Öffentliche Braunschweig rechnet mit Corona-Schaden von rund 1,5 Mio. Euro

Quelle: Öffentliche Versicherung Braunschweig

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2020 nach den Worten von Vorstandschef Knut Maywald mit einer Schadenbelastung von rund 1,5 Mio. Euro. Eine stabile Beitragsentwicklung wird in der Sachsparte erwartet. Für die im vergangenen Jahr boomende Lebensversicherung mochte er in der telefonischen Bilanzpressekonferenz keine Prognose abgeben.

Mit Blick auf die öffentliche Debatte um die Betriebsschließungsversicherung wies Maywald darauf hin, dass die entsprechenden Policen Öffentlichen im Unterschied zu anderen Versicherern andere Bedingungen beinhalten würden. Daher würde die Gruppe entsprechende Zahlungen an die Unternehmen leisten, die im Zuge der Corona-Pandemie auf behördliche Anordnung hin schließen mussten.

Rückblickend auf 2019 sprach Maywald von einem „der besten Geschäftsjahre“ in der Unternehmensgeschichte. So würde er sich „nicht scheuen, heute eine Note 2+ zu vergeben“. Geschuldet sei dies nach Maywalds Worten vor allem der Neustrukturierung der Versicherungsgruppe im Jahr 2018.

So verbuchte die Öffentliche Versicherung Braunschweig im Geschäftsjahr 2019 einen deutlichen Prämienanstieg auf 434,9 Mio. Euro (2018: 411,5 Mio.). Der Versicherungsbestand stieg auf 1.255.195 Policen (2018: 1.254.846). Das Ergebnis nach Steuern stieg auf 24,1 Mio. Euro (2018: 18,8 Mio.).

Zudem waren 2019 im Schnitt 1.248 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vorjahr: 1.269), darunter 74 Auszubildende, für die Öffentliche, ihre Tochterunternehmen sowie ihre insgesamt 145 Standorte im Geschäftsgebiet (Vorjahr: 150) tätig. Maywald betonte, dass es derzeit „keine Pläne“ gebe, die Zahl der Mitarbeiter zu verändern.

Hohe Schadenbelastung in der Kfz-Sparte

In der Sachsparte sowohl die Beitragseinnahmen im letzten Jahr auf 271,9 Mio. Euro (2018: 266 Mio.) als auch die Anzahl ihrer Verträge auf 1.138.364 Policen (2018: 1.133.829). Die Combined Ratio lag mit 92,3 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert (2018: 96,6 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern sank gegenüber dem Vorjahr leicht auf 4,9 Mio. Euro (2018: 5,2 Mio.).

Die Belastungen durch Naturereignisse fielen mit 937 Schäden und einer Schadensumme von rund 2,6 Mio. Euro zwar moderat aus. Dennoch ging 2019 als eines der höchsten Schadenjahre in der Geschichte der Öffentlichen Versicherung Braunschweig ein. Mit 175,1 Millionen Euro befindet sich der Bruttoaufwand für Versicherungsfälle rund vier Prozent unter dem historischen Vorjahreswert von 182,1 Millionen Euro.

Die regulierten Feuerschäden gingen mit 1.587 Schäden und rund 11,3 Millionen Euro Schadenaufwand wieder deutlich zurück: Im Vorjahr regulierte die Öffentliche insgesamt 2.057 Feuerschäden mit rund 20,5 Millionen Euro Schadenaufwand, die im Wesentlichen durch die Rekordhitze im Sommer 2018 mit zahlreichen Großschäden sowie hitzebedingten Schäden in der Landwirtschaft zustande kamen.

Leicht rückläufig war auch die Zahl von 940 Einbruchdiebstahlschäden mit einem Aufwand von rund 2,4 Mio. Euro (2018: 1.035 Schäden mit rund 2,8 Mio. Euro Aufwand) sowie insgesamt 7.227 Leitungswasserschäden mit rund 24,4 Mio. Euro Aufwand (2018: 7.426 Schäden, allerdings mit rund 23,8 Mio. Euro Aufwand).

Den größten Anteil machen mit 36.376 Schäden und einer Schadensumme von rund 102,2 Mio. Euro die Kfz-Schäden aus (2018: 35.994 Schäden mit rund 90 Millionen Euro Schadenaufwand) erneut eine deutlich gestiegene Anzahl. Die Kfz-Schäden in 2019 teilten sich insgesamt in 13.838 Haftpflichtschäden mit rund 64,6 Mio. Euro Schadenaufwand und 22.538 Kaskoschäden (davon rund 42 Prozent Glasbruchschäden) mit rund 37,6 Mio. Euro Schadenaufwand auf.

Darunter fällt auch der bisher größte Kfz-Haftpflicht-Schaden in der Geschichte der Öffentlichen mit zwei lebensgefährlich Verletzten, für die die Öffentliche bisher rund 10,1 Mio. Euro zurückgestellt hat. Mit Reha-Maßnahmen und weiteren unterstützenden Angeboten wie dem Umbau von Haus und Fahrzeug begleitet die Öffentliche die Betroffenen und unterstützt so die Milderung der durch den Unfall entstandenen Folgen.

„Die Aufwendungen für Schadenfälle blieben auch ohne eine Häufung von Naturereignissen oder eine wochenlang anhaltende Hitzeperiode auf einem ähnlich hohen Niveau wie in den Vorjahren. Insbesondere bei den Kfz-Schäden kann man die gestiegenen Kosten gut erkennen, die durch immer kostenintensivere Technik – zum Beispiel im Bereich der Sensorik – auch bei kleinen Schäden zustande kommen. Dennoch konnten wir ein positives Ergebnis erzielen und uns an vielen Stellen weiter verbessern.“

Dirk Gronert, Vorstand der Öffentlichen Versicherung Braunschweig

Deutliches Gewinnplus in der Lebensparte

In der Lebensversicherung stieg das Ergebnis nach Steuern auf 19,2 Mio. Euro (2018: 13,6 Mio.). Wesentlich zu diesem Ergebnis beigetragen haben die gestiegenen Beitragseinnahmen von 162,9 Mio. Euro (2018: 145,5 Mio. Euro). Insbesondere die laufenden Beiträge sind mit einer Steigerung von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr dabei weit über dem Marktschnitt gewachsen.

Mit 116.831 Verträgen verzeichnete die Öffentliche einen leichten Rückgang zum Vorjahr (121.017 Verträge), wobei die Stornoquote (stückzahlbezogen) von 3 Prozent auf 2,7 Prozent entgegen dem Branchentrend verringert werden konnte. Die insgesamt 218,4 Millionen Euro Aufwendungen für Versicherungsfälle, die die Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig an ihre Kunden in 2019 ausgezahlt hat, stellen einen historischen Spitzenwert dar.

„Wir konnten sowohl unser Eigenkapital als auch unsere Kapitalanlagereserven in 2019 weiter erhöhen – für noch mehr langfristige Sicherheit. Die gestiegenen Beitragseinnahmen belegen, dass unsere Kunden uns auch höhere Geldbeträge anvertrauen“, kommentiert Vorstand Alexander Tourneau.

Autor: VW-Redaktion

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