Munich Re sieht in Wetterversicherungen einen Milliardenmarkt

Wetterversicherungen sichern u.a. Windkraftanbieter ab. Bild von Matthias Böckel auf Pixabay

Die Munich Re wittert einen neuen Absatzmarkt. Der Markt für die Absicherung von Wetter-Risiken wird nach Ansicht der Münchener Rück mit der wachsenden Bedeutung von Wind und Sonne für die Stromerzeugung wachsen. Der Versicherer sieht einen Markt von mehr als fünf Mrd. Euro.

“Das abgesicherte Volumen im Wettermarkt für Rückversicherer steigt um ungefähr fünf bis zehn Prozent pro Jahr an”, sagte Rupert Wimmer, Experte für Wetterrisiken bei der Münchner Rück, der Nachrichtenagentur Reuters. “Die wesentlichen Treiber sind der Anstieg erneuerbarer Energien im Erzeugungsmix für Strom und die Notwendigkeit, die volatile Produktion und volatilere Strompreise abzusichern.” Die Kunden – darunter alle fünf großen Energieversorger in Deutschland und 30 weitere in Europa – stabilisierten damit praktisch ihre Bilanz.

Neben den Münchenern sind in dem Markt auch Swiss Re, Allianz und die japanische Sompo unterwegs. Meist sind die Absicherungen als Wetterswaps, Kauf- oder Verkaufsoptionen konstruiert. Die Käufer schützen sich damit finanziell vor den Launen der Natur – zu viel oder zu wenig Wind, zu viel oder zu wenig Sonne oder Hitze.

“Die erhöhten Windgeschwindigkeiten der letzten Wochen waren beispielsweise von manchen unserer Kunden abgesichert”, sagt Wimmer. Während der Stürme hätten die Windräder zwar Rekordmengen an Energie produziert. Gleichzeitig litten Gas- und Kohlekraftwerke unter den niedrigen Preisen infolge des Überangebots und dem geringen Verbrauch durch das milde Wetter.

Die Munich Re schätzt den Markt für Wetterrisiken in den USA allein auf drei bis vier Mrd. Dollar. In Europa seien es mehr als eine Milliarde Euro. Lateinamerika berge mit 200 bis 400 Mio. Dollar noch Potenzial. Wimmer sieht die deutschen Stadtwerke noch als mögliche Zielgruppe, viele Kunden würden aber zögern. „Oft dauert es zwei bis vier Jahre, bis ein Geschäft zustande kommt. Manchmal braucht man ein schlechtes Wetterjahr, um zu sehen, wie sehr das wehtun kann.“

Autor: VW-Redaktion

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