Ratingagentur stuft Rückversicherungsbranche zurück

Gibt es für die Rückversicherung nur noch einen Weg? Bild von Ryan McGuire auf Pixabay

Aktuell zeichnen die Bewertungsunternehmen ein düsteres Bild: Die Rückversicherungsbranche bleibt weiter Sorgenkind. Sowohl Niedrigzinsphase wie die Konkurrenz neuer Kapitalgeber im Markt für Katastrophenrisiken beeinflussen die Geschäftsentwicklung.

Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat seinen Ausblick „für die Branche“ von „stabil“ auf „negativ“ herabgesetzt, wie die FAZ meldet. „Wieder einmal wird die Branche ihre Kapitalkosten in diesem Jahr nicht einspielen, dabei hatte sie schon in den vergangenen drei Jahren Schwierigkeiten wegen großer Naturkatastrophenverluste und des scharfen Wettbewerbs“, sagte Kreditanalyst Johannes Bender.

So ändern sich die Zeiten, vor einem Jahr glaubte Bender noch an Preissteigerungen von durchschnittlich fünf Prozent.  Die Pandemie werde hohe Versicherungsschäden mit sich bringen, die für die erweiterte Rückversicherungsbranche bei mehr als 30 Mrd. US-Dollar liegen und somit Schaden-Kosten-Quoten von 101 bis 105 Prozent auslösen könnten, glaubt die Ratingagentur laut der Zeitung.

Weiter fallende Ratings?

In den kommenden ein bis zwei Jahren könnten in dieser Lage einzelne Rückversicherer ihre komfortablen Ratings verlieren, wenn keine Verbesserung der Kapitalposition gelingt, glaubt Bender.

An den Niedrigzinsen wird sich wohl so schnell nichts ändern. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat ebenso wie EZB-Chefvolkswirt Philip Lane kürzlich den Einsatz von Anleihenkäufen bestätigt.

Der bisherige EZB-Kurs wird also bis auf Weiteres weiterverfolgt werden. Lane ist bereit, dass 750 Mrd. Euro schwere Programm „so viel wie nötig“ und „für so lange wie nötig“ auszubauen.

Autor: VW-Redaktion

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