Deutsche Rückversicherer entdecken den chinesischen Markt für sich, Swiss Re steigt bei China Pacific ein

Das Hauptquartier der China Re in Peking. Quelle: hy

Rückversicherer aus dem Ausland scheinen der Anziehungskraft des chinesischen Marktes doch nicht entgehen zu können. Und dies trotz vielfältiger Vorwürfe wie etwa der Abschottung der Märkte oder ungleicher Behandlung von ausländischen Gesellschaften. Mehrere ausländische Rückversicherer erhöhen derzeit ihr Kapital.

So etwa die Hannover Re, die bei ihrer Schanghaier Tochtergesellschaft ihr Kapital um 197 Mio. Euro auf 517 Mio. Euro ansteigen lässt. Ebenfalls hat die Swiss Re bei ihrer Niederlassung in Peking das Kapital erhöht. Ende des letzten Jahres hat Gen Re aus Deutschland den Kapitalstock seiner Schanghaier Niederlassung von 37,8 Mio. Euro auf 54,2 Mio. Euro gesteigert.

Branchenexperten bewerten den Kapitalzufluss aus dem Ausland als ein eindeutiges Zeichen für die Bereitschaft, sich an chinesischen Rückversicherungsmärkten mehr zu engagieren. Einige wollen gewusst haben, dass die kapitalerhöhenden Unternehmen Interesse für das Geschäft der Krankenversicherung in China hätten, für das angeblich mehr Kapital erforderlich sein solle.

Positiver Ausblick für chinesische Versicherer

Derzeit sind ausländische Rückversicherer in China an der Zahl sogar stärker vertreten als die einheimischen Konzerne. Fünf chinesische Rückversicherer und sieben aus dem Ausland kämpfen in Gegenwart um den Marktanteil. Allerdings dominieren die einheimischen immer noch den gesamten Rückversicherungsmarkt.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres erwirtschaften die chinesischen insgesamt ein Beitragseinkommen von 3,66 Mrd. Euro, während die Mitbewerber aus dem Ausland ein Beitragsvolumen von 1,9 Mrd. Euro erzielt. Seit 2018 haben die ausländischen jedoch ihren Marktanteil ständig erhöhen können. Betrachtet man nur das erste Quartal der jeweiligen Jahre, kann man 30,67 Prozent in 2018, 33,82 Prozent in 2019 und 34,12 Prozent in 2020 feststellen.

2018 und 2019 haben die ausländischen Rückversicherer bei ihrem chinesischen Engagement insgesamt jeweils 126 Mio. Euro und 155 Mio. Euro Gewinn einfahren können. Unter sieben Rückversicherern aus dem Ausland dominieren die Unternehmen aus Deutschland. Im gesamten Marktanteil belegen Munich Re und Hannover Re den 4. und 5. Platz.

Experten bewerten den chinesischen Versicherungsmarkt zuversichtlich. Eine Studie von Swiss Re prognostiziert, dass spätestens in 2035 der chinesische Versicherungsmarkt inklusive Rückversicherungsmarkt, der derzeit noch der weltweit zweitgrößte ist, die USA größten Markt ablösen werde.

Swiss Re kommt mit China Pacific ins Geschäft

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re seinerseits macht aus der Theorie Praxis und steigt bei der China Pacific Insurance Group einsteigen. Die beiden Firmen hätten vereinbart, dass Swiss Re im Rahmen eines geplanten Listings an der Londoner Börse Titel entsprechend bis zu 1,5 Prozent aller ausstehenden Aktien des chinesischen Unternehmens erwerbe, wie China Pacific Insurance gestern mitteilte.

Die Platzierung von sogenannten Global Depositary Receipts müsse noch von der britischen Finanzmarktaufsicht genehmigt werden. Swiss Re bestätigte die Transaktion, wollte darüber hinaus aber keinen Kommentar abgeben. Insidern zufolge drängt China heimische Firmen, eine Notierung in London ins Auge zu fassen. China Pacific könnte die erste solche Transaktion werden.

Autor: Heng Yan / VW-Redaktion

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