“Bewusst unerfahrene Käufer ohne Fachwissen gesucht”: Versicherer wegen Verkauf zweier Agenturen verklagt

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Kurios und einmalig. Zwei Geschäftsleute werfen dem Farmers Insurance vor, sie zum Kauf zweier “wertloser” Agenturen “induziert” zu haben. Es wird von einem “bait-and-switch-scheme” gesprochen, also einem Lockvogelangebot. Das Unternehmen hätte bewusst unerfahrene Käufer gesucht, um diese auszunutzen.

Der amerikanische Versicherer wird von zwei Geschäftsleuten verklagt, Brian Pugliese und James Bohrweil, die vor dem Kauf über keine Versicherungserfahrung verfügten, meldet insurancebusinessmag. Das verkaufende Unternehmen hätte die Einnahmemöglichkeiten und -aussichten “betrügerisch überhöht” und damit gegen den “Illinois Fraud and Deceptive Business Practice Act” verstoßen. Die beiden hatten die Agenturen in den Jahren 2016 und 2017 gekauft.

Ausnutzung und fünf Millionen Dollar

Der Versicherer wollte die nicht “rentablen Geschäftseinheiten” bewusst an unerfahrene Geschäftsleute wie Puglies und Bohrweil verkaufen, um einem Abrieb bei bestehenden Agenten entgegenzuwirken. Der Verkäufer Farmers Insurance wäre wegen “fehlgeschlagener” Geschäfte “häufig in Schulden” gegenüber der Muttergesellschaft Farmers Group und Farmers Insurance Federal Credit Union gewesen. Das Unternehmen hätte aus diesem Grund eine “aggressive” Verkaufspolitik  betrieben.

Halbe Sachen werden bei der Klage nicht gemacht, der entstandene Schaden “muss noch abschließend geprüft werden”, liege aber über fünf Millionen Dollar, wie der Klage zu entnehmen ist. Gleichzeitig soll der Kauf der Einheiten annulliert werden. Wie genau unrentable Geschäftseinheiten und fünf Mio. Dollar für “verlorene Einnahmen” zusammenpassen, verrät die Klageschrift nicht.

Bisher hat sich Farmers noch nicht zur Klage geäußert .

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Nunja. So kurios und einmalig ist das nicht. In US werden andere Werte im geschäftlichen Umgang gepflegt. In einem Prüfungsverfahren würde die deutsche Finanzwirtschaft ins Bodenlose fallen. Das beginnt schon wer verkauft was an wen. Sowohl bei Betriebsteilabstossung als auch im Verkauf zum Kunden. Anders als in Deutschland stehen dort die Leute auf und klagen bei Gerichten für ihr Recht. Und sollte dem so sein, dass etwas wissentlich falsch gemacht wurde oder sogar betrügerisch? Dann werden entsprechende Urteile gesprochen. Kurios und einmalig? Ich glaube nicht. Und 5 Mio Dollar? Das ist eine Mittelschwere Agentur aber kein Zweig einer Versicherung. Ich erzähle immer wieviel eine PHV mit 50 Mio Deckung kostet und was der Versicherer und der Vermittler sich zum Schluss teilen. Die Gesichter. Göttlich. Meist sind meine Speisen und Getränke kostenlos. Und ich habe nicht gelogen.

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