GDV-Präsident Rollinger: „Der Zinseszins – das achte Weltwunder – gewinnt wieder an Bedeutung“

Soll die Riester-Rente reformiert werden oder soll es eine neue Bürgerrente geben? Der GDV will sich mit einem neuen Konzept für die staatlich geförderte private Altersvorsorge in der Politik Gehör verschaffen. „Wir hoffen auf einen konstruktiven Austausch, denn es geht um nichts Geringeres als den Kampf gegen die Altersarmut in Deutschland“, konstatiert Verbandspräsident Norbert Rollinger.

„Die Riester-Rente ist ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Immerhin haben mehr als zehn Millionen Menschen einen solchen Vertrag abgeschlossen. Das ist fast ein Viertel der Erwerbstätigen in Deutschland. Diese Riester-Rentner dürfen wir nicht im Regen stehen lassen – das ist, denke ich, auch der Regierung klar“, erläutert der Versicherungsmanager im Gespräch mit T-Online. Dennoch könne und müsse die Riester-Rente reformiert werden. „Doch trotz gegenteilig lautendem Koalitionsvertrag hat die vorherige Bundesregierung das Thema nicht angepackt“.

„Wir werden unseren Vorschlag einer Bürgerrente in die Diskussion einbringen: eine geförderte Altersvorsorge mit einfacherer Förderung, flexibleren Garantien und lebenslanger Rente“, sagte auch GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen dem Handelsblatt. Anlass dafür sei die neu gebildete Fokusgruppe private Altersvorsorge, die am Dienstag unter Führung des Bundesfinanzministeriums erstmals zusammentrifft. „Die geförderte private Altersvorsorge ist reformfähig und hat eine Reform verdient – zügig und mit Blick für die echten Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger“, betont der Verbandsvertreter.

Laut einer Mitteilung der Bundesregierung soll die neue Fokusgruppe bis Sommer 2023 „die Möglichkeit eines öffentlich verantworteten Fonds prüfen, der Verbrauchern ein nicht verpflichtendes, kostengünstiges und effektives Angebot zur privaten Altersvorsorge unterbreitet“. Kritik an den Plänen gab es jedoch bereits vom BVK: „Ein Standardprodukt für alle, wie von der AG gefordert, ist zudem von der Stange und kann nicht den individuellen Lebenslagen der Menschen entsprechen. Zielführender wäre daher stattdessen eine umfassende Reform der seit zwei Jahrzehnten besparten Riester-Rente mit ihren 16 Millionen Rentenanspruchsberechtigten“, sagte BVK-Präsident Michael H. Heinz.

„Viele Selbstverständlichkeiten werden gerade infrage gestellt, sei es billige russische Energie oder auch der Schutz durch die amerikanische Großmacht. Ich hoffe, wir führen uns dadurch vor Augen, welche Dinge uns wirklich wichtig sind, und strengen uns dafür auch wieder mehr an. Ich sage immer: Zum Optimismus gibt es keine Alternative.“

Norbert Rollinger, Präsident des GDV und Vorstandsvorsitzender der R+V-Versicherung

Positiver blickt Rollinger jedoch auf die Zukunft der Lebensversicherung. Demnach sei die Zinswende „gut für die Lebensversicherung, denn der Zinseszins – das achte Weltwunder – gewinnt wieder an Bedeutung. Das heißt, derjenige, der vorsorgt und Geld zur Seite legt, bekommt am Ende mehr heraus. Aktuell verhindert allerdings die hohe Inflation, dass die Menschen überhaupt genug Geld zum Sparen haben.“

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Axel Kleinlein

    Das vielzitierte „Achte-Weltwunder“ ist gar nicht mehr so wunderbar, wenn wegen der Kosten erst einmal zu viel abgezwackt wird.
    Merke: Verzinst wird nur der Sparanteil !
    … und der fällt bei vielen Tarifen ja eher dürftig aus.

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