Talanx und Hannover Rück kippen ihre Gewinnziele für 2020

Konzernsitz der Talanx. (Quelle: Talanx)

Die Corona-Pandemie belastet die Schadenbilanz der Versicherer, auch wenn die Branche erste Schätzungen scheut. Nun haben mit der Talanx und der Hannover Rück wegen Corona zwei Unternehmen ihre Gewinnziele für 2020 über Bord geworfen.

So teilt der niedersächsische Versicherungskonzern mit, dass das bisherige Gewinnziel in einer Bandbreite von mehr als 900 bis zu 950 Mio. Euro aus heutiger Sicht mit zu vielen Unsicherheiten behaftet sei, um es weiter aufrechtzuerhalten. Zwar liege das vorläufige Konzernergebnis für das erste Quartal 2020 liegt mit 223 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau (Q1 2019: 235 Mio. Euro).

Allerdings könne man das Quartalsergebnis nicht auf das Gesamtjahr 2020 hochrechnen, da sich coronabedingte Belastungen in der Kapitalanlage und in der Versicherungstechnik nur in einem der drei Berichtsmonate niedergeschlagen haben.

Zudem erwarte die Talanx trotz der erheblichen Veränderungen bei Aktien, Zinsen und Risikoaufschlägen seine Solvency-II-Quote vor Übergangsmaßnahme zum 31. März 2020 komfortabel innerhalb der Zielspanne von 150 bis 200 Prozent (Dezember 2019: 211 Prozent). Dennoch will der Versicherer für 2019 die vorgeschlagene Dividende von 1,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2019 zahlen.

Hannover Rück hält weiter an Dividende fest

Vor dem Hintergrund der andauernden COVID-19-Krise und der damit verbundenen erhöhten Unsicherheit in der Schadenentwicklung sowie im Kapitalmarktumfeld zieht die Hannover Rück ihr Gewinnziel für das laufende Jahr zurück. Die Zahlen zum ersten Quartal waren von der weltweiten Verbreitung des Virus auch aufgrund geringerer sonstiger Belastungen noch nicht wesentlich beeinflusst und lassen daher auch keinen Rückschluss auf das Gesamtjahr zu, heißt es beim Rückversicherer.

Auf der Basis vorläufiger Zahlen für das erste Quartal 2020 erwartet die Hannover Rück ein Konzernergebnis von rund 300 Mio. Euro (Q1 2019: 293,7 Mio. Euro) und ein operatives Ergebnis (EBIT) von rund 426 Mio. Euro (450,0 Mio. Euro). Die vollständigen Zahlen sollen im Rahmen der Jahreshauptversammlung am 6. Mai 2020 veröffentlicht werden. Dabei sollen die Aktionäre auch über die vorgeschlagene Dividende von 5,50 Euro je Aktie entscheiden.

Ursprünglich ging die Hannover Rück für das laufende Geschäftsjahr mit einem weiteren Prämienanstieg von rund fünf Prozent aus. Beim Gewinn peilt der Rückversicherer für 2020 eine Zielmarke von 1,2 Mrd. Euro an, auch wenn diese laut Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz durchaus „ambitiös“ sei. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Großschadenbelastung nicht wesentlich den Erwartungswert von 975 Mio. Euro übersteigt und es zu keinen außergewöhnlich negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten kommt.

Bereits Anfang April 2020 hatte die Munich Re ihre Gewinnprognose für 2020 zurückgezogen. Wegen der gesamtwirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen durch Covid-19 sowie die erwarteten Belastungen durch Naturkatastrophen werde der Rückversicherer sein Gewinnziel von 2,8 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2020 nicht erreichen. So habe der Rückversicherer in der Schaden- und Unfallrückversicherung eine hohe Belastung aus Schäden in Zusammenhang mit den Auswirkungen der erheblich verschärften Covid-19 Krise verzeichnet.

Autor: VW-Redaktion

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