Generali und Zurich konkurrieren um Südamerikageschäft von Liberty Mutual

Wer hat die besten Karten um das Südamerikageschäft von Liberty Mutual? Generali und Zurich bieten mit. Bildquelle: Zurich/mst

Der US-Versicherer Liberty Mutual prüft den Verkauf seines Lateinamerikageschäfts. Das Unternehmen, das 2021 einen Umsatz von knapp 50 Mrd. US-Dollar generierte, möchte sich von Teilen trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Noch interessanter könnte für Kaufwillige sein, dass offenbar auch Teile des Europageschäfts auf dem Markt sind.

Das in Boston ansässige Unternehmen arbeitet mit JPMorgan Chase & Co. an dem potenziellen Verkauf, der etwa eine Milliarde Dollar einbringen könnte, schreibt Bloomberg. Liberty Mutual könnte den Verkauf bereits in den kommenden Wochen einleiten, Interessenten seien laut der Nachrichtenagentur unter anderem Generali und Zurich. Beide Unternehmen hätten das nötige Kleingeld, um die Vermögenswerte in Brasilien, Chile, Kolumbien und Ecuador aufzukaufen.

Allerdings brauchen sie auch starke Nerven, denn die politische Situation in Südamerika ist alles andere als stabil. Bei der gestrigen Vorstellung des Allianz Risk Barometers erklärten die Experten, dass politische Risiken von Unternehmen immer noch unterschätzt werden. Doch selbst der naivste Interessent müsste wegen der fortlaufenden Proteste in Chile, Brasilien, Nicaragua, Venezuela, Bolivien und Ecuador ins Grübeln kommen.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Ob der Verkauf des Südamerikageschäfts am Stück oder in Teilen erfolgt, stehe noch nicht fest, die „Überlegungen befinden sich noch im Anfangsstadium“ – was merkwürdig erscheint, wenn der Verkauf tatsächlich nächste Woche eingeleitet werden soll. Liberty Mutual schließt sich anderen US-Versicherern an, die Geschäfte in Märkten außerhalb der USA verkauft haben. So hat MetLife Inc. im Juli 2021 einige europäische Lebensversicherungsgeschäfte für fast 700 Millionen Dollar an den niederländischen Versicherer NN Group NV verkauft.

Erfolgt der Südamerikaverkauf, wäre es der zweite große geografische Markt, aus dem sich Liberty zurückziehen möchte. Laut Bloomberg prüft das Unternehmen auch den Verkauf von Geschäften in Spanien, Portugal und Irland, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen bereits im November sagten.  LM möchte sich mehr auf den US-Markt konzentrieren, letztes Jahr wurde für 2,3 Mrd. Dollar State Auto Financial Corp. übernommen.

Autor: VW-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

siebzehn + 10 =