Kein Interesse an Aviva-Tochter: Warum Bätes Allianz in Singapur nicht zukaufen wird

Quelle: Allianz

Alles ist angerichtet für die nächste Übernahme. Auf der einen Seite die Aviva-Tochter in Singapur, auf der anderen Seite der kaufwillige Allianz-CEO Oliver Bäte mit tiefen Taschen und nach eigenen Worten expansionswillig. Komplementiert wird das Feld von weiteren Interessenten wie Nippon Life und MS & AD Insurance, die aber letztlich nur Komparsen im Allianz-Theater sind. Leider wird das wohl trotz aller Stimmigkeit des Bildes nicht geschehen.

Nach einer Nachricht von Reuters streitet der deutsche Versicherer mit weiteren Konkurrenten um den Kauf der Geschäfte von Aviva in Singapur und Vietnam. Der Wert soll 2,5 Milliarden Dollar betragen. Die Allianz will wachsen und zukaufen, speziell im Ausland und noch genauer in Asien, denn dort sind die Versicherungsmärkte noch unterentwickelt und es bieten sich Möglichkeiten.

Das wirkliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten

„Aufgrund der noch niedrigen Versicherungsdurchdringung und den daraus resultierenden Wachstumschancen erfährt der asiatische Versicherungsmarkt derzeit ein großes Interesse von Investoren. Dieser Trend lässt sich sonst global gesehen nirgends im vergleichbaren Maße feststellen. Die Größe der asiatischen Märkte verspricht vor allem auch Skaleneffekte – nicht nur in China und Indien, sondern durchaus auch in Südostasien“, erklärt der Mergers & Acquisitions-Experte Michael Klüttgens exklusiv.

Die Allianz weiß das und war auf dem Markt auch alles andere als inaktiv. Im Frühjahr expandierte der Konzern nach Vietnam, in China sind die Münchener ebenfalls bereits aktiv und eine weitere Kooperation mit der Bank of China soll noch dieses Jahr finalisiert werden, wie VWheute erfuhr.

Genau an dieser Stelle bröckelt das Interesse der Allianz an der Aviva-Tochter. Das Objekt des Interesses betreibt nach Informationen einer mit der Situation vertrauten Person ihr Geschäft noch vielerorts traditionell mit Vertretern, während die Allianz einen „digitaleren Ansatz verfolgt“. Zudem sei der Markt in Singapur gesättigt und in Vietnam wären die Münchener mit der oben genannten Kooperation mit dem IT- und Technologie-Dienstleister FPT bereits im Markt vertreten.

Zwar wurde der Allianz das Geschäft mit Aviva angeboten und diese hätte „auch einen Blick darauf geworfen“, doch „Interesse sei etwas anderes“, erklärt der Insider. Bäte und seine Untergebenen würden einen „moderneren und plattformgetriebenen Ansatz“ verfolgen, das Geschäft von Aviva müsste erst noch restrukturiert werden.

Die Allianz müsste also Geld in die Hand nehmen, um die Aviva den eigenen Ansprüchen anzupassen. Bei einem Kaufpreis jenseits von zwei Milliarden sicherlich wenig ansprechend. Dementsprechend reibt sich Bäte in Erwartung des Deals weniger die Hände, als er den Kopf schüttelt.

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