Chubb-Chef Greenberg geht ins Risiko

Evan G. Greenberg, CEO von Chubb. Quelle: Chubb.

Der US-Versicherer Chubb hat im Jahr 2022 teilweise eigene Rekorde pulverisiert. CEO Evan Greenberg sieht aber anhaltenden Druck auf Schadenskosten und Preise. Der Markt erlebe einen von Rückversicherern gesteuerten harten Marktzyklus in der katastrophenexponierten Sachversicherung. Er hat eine Lösung, die aber birgt Risiken.

Chubb erwirtschaftete 2022 ein Rekord-Kernbetriebsergebnis und profitierte weiterhin von den günstigen Bedingungen für gewerbliche Sachversicherungen auf der ganzen Welt. Generell sieht Greenberg für den „weltweit größten börsennotierten Schaden- und Unfallversicherer“ gute Marktmöglichkeiten, berichtet reinsurancene.ws.

„Die Zeichnungsbedingungen für gewerbliche Sachversicherungen waren das ganze Jahr über günstig und die Preise angemessen, um eine auskömmliche, risikobereinigte Rendite zu erzielen.“ Gleichzeitig wäre das Schadenskostenumfeld angesichts der Inflation, des wirtschaftlichen und sozialen Drucks und der Auswirkungen des Klimawandels aber mitunter schwierig gewesen. Doch Greenberg bleibt optimistisch. „Ich gehe aber davon aus, dass die günstigen Bedingungen für die Versicherungswirtschaft insgesamt anhalten werden.“

„Mehr Risiken eingehen“

Greenberg stellt fest, dass die Gründe für die Zunahme des Risikos und der Volatilität in den Bilanzen der Anstieg der Rückversicherungspreise, die reduzierten Deckungsbedingungen und die geringere Verfügbarkeit von Rückversicherungskapazität sind. Laut dem Chubb-CEO müssten die Versicherer angesichts der schwieriger werdenden Lage auf dem Rückversicherungsmarkt mehr Wagnisse eingehen. Chubb sei zu mehr Risiko und Volatilität bereit, solange das Unternehmen dafür „angemessen entschädigt“ werde.

Für das Jahr 2022 verzeichnete das weltweite gewerbliche Sachversicherungsgeschäft des Unternehmens mit einem Volumen von 29 Milliarden US-Dollar ein Wachstum von 11 % in konstanten Dollar. Doch nicht alles lief 2022 nach Plan, wie VWheute analysierte. In seinem Jahresbericht erklärte das Unternehmen, die günstigen Zeichnungsbedingungen böten gute Aussichten.

Zuletzt hatte das Unternehmen einen bedeutenden Bancassurance-Deal mit der Hongkonger Bank Hang Seng abgeschlossen und sich damit unter anderem auch einen Zugang zum chinesischen Markt erschlossen. Der Versicherungsvertriebsvertrag hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Die neue Partnerschaft bietet breitere Handels- und Kundenproduktlösungen.

Autor: VW-Redaktion

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