Munich Re weiter auf Kurs – Ergo ebenso

Quelle: Alexander Kaspar

Die Münchener Rück hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 2,7 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit ihr selbstgestecktes Ziel um 200 Mio. Euro übertroffen. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr (3,7 Mrd. Euro) auf nunmehr gut vier Mrd. Euro. Infolge dessen soll die Dividende auf 9,80 Euro ansteigen. Trotz Großschäden konnte mit 217 Mio. Euro Gewinn allein im letzten Quartal ein gutes Kapitalanlageergebnis erzielt werden.

Auch die Erneuerungsrunde im Januar deutet mit einem Beitragswachstum in der Höhe von 4,4 Prozent eine positive Tendenz für das weitere Jahresgeschäft an. Nur geringe Auswirkungen kalkuliert das Management um CEO Joachim Wenning im Zuge der sich immer stärker entwickelnden Corona-Pandemie. Aber das kann sich durchaus noch ändern.

Erträge steigern, Komplexität reduzieren und die digitale Transformation vorantreiben. So lauten die drei wichtigsten Herausforderungen, die sich die Münchener Rück unter der Leitung von Joachim Wenning auf die Fahne geschrieben hat. Dabei ist das Unternehmen weiter vorangekommen, wie die durchweg guten Zahlen belegen. Gut 2,2 Mrd. Euro steuert allein das Geschäftsfeld Rückversicherung 2019 zum Konzernergebnis bei, 1,8 Mrd. Euro betrug der Wert noch im Jahr 2018.

Nur knapp verfehlt wurde im Segment Rückversicherung Leben/Gesundheit im Geschäftsjahr 2019 das anvisierte Ziel von 500 Mio. Euro. Dies lag an “einer negativen Schadenerfahrung in Australien, sowie einer in diesem Zusammenhang erfolgten Änderung der Annahmen im Invaliditätsgeschäft”, wie das Unternehmen ausführt. Trotz zufallsbedingter Großschäden, die ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen haben, konstatiert Finanzvorstand Christoph Jurecka “ein sehr erfreuliches Ergebnis”.

Das hat sicher auch mit dem positiven Beitrag aus dem Schaden/Unfall-Rückversicherungsgeschäft zu tun, denn dort stieg der Ergebnisbeitrag von 1,1 Mrd. Euro auf heute 1,5 Mrd. Euro. Die Gesamtbelastung durch Großschäden von je über zehn Mio. Euro betrug insgesamt 3,1 Mrd. Euro (Vorjahr 2,1 Mrd. Euro).

Der Löwenanteil entfiel dabei auf die Taifune “Hagibis” mit einer Gesamtbelastung von 780 Mio. Euro und “Faxai” mit 530 Mio. Euro. Diese Ergebnisse, wie auch die Schäden aus der Luft- und Raumfahrt werden sich, nach Einschätzung der Munich Re-Vorstände, auch auf die diesjährige Erneuerungsrunde auswirken. Wie das Zahlenwerk zu interpretieren ist erläutert CEO Joachim Wenning hier in seinem Video-Statement:

Einen positiven Beitrag leistet im Gesamtgewerk der Munich Re auch das notorische Sorgenkind Ergo. Im Jahr 2019 verzeichnete der Direktversicherer einen Gewinn von 440 Mio. Euro (Vorjahr 412 Mio. Euro) und damit hat Ergo mittlerweile auch die Ziele im Rahmen des von Vorstandschef Markus Rieß aufgelegten Strategieprogramms erfüllt.

Das operative Ergebnis betrug demnach knapp 1,4 Mrd. Euro im Vergleich zu 1,2 Mrd. Euro aus dem Vorjahr. Auf ein gutes Niveau hat Rieß auch die Schaden-Kosten-Quoten geführt: Im Segment Schaden-Unfall beträgt der Wert heute 92,3 Prozent zu 96 Prozent aus dem Jahr 2018. International reduzierte sich der Wert inzwischen aufeine beachtliche Quote von 94,3 Prozent. Dazu Rieß hier im Video-Statement:  

Mit welchen Herausforderungen die Munich Re im Kernbereich Rückversicherung zu kämpfen hatte und was Rückversicherungs-Vorstand Torsten Jeworrek für die Zukunft erwartet erläutert Jeworrek hier im Video:

Selbstverständlich beschäftigt sich die Munich Re auch mit der zur Zeit grassierenden Pandemie mit dem Namen Corona. Entgegen mancher Erwartung sieht das Unternehmen so weit noch keine Auswirkungen, weder für das Versicherungsgeschäft noch für die Kapitalanlagen, allen Börsenabstürzen zum Trotz.

Wie der Vorstand die Thematik einschätzt, welche Auswirkungen die Seuche haben könnte und mit welcher Anteilnahme das Haus auch als möglicherweise in naher Zukunft betroffenes Unternehmen reagiert erklären Joachim Wenning und Finanzvorstand Jurecka hier in ihren Statements.

Autor: Alexander Kaspar

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