Branchenpuls: Allianz, Impfpflicht, Jahresendspurt

Was lässt den Puls der Branche höher schlagen? Quelle: OpenClipart-Vectors auf Pixabay.

Swiss Life und die Allianz präsentierten ihre Zukunftspläne, Signal Iduna gründet einen nachhaltigen Lebensversicherer und das Wort Impfpflicht ist kein Tabu mehr – auch bei den Versicherern nicht. Hinter der Branche liegt eine turbulente Woche. Vielleicht kehrt mit dem heutigen Nikolaustag etwas mehr Besinnlichkeit ein. Der Jahresschlussspurt deutet nicht unbedingt darauf hin.

Was bisher geschah …

Der Druck auf die Ungeimpften steigt, ob er Früchte trägt, ist vor dem Hintergrund der Erfahrungen der letzten Jahre fraglich. Die Versicherer – viele im Corona-Krisengebiet Bayern ansässig – setzen auf den schützenden Piks in Verbindung mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln, wie Bayerische, Sparkassenversicherung, Signal Iduna, VKB und Nürnberger erklären.

„Wir halten das Impfen für einen ganz zentralen Faktor bei der Überwindung der Corona-Pandemie”, schreibt die Sparkassenversicherung. Einer Impfpflicht stehe das Haus “grundsätzlich positiv gegenüber”.

Es sei definitiv so, dass die derzeitige Impfquote von rund 70 Prozent nicht ausreicht, um der Pandemie Herr zu werden, ergänzt die Signal Iduna. „Daher ist es wichtig und richtig, über Maßnahmen wie beispielsweise eine allgemeine Impfpflicht nachzudenken, um hier eine Steigerung zu erreichen.”

Nicht nur die Coronadebatte beschäftigte in der letzten Woche die Assekuranz. Auch über Zukunftsstrategien wurde geredet.

Die Allianz etwa stellte ihren Strategieplan unter dem Namen „Simplicity at Scale“ vor. Bis 2024 soll der digitale Umbau weiter vorangetrieben werden. Außerdem will der Konzern vor allem die drei Kerneinheiten Sach- und Unfallversicherung, Lebens- und Krankenversicherung stärken und vereinfachen. Das Asset-Management will Bäte in den Mittelpunkt stellen. Investoren nahmen die neue Strategie in einer ersten Reaktion positiv auf. Am Freitagmorgen startete die Allianz-Aktie mit einem Plus von gut zwei Prozent in den Handel.

Was diese Woche jeder wissen muss …

Die Versicherer haben sich vor Weihnachten noch einiges vorgenommen. Die Planungen für das kommende Jahr sind teilweise abgeschlossen. Die Veranstaltungen dieser Woche deuten darauf hin, dass auch 2022 ein bewegtes Jahr sein wird. U.a. analysiert Zielke die deutsche Krankenversicherung, Eiopa debattiert über Nachhaltigkeit, die Axa beschäftigt sich mit Wetterextremen, der GDV lädt zum Diskurs über die Kreditversicherung.

Was über Branchengrenzen hinaus wichtig ist

Corona, leider. Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Verschärfung der Coronamaßnahmen begrüßt. Zum voraussichtlich letzten Mal hat der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gemeinsam mit dem Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, zur aktuellen Coronalage informiert. Spahn zeichnete dabei mit Blick auf die Feiertage ein düsteres Bild. „Wir hätten viel früher diese Konsequenz im Umgang mit ungeimpften Bürgerinnen und Bürgern an den Tag legen müssen“, sagte er. Deutschland werde die Zahl von mehr als 5.000 Covid-Intensivpatienten „deutlich“ übersteigen, noch in den nächsten Wochen und Monaten. Wenn die Maßnahmen greifen, erreiche die Welle ihren traurigen Höhepunkt um Weihnachten.

Autor: VW-Redaktion

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