EU-Politik: Risikomanager fordern von Frankreich endgültige Solvency-Formulierung

Die Fahnen der EU wehen gemeinsam. Bild von Bruno /Germany auf Pixabay.

Die Federation of European Risk Management Associations (FERMA) hat Wünsche und Forderungen an Emmanuel Macron gerichtet. Der französische Präsident soll während seiner Präsidentschaft des Europäischen Rates die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken, die Autonomie sichern und Solvency zu Ende formulieren.

Die FERMA hat anlässlich der Vorstellung der Prioritäten der französischen EU-Ratspräsidentschaft vor dem Europäischen Parlament eine Erklärung zur Rolle des Risikomanagements bei der Unterstützung des Ziels der französischen Ratspräsidentschaft abgegeben. Es gelte, die strategische Autonomie und Souveränität Europas weiter zu stärken.

Die strategische Autonomie Europas und seine Fähigkeit, seine Werte und Interessen zu verteidigen, beruhen auf der Stärke seiner Unternehmen und Gemeinschaften. „Als Risikomanager ist es unsere Aufgabe, das Bewusstsein und die Maßnahmen in allen Unternehmensfunktionen zu koordinieren, damit die Organisationen widerstandsfähiger sind, egal welchen Bedrohungen sie ausgesetzt sind“, schreibt FERMA.

Profil der FERMA. Quelle: FERMA

Drei Hauptpunkte

Das FERMA-Papier unterstreicht  nach Eigenaussage die Verbindungen zwischen ihrer Arbeit und den Prioritäten der französischen Ratspräsidentschaft in drei Schlüsselbereiche:

  • Wirtschaftliche Erholung (systemische Risiken und Risikotransfer, einschließlich Captives)
  • Digitale Themen (Cyber-Risiken und Cyber-Versicherung)
  • Ökologischer Übergang (Nachhaltigkeit und Versicherbarkeit)

FERMA erwartet von der französischen Ratspräsidentschaft zudem, dass sie sich für einen endgültigen Text zu Solvency II einsetzt, der die regulatorischen Anforderungen für Captives auf eine Basis stellt, die ihrem Risikoprofil wirklich angemessen ist. 

Die FERMA weist zudem auf die „wachsende Besorgnis“ der Risikomanager über eine „Schutzlücke“ hin. Diese bestehe zwischen der Risikotransferkapazität des Versicherungsmarktes und den Risiken, denen die Unternehmen ausgesetzt sind.

Verluste durch Naturkatastrophen. Quelle: FERMA.
Achtung werter Leser, in der Überschrift werden die Jahre 2020 & 2021 genannt, die Bezeichnung der Balken lautet aber „2018“ und „2020“ vermutlich ein Druckfehler.

Dazu gehören intensivere und schwerwiegendere Naturgefahren als Folge des Klimawandels, Cyber-Risiken und der Übergang zu Nachhaltigkeit und einer kohlenstofffreien Wirtschaft. Es wird gewarnt, dass EU-Bürger und Unternehmen ohne Risikotransfermechanismus oder finanziellen Schutz für bestimmte erhebliche Verluste dastehen könnten. 

„In unserem Papier legen wir die Ansichten und Bedenken der Risikomanager zu Themen dar, die während der französischen Ratspräsidentschaft diskutiert werden. Wir möchten unser einzigartiges Fachwissen im Bereich des Risiko- und Versicherungsmanagements einbringen, um die politischen Entscheidungsträger der EU dabei zu unterstützen, mit Zuversicht auf die Zukunft zu reagieren und zur Transformation und Widerstandsfähigkeit der europäischen Wirtschaft beizutragen“, erklärt FERMA-Präsident Dirk Wegener.

Autor: VW-Redaktion

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