Die Schlacht um die Pflege(versicherung)

Pflege ist eine Gesellschaftsaufgabe und funktioniert mit Zusammenhalt. Bild von Sabine van Erp auf Pixabay

Die SPD hat in Sachen Pflege vorgelegt und will PKV und GKV zusammenlegen. Die Pläne der Pflegebürgerversicherung werden nicht nur positiv gesehen. Dass bei der Pflege eine Lösung nötig ist, bezweifelt allerdings niemand.

Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert Maßnahmen. „Eine Diskussion über die zukünftige Finanzierung der Pflegekosten ist unerlässlich.“ Bereits jetzt seien erste Schritte zur finanziellen Entlastung pflegebedürftiger Verbraucher notwendig und in der Praxis umsetzbar. Die Bundesregierung muss zeitnah handeln und darf diesen Punkt nicht länger „auf die lange Bank schieben“. Der Eigenanteil in stationären Pflegeeinrichtungen liege mittlerweile bundesweit bei über 1.900 Euro.“

Die Kosten der steigenden Ausgaben dürften laut Müller nicht allein den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden. „Die Leistungen der Pflegeversicherung im Fall von Pflegebedürftigkeit müssen jetzt erhöht und an die Realität angepasst werden.“ Dabei müssen sie sich an der Inflationsrate und den Personalkosten orientieren, erklärt Müller.

PKV-Verband sieht „Qualitätswettbewerb beseitigt“

Der PKV-Verband sieht die Zusammenlegung von gesetzlicher und privater Pflege erwartbar kritisch. Anders als es der beschönigende Begriff suggeriert, wäre eine „Pflege-Bürgerversicherung“ das Gegenteil davon, die Pflege gerecht und nachhaltig zu finanzieren, erklären die privaten Kassen. Sie würde die Finanzierungsprobleme der Pflege weiter verschärfen und zu einer ungerechten Lastenverteilung zwischen den Generationen führen. Zudem schwäche sie die Pflege, indem sie den „Qualitätswettbewerb beseitigt“.

Auch einen eigenen Vorschlag haben die Kassen: „Die Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung sollte daher nicht abgebaut, sondern weiter gestärkt werden. Über Angebote der betrieblichen Pflegevorsorge etwa ließe sich die Bevölkerung besser als bisher zur privaten Absicherung des Pflegerisikos motivieren.“

Autor: VW-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.