BSV: Milliardär und NBA-Team-Besitzer Tilman Fertitta verklagt Versicherer

Bild: Spiel 7 der Finalserie der Western Conference 2018 zwischen den Rockets und den Golden State Warriors; derzeit finden keine Events statt. . Von Hhk1989 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=74480579

Das NBA-Team Houston Rockets hat Klage gegen den Versicherer Affiliated FM Insurance Co. wegen Nichtleistung in der Betriebsschließungsversicherung (BSV) erhoben. Hinter der Klage steht Tilman Fertitta, ein Milliardär und Besitzer des Teams, der empfangende Versicherer ist Teil der FM Global-Gruppe.

In den Gerichtsunterlagen zur Klage gab Fertitta an, er zahle jährlich 719.000 Dollar an Prämien für die 400 Mio. Dollar umfassende BSV. Der Versicherer müsse leisten, so die Argumentation, weil die Pandemie nicht ausdrücklich ausgeschlossen sei, melden Bloomberg und Insurancebusinessmag.

In den großen Ligen der amerikanischen Sportwelt (NBA, NFL, MLB und NHL)  sind die Teams Franchiseunternehmen, in Besitz eines vermögenden Besitzers oder einer Gruppe von wohlhabenden Menschen. Hinter den Houston Rockets steht Fertitta’s Rocket Ball Ltd. and Clutch City Sports & Entertainment L.P, die den Versicherer verklagt hat, weil dieser nicht für die coronabedingten Ausfälle einspringen möchte. Die amerikanische Basketballliga NBA musste im März coronabedingt ihren Spielbetrieb einstellen. Nach monatelanger Pause befinden sich die 22 besten Teams, inklusive der Houston Rockets, aktuell in einer in Disneyworld erbauten Blase, um dort coronafrei ihren Meister auszuspielen.

Die Spieler, Trainer und Manager werden wie die berichtenden Journalisten und TV-Crews vor dem Betreten der Blase getestet und zeitweise in Quarantäne verbracht. Ist eine Person in der Blase, darf sie diese nur in Ausnahmefällen verlassen. Möchte eine Person zurückkehren, beginnt das Quarantäne-Test-Spiel von Neuem. Der deutsche NBA-Profi Dennis Schröder, Oklahoma City Thunder, wird das tun, da er bei der Geburt seines Kindes Anfang August dabei sein möchte. Einer der beiden Starspieler der Rockets, Russel Westbrook, ist an Corona erkrankt, wann und ob er zum Team stößt, ist noch offen. Viele andere Spieler haben bereits erklärt, nicht am Turnier in Disneyworld teilnehmen zu wollen oder zu können.

Die Gründe der Klage

Während des coronabedingten Ausfalls entstanden den NBA-Teams immense Kosten, denn ohne Spiele fielen Fernsehgelder und Eintrittsgelder weg. Die Kosten für das Toyota Center der Houston Rockets, ebenfalls im Besitz der genannten Fertitta-Holding, laufen allerding ebenso weiter wie, zumindest teilweise, die Gehälter des Teams.

Quelle: Basketball-reference.com

Gleichzeitig können in den Sporthallen, Multikomplex-Anlagen in denen Shows und Konzerte stattfinden, derzeit coronabedingt keine anderen Events stattfinden, wie ein Blick in das Programm des Toyota-Centers zeigt. Konzerte von Janet Jackson, The Killers und Camila Cabello wurden abgesagt.

Es ist  daher wahrscheinlich, dass andere Franchises der amerikanischen Sportwelt ebenfalls Klage gegen ihre Versicherer einreichen werden. Wenige Besitzer werden so entschlossen sein wie Fertitta. Der Geschäftsmann ist alleiniger Besitzer der größten Restaurant-Kooperation und ist in Hotels und Casinos investiert; alles Geschäfte, die derzeit coronabedingt brach liegen. Das sollte den Nachdruck verstärken, mit der Fertitta, nebenbei TV-Persönlichkeit und Autor, seine Klage(n) verfolgen wird.

Der Plural ist angemessen, denn neben der Forderung im Namen der Rockets hat er für viele seiner anderen Unternehmen ähnliche Klagen gegen Versicherer angestrengt. Sein Anwalt dürfte mittlerweile mit einem breiten Dauergrinsen ausgestattet sein.

Größter Schaden in der Geschichte der Versicherung

Dennoch ist die Rockets-Episode nur ein Staubkorn im Klagesandsturm, der auf die amerikanischen Versicherer zurollt. Nach einer Einschätzung der American Property Casualty Insurance Association könnten amerikanische Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern insgesamt Verluste von 431 Mrd. im Monat erleiden. Das ist neunmal mehr als die 47 Mrd. Dollar, die die Versicherungsindustrie nach eigener Angabe nach dem Terroranschlag 09/11 aufwendete, als nur ein Drittel der Fälle die Geschäftsunterbrechung betraf, schreibt Bloomberg.

Die Versicherer könnten wegen Corona Schäden von 100 Milliarden Dollar erleiden, schätzt die Analystin Elyse Greenspan.  Die Pandemie könnte sich zum größten Schaden in der Geschichte der Versicherungswirtschaft entwickeln, fürchtet der Chubb-CEO Evan Greenberg.

Autor Volz: Maximilian

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