Hypothekendarlehen: Corona verunsichert Bauherren

Die deutschen Lebensversicherer haben weniger Hypothekendarlehen ausgezahlt. Quelle: Bild von Devolk auf Pixabay

Die deutschen Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr weniger Hypothekendarlehen ausgezahlt. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dürfte die Corona-Krise die Ursache dafür sein. Die Gesamtsumme der bewilligten, aber noch nicht ausgezahlten Darlehen nahm hingegen zu.

„Die ausgezahlten Darlehen an Bauherren und Wohnungskäufer gingen 2021 zum Vorjahr um gut 14 Prozent auf rund 8,6 Mrd. Euro zurück. Corona hat für Verzögerungen der Bautätigkeit und Verunsicherung von Bauherrinnen und Bauherren gesorgt. Somit wurden bereits zugesagte Darlehen später abgerufen“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Zudem wurden Darlehen im Volumen von 9,2 Mrd. Euro neu zugesagt. Das entspricht ebenfalls einem Minus zum Vorjahr von 4,1 Prozent. Gut ein Drittel der neu zugesagten Darlehen sollen in den Wohnungsneubau fließen. Rund 48 Prozent sind Kredite für den Kauf bestehender Wohnungen bzw. für den sonstigen Wohnungsbau (z.B. Umbauten oder Instandsetzungen). 17 Prozent der Darlehenssumme wurden für die Ablösung bestehender Kredite bewilligt.

Die Gesamtsumme der bewilligten Darlehen nahm laut GDV jedoch weiter zu. Das Bestandsvolumen kletterte per Saldo um gut sechs Prozent auf 9,7 Mrd. Euro. Insgesamt haben die deutschen Lebensversicherer gut 72 Mrd. Euro in Hypothekendarlehen angelegt.

Nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie ist im Jahr 2021 der Neu- und Umbau von 380.914 Wohnungen genehmigt worden, 3,3 Prozent bzw. 12.325 Wohnungen mehr als 2020 und damit 118 Prozent bzw. 206.200 mehr als zum Tiefpunkt im Jahr 2008. „Die Nachfrage nach Wohnraum hat aber im Jahresverlauf nachgelassen. Zum einen war dies auf das Auslaufen der Baukindergeldförderung Ende März und zum anderen auf die zunehmenden Materialengpässe und die dadurch deutlich gestiegenen Baumaterialpreise zurückzuführen“, kommentiert Hauptgeschäftsführer Tim-Oliver Müller.

„Die insgesamt noch positive Entwicklung ist überwiegend auf ein Genehmigungsplus von 25,1 Prozent bei Wohnungen in neuen Zweifamilienhäusern zurückzuführen. Die für die Behebung des Wohnraummangels besonders wichtigen Neubaugenehmigungen von Mehrfamilienhäusern sind hingegen nur um unterdurchschnittliche 2,2 Prozent gestiegen, in der Summe der sieben A-Städte gab es sogar ein Minus von 7,3 Prozent“, führte Müller weiter aus.

Autor: VW-Redaktion

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