Aktuare befürchten doppelte Belastungsprobe durch den Klimawandel

Klimawandel

Klimawandel, Quelle: Bild von Tumisu auf Pixabay

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) befürchtet, dass der Klimawandel die Versicherer mit Blick auf die Schadenbelastung und die Kapitalanlagen zu einer besonderen Herausforderung wird. Dabei hätten die Aktuare bereits auf die klimatischen Entwicklungen reagiert.

So würden die Naturgefahren Sturm, Hagel und Überschwemmung beziehungsweise Starkregen in ihren Modellen nicht mehr nur getrennt, sondern auch spartenübergreifend als Risikofaktoren betrachtet: “Diese sogenannten Kumulrisiken können langfristig dazu führen, dass die derzeit überschaubaren Hochrisikoregionen in ihrer Größe und Anzahl zunehmen und die Frage ihrer privatwirtschaftlichen Versicherbarkeit stärker in den Mittelpunkt rückt”, betont Past-President Guido Bader.

Zudem appellierte er an die Politik, der Prävention einen höheren Stellenwert einzuräumen. So sollten zum Beispiel keine Neubaugebiete mehr ausgewiesen werden, die nachweislich besonders hochwassergefährdet sind. “Leider ist dies in den vergangenen Jahren noch viel zu häufig geschehen, sodass es zum Beispiel 2002 und 2013 durch Hochwasser von Elbe und Donau erhebliche – teils vermeidbare – Versicherungsschäden gegeben hat”.

Zudem stelle der Klimawandel die Versicherer auch bei der Kapitalanlage vor große Herausforderungen. “Als wichtige Langfristinvestoren können und werden die Versicherer die nachhaltige Transformation aktiv unterstützen. Dafür müssen aber die Rahmenbedingungen verbessert werden”, unterstrich Bader. Einer immer größer werdenden Nachfrage stehe ein bisher noch zu beschränktes Angebot an nachhaltigen Anlagemöglichkeiten gegenüber. “Der erste deutsche Green Bond war trotz Negativzinssatz mehrfach überzeichnet. Und bei renditestärkeren nachhaltigen Infrastruktur- oder Energieprojekten sieht es nicht besser aus. Auch dort gibt es einen deutlichen Nachfrageüberhang”, betont der Vorstand der Stuttgarter Lebensversicherung.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Dr. Andreas Billmeyer

    Green Bonds, die nur dazu dienen, dass sich Staaten, die ohnehin kein Finanzierungsproblem hätten, noch billiger auf Kosten der Versicherer und ihrer Kunden refinanzieren können, sind nun wirklich gar nichts was man bräuchte….

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