Großes Stühlerücken bei der Allianz

Die Allianz hat ihren Markenwert um 17 Prozent gesteigert. Quelle: Allianz

Es hat sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Jacqueline Hunt zieht sich aufgrund der Hedgefonds-Affäre in den USA aus dem Vorstand sowie aus dem Tagesgeschäft bei der Allianz zurück. Sie wurde zur strategischen Beraterin von CEO Oliver Bäte ernannt. Andreas Wimmer, aktuell Chef der Allianz Leben, steigt auf der Karriereleiter nach oben und wurde zum Vorstandsmitglied der Allianz SE ernannt.

Bis zum Jahreswechsel soll Wimmer in Doppelfunktion dem Konzernvorstand angehören und die Lebensversicherung leiten. Dann übernimmt Katja de la Vina, aktuell Finanzvorstand, den Posten.

Wimmer wird sich künftig für die Bereiche Asset Management sowie Allianz Life in den USA verantwortlich zeichnen. Die Allianz ermögliche damit nach eigenen Angaben einen nahtlosen Übergang der Verantwortlichkeiten auf ein Vorstandsmitglied mit einer langfristigen Zukunftsperspektive.

„Jackie“ Hunt war seit ihrem Eintritt in den Konzern im Juli 2016 für die Vermögensverwaltung und das US-Lebensversicherungsgeschäft von Allianz zuständig. Sie verlässt einen stärker diversifizierten und widerstandsfähigeren Geschäftsbereich mit einem verwalteten Vermögen auf Rekordhöhe von mehr als 2,5 Billionen Euro und einer starken Leistungsbilanz. Der Milliarden-Streit um die US-Hedgefonds trübt jedoch ihre Bilanz.

 „Jacqueline Hunt hatte schon vor einiger Zeit ihre Bereitschaft für einen Wechsel signalisiert. Sie war ein hervorragendes Mitglied des Vorstands und wir sind besonders stolz auf die herausragende Leistung von PIMCO während ihrer Amtszeit sowie auf den Erfolg von Allianz Global Investors und unseres US-Lebensversicherungsgeschäfts. Jacqueline Hunts Beitrag ging über ihre Bereichsverantwortung hinaus, und ich freue mich auf die weitere enge Zusammenarbeit mit ihr im nächsten Jahr, da ich ihren strategischen Rat sehr schätze”, erklärt Bäte in einem offiziellen Pressestatement.

Weitere Wechsel

Auf Wimmer seinerseits kommt nun viel Arbeit zu, wohl deutlich mehr als bei der gut laufenden Lebensversicherung.

Indes scheidet auch Sergio Balbinot (63) Ende 2022 aus dem Vorstand der Allianz aus. Der Manager verantwortet das Versicherungsgeschäft in den Ländern West- und Südeuropas sowie für Asien/Pazifik. Balbinot hat mit seinem 63. Geburtstag Anfang September ohnehin die konzerninterne Altersgrenze von 62 Jahren überschritten. Seine Aufgaben übernimmt mittelfristig Sirma Boshnakova (49), derzeit CEO von Allianz Partners.

Boshnakova rückt im Januar 2022 in den Vorstand auf, soll eng mit Balbinot zusammenarbeiten und im Laufe des Jahres Portfolioverantwortung von ihm übernehmen. Die 49-jährige gebürtige Bulgarin hat bereits eng mit Balbinot im Süd- und Westeuropa-Geschäft zusammengearbeitet.

Der Aufsichtsrat der Allianz plant zudem, die Verträge der Vorstandsmitglieder Renate Wagner (47) und Klaus-Peter Röhler (56) in seiner kommenden Sitzung im Februar 2022 formell zu verlängern.

Autor: VW-Redaktion