Eiopa: Anhaltende Inflation setzt Sachversicherer unter Druck

Sollte die Inflation anhalten, könnte sie sich als eine bedeutende Risikoquelle für die Nichtlebensversicherung erweisen und ihre Rentabilität durch die potenzielle Deckung von Schäden in realen Werten negativ beeinflussen. Bild: abdulla binmassam auf Pixabay

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung EIOPA hat ihren Finanzstabilitätsbericht für Dezember veröffentlicht. Die Analyse untersucht die wichtigsten makroökonomischen Entwicklungen und die Prävalenz von Risiken, die für den Versicherungs- und Rentensektor von zentraler Bedeutung sind. Corona, Inflation und das Klima stellen die Branche vor Herausforderungen.

Auf der makroökonomischen Seite stellt die Covid-19-Pandemie weiterhin eine Herausforderung für die europäischen Volkswirtschaften dar. Die Ungewissheit über den Verlauf der Pandemie und die Unterbrechung der Lieferkette belasten die Wachstumsaussichten.

„Trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Renditen bewegen sich die Märkte nach wie vor in einem Niedrigzinsumfeld, was vor allem Lebensversicherer und Pensionsfonds unter Druck setzt“, erklärt die Eiopa. „Die Inflation bleibt vorerst auf einem hohen Niveau. Die meisten Prognosen gehen jedoch davon aus, dass der Inflationsdruck vorübergehend ist und sich die Inflation im Laufe des Jahres 2022 abschwächen wird.“ Sollte die Inflation anhalten, könnte sie sich als eine bedeutende Risikoquelle für die Nichtlebensversicherung erweisen und ihre Rentabilität durch die potenzielle Deckung von Schäden in realen Werten negativ beeinflussen.

Die makroökonomische Entwicklung in den kommenden Monaten werde ein entscheidender Faktor für die Risikobewertung des europäischen Versicherungs- und Rentensektors sein.

Risiko Unwetter

Umweltrisiken stehen an erster Stelle der Risiken mit dem höchsten erwarteten Anstieg der Wesentlichkeit für den Versicherungs- und Rentensektor, da extreme Wetterereignisse an Intensität und Häufigkeit zunehmen. Aufsichtsbehörden müssten sicherstellen, dass robuste Risikomanagementpraktiken, insbesondere bei Rückversicherern, vorhanden sind, um versicherungstechnische Risiken anzugehen. Die Versicherungsbranche könnte jedoch auch eine erhöhte Nachfrage nach neuen Dienstleistungen verzeichnen und eine entscheidende Rolle bei der Schließung bestehender Schutzlücken spielen.

Darüber hinaus ist laut Eiopa das Cyber-Risiko eines der wichtigsten Risiken für den europäischen Versicherungssektor und spiegelt die weit verbreiteten Digitalisierungstrends und Home-Office-Lösungen wider. Trotz der zunehmenden Dynamik ist das Verständnis von Cyberrisiken nach wie vor begrenzt, was auf notwendige Verbesserungen bei der Datenerfassung und der Modellierung von Cyberrisiken hindeutet.

Die immer noch andauernde Pandemie hat einige Bereiche beleuchtet, die für die Finanzstabilität besorgniserregend sind, und den Regulierungs- und Aufsichtsbehörden sowie den Marktteilnehmern wertvolle Lektionen vermittelt. Dennoch glaubt Eiopa, dass die Daten aus der Krise mit Vorsicht zu genießen sind. In Anbetracht der Tatsache, dass beispiellose fiskalische Maßnahmen in Verbindung mit einer akkommodierenden Geldpolitik die regulären Risikobewertungsrahmen verzerrt haben könnten, ist es für Risikomanager und Aufsichtsbehörden wichtig, Risiken nicht zu unterschätzen.

Autor: VW-Redaktion