PwC prognostiziert Fusionswelle auf dem Maklermarkt

Der Maklermarkt bleibt auch 2022 in Bewegung, sagt PWC. Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.

Das vergangene Jahr war von Konsolidierung bei den Versicherungsmaklern geprägt. Dieser Trend wird sich in diesem Jahr fortsetzen, prophezeit die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Zudem wird eine Steigerung bei den Börsengängen prophezeit.

Die beschriebene Verschmelzung im Bereich der Versicherungsmakler werde sich bis 2022 in „rasantem Tempo“ fortsetzen. Dies entspricht dem Trend der letzten zwölf Monate, in denen Maklertransaktionen den Großteil der angekündigten Fusions- und Übernahmeaktivitäten (M&A) im Versicherungsbereich weltweit ausmachten.

Die PwC-Studie ‚Insurance Deals Insights: 2022 Outlook‘ prognostiziert eine „anhaltende Konsolidierung im Bereich der Versicherungsmakler“, insbesondere durch Private-Equity-finanzierte Unternehmen. Dies hat laut PwC zu hohen Multiplikatoren für Versicherungsmaklerunternehmen geführt und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies im Jahr 2022 aufhören wird.

Entwicklung der Übernahmen in den USA. Quelle: PwC, Studie ‘Insurance Deals Insights: 2022 Outlook.

Die Gründe

Die Welt hatte zuletzt mit der COVID-19-Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen. Die Versicherungsmaklerbranche präsentierte sich dabei als sehr profitabel, lukrativ und widerstandsfähig, erklärt Mark Friedman, Partner im Bereich Financial Services Deals bei PwC.

„Als COVID zuschlug, gab es eine kurze Störung der gesamten Kapitalmärkte, aber bestimmte Sektoren kamen besser und sauberer heraus als andere“, sagte Friedman gegenüber Insurance Business. Die Versicherungsmaklerbranche hätte sich in dieser Zeit als „äußerst agil“ erwiesen. Die Bewertungen der Unternehmen seien gestiegen.

Bezüglich einer Eintrübung durch Corona und speziell Omikron erklärte der Experte: „Wir machen uns kaum Sorgen [und erwarten] ein anhaltendes und zunehmendes Interesse an einer Konsolidierung der Maklerbranche.“

Entscheidende Entwicklung

Der Markt steht jedoch an einem „interessanten Wendepunkt“. Die vier großen Versicherungsmakler Aon, Marsh, Willis Towers Watson und Gallagher wachsen weiter, doch der Markt für Mega-Deals steht vor allem in den Vereinigten Staaten unter verstärkter aufsichtsrechtlicher Beobachtung, wie die gescheiterte AON-WTW Fusion zeigt.

„Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass wir [im Jahr 2022] nicht viele Mega-Deals im Bereich der Versicherungsmakler sehen werden, aber ich denke, dass die Konsolidierung der mittleren und kleineren Maklerunternehmen auf jeden Fall weitergehen wird“, sagt Friedman. Dass keine Großdeals zu erwarten sind, hat einen Grund. „Je höher man in der Wertschöpfungskette steigt, desto weniger aktive Käufer gibt es, sobald man eine bestimmte Bewertungsschwelle erreicht hat“, sagt der Experte. Die meisten Private-Equity-Firmen würden kein Geschäft im Bereich von zehn Mrd. US-Dollar übernehmen, „zumindest nicht alleine“.

Auf dem Maklermarkt erwartet PwC darüber hinaus eine „Welle von Börsengängen“. Der Maklermarkt sei fortwährend „sehr stark wie auch wettbewerbsintensiv“ und die Bewertungen würden „weiter steigen“.

Die PwC-Studie finden Sie hier.

Autor: Maximilian Volz

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