordernd“

Ralf Kantak, Vorstandsvorsitzender SDK. Quelle: Unternehmen.

Die PKV hat Potenzial. Davon ist Ralf Kantak fest überzeugt. Kürzlich hat die Süddeutsche Krankenversicherung ein Rekordergebnis präsentiert – wegen der Erfolge in der Krankenversicherung und einem guten Anlageergebnis. Mit Prognosen für dieses Jahr hält man sich in Fellbach zurück. Fünf Fragen an den Vorstandschef.

VWheute: Ihre Beitragseinnahmen sind um 22 Millionen gestiegen, wie hoch ist der prozentuale Anstieg und woraus resultiert er?

Ralf Kantak: Unsere Beitragseinnahmen stiegen um 2,6 Prozent. Wir hatten in einigen Tarifen Beitragsanpassungen von insgesamt durchschnittlich 4,3 Prozent (davon KV-Voll 2,8 Prozent).  Des Weiteren konnten wir ein Plus in der Pflegezusatzversicherung verzeichnen, ebenso bei der Zahl unserer Firmenkunden mit betrieblicher Krankenversicherung. 

VWheute: Wie hat sich das Vollgeschäft entwickelt, wie das der Zusatzversicherungen?

Ralf Kantak: In der Vollversicherung hatten wir einen leichten Rückgang zu verzeichnen, liegen bei den Neuabschlüssen aktuell jedoch bereits wieder über dem Vorjahresniveau. Im Bereich der Zusatzversicherungen gab es ebenfalls einen leichten Rückgang, dem wir jedoch nun mit unserer komplett neu aufgestellten Produktpalette, die seit Anfang Juni auf dem Markt ist, entgegenwirken. Unsere neuen Zusatztarife sind sowohl im Firmenkunden- als auch im Privatbereich flexibel und transparent gestaltet und allesamt am Markt top positioniert. Wir erwarten daher in diesem Bereich einen deutlichen Wachstumsschub. Positiv ist für uns auch die Entwicklung im Bereich der Pflegezusatzversicherung, hier konnten wir ein deutliches Plus verzeichnen.

VWheute: Sie sprechen von einem „guten Kapitalanlageergebnis“, was machen Sie anders und besser als andere?

Ralf Kantak: Wir setzen auf eine breit aufgestellte, global diversifizierte Kapitalanlage, verbunden mit einer Optimierung der Kosten. Im Vergleich zur Branche weisen wir eine höhere Aktienquote auf. Zudem haben wir eine vergleichsweise längere Duration und unsere Risikotragfähigkeit (SolvencyII-Quote) ist hoch. Hinzu kommt unsere spezielle Immobilienstrategie, bei der wir sowohl Asset Management als auch Property Management inhouse durchführen. Durch all diese Faktoren erreichen wir ein besonders effizientes Ertrags-/Risikoverhältnis.

VWheute: Wie sehr belastet Corona ihr Geschäft und ihre Ausgaben aktuell?

Ralf Kantak: Über die Corona-bedingte Leistungsentwicklung  können wir  aktuell noch keine Aussage treffen.  Die aktuelle Situation ist für alle herausfordernd. Im Fokus stand neben der Gesundheit unserer Mitarbeiter für uns immer, erst recht in einer solchen Zeit für unsere Mitglieder da zu sein. Natürlich ist die persönliche Beratung in Zeiten der sozialen Distanzierung vermeintlich schwierig, doch über entsprechende digitale Lösungen haben wir hier Abhilfe für unsere Kundenbetreuer geschaffen. So haben wir z.B. die bereits verfügbare Onlineberatung ausgeweitet bzw. flächendeckend eingeführt. Damit ist die Krise in Bezug auf die Digitalisierung für uns eine große Chance.

VWheute: Was planen Sie für dieses Jahr, mit welchem Ergebnis rechnen Sie?

Ralf Kantak: Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hier keine Zahlen nennen möchten. Was wir definitiv sagen können ist, dass wir in dieser Krise einmal mehr von unserem soliden Versichertenbestand und auch unserer hohen Kundenzufriedenheit profitieren. Im Vergleich zur Branche haben wir beispielsweise weniger Storno und Stundungsanfragen, auch im Firmenkundenbereich. Daher und aufgrund weiterer Faktoren, allen voran sei hier unsere neue Produktpalette im Zusatzbereich genannt, sind wir optimistisch, trotz der Krise auch in diesem Jahr ein gutes Ergebnis erzielen zu können.

Die Fragen stellte Maximilian Volz.

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