Deutsche Start-ups und Insurtechs im Geldregen

Geldregen für Insurtechs. Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay

Made in Germany ist auch bei Start-ups ein Qualitätssiegel. Deutsche Jungunternehmen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr eine Rekordsumme von 6,2 Mrd. Euro von Investoren eingesammelt, eine Steigerung von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark sind Fintechs, doch nicht für alle ist Geld da, wie das Beispiel Flypper zeigt.

Die Zahl der Finanzierungsrunden bei den deutschen Insurtechs stieg binnen Jahresfrist um 13 Prozent auf 704, zeigt das Start-up Barometer Deutschland der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Nach der EY-Analyse haben die Mobilitäts-Start-ups im vergangenen Jahr die Dominanz von E-Commerce-Jungunternehmen bei der Finanzierung gebrochen. Insgesamt flossen 1,6 Mrd. Euro an Start-ups wie FlixMobility und GetYourGuide.

Auch Fintechs verzeichnen einen starken Anstieg an Finanzierungen, insgesamt legten sie um 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Speziell Insurtechs sind heiß begehrt, laut Willis Towers Watson stiegen die Transaktionen in den ersten neun den Monaten des Jahres 2018 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent, die getätigten Deals um 20 Prozent.

Doch es reicht nicht, nur ein Insurtech zu sein, das Geschäftsmodell muss die Investoren nachhaltig überzeugen. Den Berlinern Wefox und Finleap gelang das eindrucksvoll, Flyyper musste hingegen die Segel streichen. Das ist auch für Dominik Groenen, den führenden Kopf hinter dem Projekt, eine Niederlage. Das Unternehmen schreibt auf seiner Webseite: „Unser Geschäftsmodell eines digitalen Versicherers mit speziellen Angeboten, die sich direkt an den Verbraucher wenden und der sich darüber hinaus nicht nur digital, sondern auch persönlich um seine Kunden kümmert, wird nicht umgesetzt, da das benötigte Kapital nicht eingeworben werden konnte.“

Berlin bleibt das Zentrum

Dennoch glauben Experten, dass das Interesse an Start-ups und Insurtechs keinesfalls erloschen ist. „Es ist sehr viel und ausreichend Liquidität im Markt – mit weiterhin stark ansteigender Tendenz. Finanzstarke und überwiegend international tätige Investoren aus den USA, Großbritannien sowie Asien sind insbesondere an sehr großen Transaktionen interessiert, auch weil die Bewertungen in Europa im Vergleich zum Silicon Valley noch relativ günstig sind“, erklärt EY-Partner Peter Lennartz.

Der Großteil des Finanzierungskapitals floss innerhalb Deutschlands nach Berlin, etwa 60 Prozent der Finanzspritzen wanderten an dortige Start-ups. Auf dem zweiten Platz folgt München, dem vier Finanzierungsrunden beschert wurden. Die größte Finanzspritze des Jahres im Ausmaß von einer halben Mrd. Euro ging an das Münchner Jungunternehmen FlixMobility.

Laut Lennartz plant die Bundesregierung einen „Zukunftsfonds“, der mehr Kapital in die deutsche Start-up-Szene leiten soll. Das sei wichtig, um ein „starkes Zeichen für Innovationen am Zukunftsstandort Deutschland zu setzen“.

Autor: VW-Redaktion

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